EHEC: Ausbruch als Bereicherung empfinden?


Endlich wissen wirs, geahnt haben wir es schon lange: Der Westen ist schuld an EHEC. Weil er die freiwillig kommenden (!) Saisonarbeiter so schäbig unterbringt und so schlecht bezahlt, können die gar nicht anders, als auf die Felder zu sch….., auf denen sie arbeiten. Man nennt das Naturdung, denn Kunst- und Mineraldünger sind schlecht. So hat man uns seit Jahrzehnten eingebleut.

So berichtet „TT.com“:

Die Fahndung nach dem tödlichen Seuchenkeim EHEC läuft auf Hochtouren. Jetzt werden auch die unhygienischen und schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erntehelfern Thema.

Es ist ein knappes Jahr her, als rund 2000 Saisonarbeiter im süditalienischen Ort Rosarno auf die Straßen gingen. Der Grund waren die miesen Lebensbedingungen: So hausten 800 Erntehelfer ohne Betten, Toiletten, Heizung oder Wasser in einer aufgelassenen Fabrik. Sie verdienten 200 Euro im Monat.

Die Bauern Rosarnos reagierten mit Steinen, Gewehren, Traktoren und Schlagstöcken auf die protestierenden Saisonarbeiter. Der Aufstand endete mit 67 Verletzten. Unterstützung für die größtenteils aus Afrika stammenden Helfer gab es seitens Kirche und Caritas, die erklärten, dass die Lebensbedingungen der Saisonarbeiter wirklich unmenschlich seien. Eine Situation, die laut Hilfsorganisationen in vielen Ernteregionen im Süden Europas vorherrscht. Auch in Spanien schuften marokkanische Gastarbeiter unter Plastikplanen für einen Hungerlohn unter zweifelhaften hygienischen Bedingungen: „Trotz Aufständen hat sich bis heute an der schlechten Lebenssituation für die Betroffenen wenig geändert“, sagt Tina Wolf, Pressesprecherin von „Ärzte ohne Grenzen“. In der Gegend von Rosarno gibt es nach den Protesten zwar vereinzelt Containersiedlungen für die Arbeiter – mit Licht, Wasser und Toiletten. Allerdings, so schreibt die örtliche Caritas, würden diese nur für 120 Personen reichen. Auf den Feldern arbeiten würden hier aber knapp 2000 Immigranten.

Was dies alles mit dem gefährlichen EHEC-Bakterium zu tun hat? Auf den ersten Blick wenig. Denn das E.-coli-Bakterium wird in den Därmen von Widerkäuern, also Rindern, Schafen und Ziegen gebildet und gerät über deren Exkremente als Dünger auf die Felder, trotzdem: Das geringe Risiko der Schmierinfektion, also eine Übertragung via ungewaschener Hände bleibt. Und damit rücken die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer in den Mittelpunkt.

Nicht etwa die Erntehelfer selbst. Nein, nur ihr Umfeld im Westen!

Wo und wie auch immer die gefährlichen Darmbakterien aufs Gemüse oder ins Wasser kamen, der Verdacht, dass es mit unhygienischen Verhältnissen in Zusammenhang steht, liegt nahe.

Tote Tiere lägen in Kloaken und von dort aus gieße man die Felder mit verunreinigtem Wasser. So beschreibt Josef Schirmer, der Obmann der Tiroler Gemüsebauern, die Situation in Ländern wie Italien oder Spanien. „Wenn man diese Zustände dort mit eigenen Augen gesehen hat, dann wundert man sich nicht mehr über die Epidemie“, sagt Schirmer. Für ihn sei schon seit dem Ausbruch klar, dass diese unhygienischen Bedingungen Schuld für die EHEC-Bakterien sein können.

Wie aber sehen die Hygiene- und Arbeitsbedingungen für Saisonarbeiter – die größtenteils aus dem Osten Europas kommen – hierzulande aus? Schirmer erklärt dazu: „Wir bewässern täglich mit frischem Wasser; allein deshalb sind wir schon viel hygienischer und darum auch weniger gefährdet als andere Länder mit Wasserknappheit.“ Österreich habe laut dem Obmann der Tiroler Gemüsebauern die strengsten Auflagen und auch scharfe Kontrollen im Gegensatz zu anderen EU-Ländern. Die Wohnungen der Arbeiter werden zum Beispiel kontrolliert und am Feld muss jeder Handschuhe tragen. Nicht alle Auflagen könne er nachvollziehen. Die diskutierte Hosenpflicht für Feldarbeiter – damit diese nicht in Versuchung kommen, am Feld ihre Notdurft zu verrichten – gehe ihm allerdings zu weit. „Da wir relativ kleine Felder haben und die meist bei den Höfen liegen, kann jeder dort auf die Toilette gehen. Wenn nicht, gibt es mobile Toiletten.“

Die kleinstrukturierten Tiroler Betriebe können eher auf die Hygiene achten als Großbetriebe in anderen EU-Ländern. Die kleinsten Gemüsebauern in Spanien beispielsweise haben Flächen von 1000 Hektar. „So viel haben bei uns nicht einmal die größten Bauern“, sagt Schirmer. Die EU müsse strenge Auflagen wie in Österreich in anderen Ländern durchsetzen.

Auflagen? An wen? An die EU-Länder, mehr Geld bereitzustellen oder an die Saisonarbeiter aus fernen Ländern? Früher gab es ja mal einen Gesundheitspass für alle, die mit Lebensmitteln zu tun hatten. Aber der fiel ja schon der Bereicherung zum Opfer. War wohl doch nicht soo schlecht…

(Spürnase: melli39ibk)

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