Syrische Pädagogik für deutsche Schulen?

Die Weigerung vieler deutscher Lehrer, sich in islamkritischen Internetangeboten über die religiösen, kulturellen und politischen Besonderheiten muslimischer Immigranten unabhängig zu informieren, wirkt sich zunehmend schlecht auf die Qualität des Schulunterrichts und damit auf die Integrationschancen der ihnen anvertrauten Kinder aus. Denn trotz gegenteiliger Praxiserfahrung unterliegen besonders Pädagogen und andere Menschen mit geringer Bildung gern dem medial geförderten Irrglauben,alle Menschen wären irgendwie gleich und alle Kulturen gleichwertig – vor allem friedfertig und an weltlichem Wohlergehen interessiert.

Das Problem hat inzwischen solche Ausmaße angenommen, dass bereits darüber nachgedacht wird, die Errungenschaften einer gewaltfreien Pädagogik für Alle in Frage zu stellen, weil eine Minderheit dieser aufgrund ihrer islamischen Sozialisation nicht zugängig ist. Der WESTEN berichtet:

Deutsche Lehrer wissen nach Ansicht des Dortmunder Erziehungswissenschaftlers Ahmet Toprak „zu wenig“ über Wertvorstellungen und Denkweisen von Eltern aus traditionellen türkischen oder arabischen Milieus. „Viele glauben: Die Eltern haben einfach keine Lust sich zu kümmern.“ Aber das sei kein Desinteresse, sondern Scheu und eine fundamental andere Auffassung von Erziehung.

„Die Erziehungsstile im Elternhaus stehen im Widerspruch zu denen in der Schule“, so Toprak. Zusammen mit seinem Bochumer Kollegen Aladin El-Mafaalani hat der Wissenschaftler im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung einen Leitfaden für Pädagogen und Erzieher zusammengestellt.

„Das Leben von muslimischen Jugendlichen ist für uns noch immer ein Dunkelfeld“, bestätigte Familienstaatssekretär Hermann Kues bei der Vorstellung des Leitfadens in Berlin. Der Kernpunkt: Eine auf deutsche Mittelschichtfamilien ausgerichtete Lernkultur trifft in den traditionellen Milieus türkischer und arabischer Herkunft auf ein eher autoritäres Verständnis von Erziehung und Unterricht. Betroffen seien bis zu 40 Prozent der rund vier Millionen Muslime in Deutschland.

„Es gibt hohe Bildungserwartungen bei türkischen Eltern“, so El-Mafaalani. Aber: Die meisten traditionell eingestellten Eltern halten sich aus schulischen Belangen heraus. „Die Erziehungsberechtigung geht für die Schulzeit auf den Lehrer über.“ Elterngespräche seien unüblich, auch bei Problemen. „Eine Lehrkraft in der Türkei oder in Syrien, wo ich herkomme“, sagt El-Mafaalani, „würde sich nie an die Eltern wenden. Hier lösen die Lehrer das Problem selbst.“

Weil aber das Wort „autoritär“ vielen deutschen Pädagogen unbehaglich ist, schlägt der syrische Erziehungsexperte vor, das Prügeln unserer Kinder in Zukunft „autoritativ“ zu nennen. Es scheint, dass die größte Bereicherung durch Migration in einer Erneuerung des Sprachschatzes besteht, um die Nachteile der Masseneinwanderung durch ständig neue Begriffsschöpfungen weg zu lügen.

  1. #1 von quotenschreiber am 28/09/2011 - 12:30

    Der Lehrer erlaubt respektvolle Meinungsäußerungen!

  2. #2 von Tutnix am 28/09/2011 - 13:11

    :mrgreen:

    Letzte Woche hat ein Lehrer eine Mail an die Eltern eines türkischen Schülers versehentlich an alle Eltern der Klasse versendet. Aber aus Respekt vor dem Datenschutz werde ich den Inhalt dieser Mail hier jetzt nicht wiedergeben.

  3. #3 von Romtreu am 28/09/2011 - 21:49

    Die Tochter eines meiner Freunde ist vor einigen Wochen hier in Niedersachsen eingeschult worden. Unter den Kindern, die zum ersten Mal in die Schule kamen, war ein Mädchen, das von seinen Eltern mit einem Kopftuch in die Schule geschickt wurde. Ein sechs- oder siebenjähriges Mädchen mit Kopftuch. Niemand hat sich aufgeregt, ich auch nicht öffentlich. Und ich bin mir sicher, dass auch keiner der Lehrer diese Kopftuch problematisieren wird. Wir sind ja so tolerant.