„Säkularer Fundamentalismus“ erfunden

Also, das schlägt dem Fass den Boden aus: Der Hamburger Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Harald Schmid (Foto) bestätigt das Vorurteil, dass alle Politologen einen Knall haben und setzt islamische und „säkulare Fundamentalisten“ leichten Herzens gleich. Angeblich gefährden letztere die Demokratie. Leider wird Schmid nicht gefragt, wieviele Menschenleben durch „Islamophobe“ in der Vergangenheit zu beklagen waren und noch zu beklagen sein werden und wir wetten, er wäre lieber in den Händen „säkularer Fundamentalisten“ als von Islamisten.

Da hätte er nämlich echte Chancen, ohne Halsabschneiden zu überleben.

Nachdem er den „säkularen Fundamentalismus“ erfunden hat (eine Wortschöpfung, die ihm wohl gefällt) und Thilo Sarrazin mit Mohammed Atta zumindest gleichsetzt:

Die Politik ist immer an aktuellen Schwerpunkten der Aufmerksamkeit orientiert, und die liegen seit 9/11 beim islamischen Fundamentalismus. Den säkularen Fundamentalismus sollte man aber viel stärker ins Auge fassen. In Deutschland und Österreich gibt es Fälle, die demokratiebedrohend wirken können – ich denke an den deutschen SPD-Politiker Thilo Sarrazin, der zumindest fundamentalistische Rhetorik bedient.

warnt er vor den „Fundamentalisten“ als den eigentlichen „Demokratiegefährdern“:

Egal, ob religiöser oder säkularer Fundamentalismus – beide Strömungen unterminieren die Demokratie. Im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht aber derzeit der islamische Fundamentalismus, der mit Gewaltbereitschaft identifiziert wird.

„Assoziiert“ unterstellt, dass es diese Gewaltbereitschaft nicht gibt, und sie quasi durch die Berichterstattung erfunden wird. Tja, über „säkulare Fundamentalisten“ gibt es eben nicht so viel zu berichten. Ein paar tausend Tote wie die Islamisten am 11. September oder tägliche Morde schaffen die einfach nicht. Tut uns leid.

Dann impliziert Schmid, dass Islamgegner blöde sind:

Schmid: Es geht dabei nicht um die Menschen, sondern um ganz bestimmte. Meist sind es Menschen, die Schwierigkeiten haben, der gesellschaftlichen Entwicklung zu folgen, sie zu verstehen. Menschen, die sich wenig mit Politik beschäftigen, die eher durch ihre Ängste gesteuert sind als durch ruhige Überlegungen. Menschen mit geringerer Bildung, „Modernisierungsverlierer“.

Dass es genau die sind, die sich besonders mit Politik beschäftigen (s. Wilders oder Sarrazin), sagt er lieber nicht. Und wir dachten immer, ein Land ist säkular oder nicht. Es gibt ja auch nicht ein bißchen schwanger und fundamental schwanger.

Ein guter Mensch, der sich für sehr tolerant hält. Andere nennen es blöde…

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