NRW: Arme Türken!

Die Türken in NRW haben es schwer. Eine neue Studie zeigt: Obwohl die Dauergäste sich gesellschaftlich engagieren, genannt werden u.a. ausdrücklich die Bereiche Religion, Sport und Freizeit, hapert es mit dem Arbeiten. Ein Drittel der jungen Türken verlässt die Schule ohne Abschluss und folglich ist ein Viertel von Armut bedroht. Die Differenz hat vermutlich eine lohnende Betätigung ohne Abschluss gefunden. Schuld an der Misere sind wir, die Deutschen, weil wir zuwenig für die Integration tun. Und natürlich Sarrazin, der durch die Beschreibung der Missstände diese offenbar erst hat entstehen lassen.

Der WESTEN berichtet:

Jeder zweite türkische Zuwanderer in Nordrhein-Westfalen ist einer Umfrage zufolge gesellschaftlich aktiv. Von einer bewussten Abschottung könne deshalb nicht die Rede sein, sagte Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) bei der Vorstellung der elften Mehrthemenbefragung der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) am Dienstag in Düsseldorf. Große Integrationsprobleme gibt es dagegen weiterhin auf dem Arbeitsmarkt und im Ausbildungsbereich.

Für die repräsentative Studie werden seit 1999 jährlich 1.000 türkische Zuwanderer befragt. Der Bereich zivilgesellschaftliches Engagement wurde zum ersten Mal ausgiebig erfasst. Demnach sind 54 Prozent der türkischen Migranten in den Bereichen Religion, Sport, Freizeit oder Bildung aktiv. Etwa 13 Prozent übernehmen in Vereinen oder Institutionen ein freiwilliges Amt, wie der wissenschaftliche Direktor der ZfTI, Haci-Halil Uslucan, sagte. (…)

Unterdessen bleibt die Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für türkische Zuwanderer kritisch. Jeder Vierte der unter 30-Jährigen hat keine Ausbildung abgeschlossen. Schneider sprach von einem „Warnsignal“. Junge Türken hätten kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Hier müsse nachgebessert werden. ZfTI-Direktor Uslucan verlangte mehr Investitionen in die Bildung und Sprachförderung.

Insgesamt war die Hälfte der landesweit Befragten arbeitslos. Das monatliche Durchschnittsgehalt liege mit 2.154 Euro deutlich unter dem der deutschen Bevölkerung, sagte Uslucan. Jeder Dritte ist der Studie zufolge von Armut bedroht, unter den Deutschen ist es nur jeder Zehnte.

Zudem fühlen sich immer mehr Zuwanderer diskriminiert. Etwa 81 Prozent berichteten von Diskriminierungen, sagte Uslucan. Dies sei der höchste Stand seit 1999. Von den Türken kritisch aufgenommen wurden die Thesen des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin über die mangelnde Integrationsbereitschaft mancher Ausländer. Dies hatte zum Zeitpunkt der Befragung für Schlagzeilen gesorgt. Schneider sagte, durch die damalige Diskussion sei viel Vertrauen verloren gegangen.

Ach herrjeh! Können wir das irgendwie wieder gutmachen? Oder ist jetzt durch unsere Schuld die ganze Integration, die gerade auf so einem guten Weg war, gescheitert?