Cahit Kaya und seine Landsleute

Cahit Kaya (32) ist der Sohn türkischer Flüchtlinge in Österreich. Durch den wachsenden Einfluss türkischer Organisationen aller Art fühlt er sich inzwischen in seiner neuen Heimat eingeholt von den Konflikten, denen seine Eltern durch ihre Flucht zu entkommen hofften. Kaya sieht seine einzige Chance in der radikalen Abkehr vom Islam, hin zu den Werten der europäischen Aufklärung und engagiert sich daher bei den Ex-Muslimen in Österreich.

In einem kritisch-satirischen Artikel befasst sich Kaya mit dem Auftreten junger Türken in westlichen Ländern:

Manche Alltagssituationen erscheinen so absurd. Diese zu durchschauen, scheint nicht einmal mit aller zusammen geworfenen Logik des Betrachters zu klappen. Solche Logik-Blackouts treten meist nach dem Studium junger, in Europa lebender, Türken auf. Weder sind sie hier wirklich angekommen – sie sind ja auch nur hier geboren und aufgewachsen, da darf man also nicht so streng sein, gut Ding braucht weil, oder hast du Problem damit, oda was?

Auch in der Türkei sieht man sie als peinliche Fremde, als „Almanci“ (Deutschländer) und will sie am liebsten verstecken und die Verwandtschaft zu ihnen verschleiern. Das ist übrigens die Erklärung warum seit einigen Jahren der Ganzkörperschleier wieder im Kommen ist: die effektivste Art seine Verwandtschaft aus Europa zu verstecken, um unangenehme Fragen von Bekannten zu vermeiden. Mit dem Islam hat das alles nichts zu tun. Islam ist Friede und was könnte mehr Frieden bringen, als Verwandtschaft die nicht mehr nervt?

Ich grüble also vor mich hin und versuche mir selbst zu erklären, warum diese Leutchen hier dennoch den stolzen Türken raushängen lassen. Woher kommt also der Stolz auf ein Türken-Land, dass sie selbst eher distanziert und beschämt betrachtet?

Ich glaube ja, es geht diesen Möchtegern-Gangstern unbewusst um etwas ganz anderes. Sie suchen eine Rechtfertigung für ihre daheim in der Türkei gebliebenen Artgenossen, um sich ein zu schleimen (geübt wird das Einschleimen bis dahin an den eigenen Haaren), und überlegen sich jedes Jahr aufs neue wie sie als Urlaubs-Türken doch noch als echte Türken durchgehen könnten. Der ungebrochene türkische Nationalismus und das Trauma des verlorenen osmanischen Reichs könnten hier die lang gesuchte Antwort liefern. Vielleicht glauben sie ja tatsächlich, sie seien in Europa als eine Vorhut an Eroberern unterwegs und versuchen dies in der Türkei auch als solches zu verkaufen. Indem sie das osmanische Reich wieder herstellen wollen und sich herbei halluzinieren, dass der Schulabbruch deswegen notwendig war, da Europa schließlich nicht von allein erobert wird. Dafür muss man sich schon Zeit nehmen. Nationalhelden feiert man in der Türkei nur zu gerne. Mal schnell Europa erobern, wenn man nicht gerade europäische Frauen anbaggert, sollte also ausreichend ersehnte Anerkennung der Artgenossen verschaffen.

Natürlich ist da noch das Lobbying der Gehirnwaschsalons der türkischen Botschaften, mit ihren Werkzeugen des türkischen Kolonialismus in Europa. Namentlich Atib, Ditib, Milli Görüs, Graue Wölfe, Al Kaija und wie diese Stiefellecker des Botschafters alle heißen. Sie nutzen die Gunst der Stunde und reden den sich hier nie heimisch fühlenden Jungens also ein (wir erinnern uns: die leben ja auch nur ihr ganzes Leben hier), sie müssen zusammen halten und sich auf „ihre“ Kultur zurück besinnen. Nur so könnte man Akzeptanz schaffen. Mit einem „Moruk, Sikerim Lan!“ auf den Lippen, die türkische Fahne auf der Stirn und einem real existierendes Macho-Gehabe, importiert aus der türkischen Kulturhauptstadt Bronx, das die europäische Welt bisher noch nicht gesehen hat, ist man im Nu integriert. Und schon wollen alle einen aus der so entstandenen Liebe mit beiden Händen am Hals knuddeln, bis man blau anläuft.

Wenn andere Leute angewidert die Straßenseite wechseln um sich bei all der ausgestrahlten Coolness nicht einen Schnupfen (oder eine blutige Nase) zu holen, ist dies mit der Willensstärke eines, sogar die Realität in die Flucht schlagenden, türkischen Kriegers schnell erklärt. Das muss der Respekt und die Ehrfurcht vor der türkischen Kultur und ihre Tapferkeit sein, was sonst? Da geht man zu zwölft auf einen Europäer los, und dieser Feigling kneift. Eine Kultur der Weicheier eben. Natürlich muss die unter gehen.

Schon 2Pac, Bushido und andere osmanische Krieger gelangten einst durch ihren starken Glauben an den Gangster-Rap schließlich bis vor die Tore Wiens und sind nur knapp gescheitert. Man lebt also „seine“ Kultur aus, und Peaced dabei anderen gerne mal ans Bein. Das schafft R-e-s-p-e-c-t.

Vielleicht lernt man das beim türkischen Botschafter? Das traditionell türkische Dissen, als türkisches Kulturgut, kennenlernen. Veranstalten Rap-Battles mit Integrationsexperten Bushido in der deren Räumlichkeiten, und bezeichnen diese als Kultur-Workshops und Integrationsarbeit? Mit Hip Hop und Ghettoslang auf dem Lebenslauf erhält man hier deutlich einfacher einen Job.

Vermutlich bleibt den Türken der Türkei auch gar nichts anderes übrig als es Europa und dem Rassismus in die Schuhe zu schieben, dass ihre Euro-Türken ihnen gerne mal peinlich sind. Man kann es ihnen noch nicht einmal Übel nehmen. Wer will schließlich schon damit in Verbindung gebracht werden, oder gar als Lieferant dieser Kultur der Lächerlichkeit auftreten? Verwandte kann man sich halt auch nicht immer aussuchen.

  1. #1 von toml am 06/11/2011 - 18:54

    Schwarzer Politiker“suspendiert“ weil er eine EDL(MultiKulti Anti Islam Club) Veranstaltung besuchte!

    http://englishdefenceleague.org/conservative-councillor-suspended-for-attending-edl-meeting/

  2. #2 von Martin Schrödl am 06/11/2011 - 20:18

    OUCH! OUH! OHUHU!!

    Oha!! Wenn DER Artikel von einem Ur-Deutschen oder Ur-Österreicher verfaßt worden wäre…

  3. #3 von Robert Gruenstein am 07/11/2011 - 17:12

    Cahit Kaya in einem ORF Beitrag:

    http://www.youtube.com/watch?v=edf04qt9Q64 .

    QQ: Bitte hinter Youtube Links immer Leerzeichen Punkt ( .)

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