Kinderfest mit türkischer, nicht deutscher Hymne

So weit sind wir schon, dass in Deutschland ein „internationales“ Kinderfest begangen wird, bei dem die türkische, aber nicht die deutsche Nationalhymne gesungen wird. Schulleiter Gerhard Hagensieker verzichtete darauf, da „das Singen der Nationalhymne in Deutschland nicht den gleichen Stellenwert besitzt und wir sie im Zusammenhang mit einem Kinderfest nicht passend fanden“. Aber Gott sei Dank wurde als Ausgleich für die unpassende deutsche die türkische Nationalhymne gesungen.

Die „Osnabrücker Zeitung“ berichtet:

. Bei strahlendem Frühlingswetter fand in Buer zum achten Mal das „Internationale Kinderfest“ statt. Das bunte Programm der Veranstaltung, die ur-sprünglich aus der Türkei kommt, bildeten Darbietungen und Aktionen aus verschiedenen Kulturen, die von den Schülerinnen und Schülern mehrsprachig präsentiert wurden.

„Gemeinsam zu feiern und einen besonderen Tag zu erleben, das ist das Zeichen der Integration, das wir mit diesem Fest setzen wollen“, sagte Mehmet Azattemür vom Türkischen Elternverein Buer, Westerhausen, Oldendorf und Umgebung, der die Veranstaltung organisiert hatte.

Konkret zeigte sich der internationale Gedanke beispielsweise in der Aufführung türkischer Tänze, zweisprachiger Gedichtvorträge, einer Tanz- und Gesangsdarbietung der AG Russisch und im Verkauf von Schnitzkunst aus Kenia, deren Erlös zwei dort ansässigen Partnerschulen zugutekam.

Auch die Verpflegung war interkulturell ausgelegt: So durfte neben einem Ausschank von türkischem Tee natürlich auch ein Dönerstand nicht fehlen.

Die Tradition des Kinder-festes stammt aus der Tür-kei. Nach der Staatsgrün-dung im Jahr 1920 wurde ein Feiertag für die Kinder als der Vertreter der Zukunft eingeführt. Seit 1979 trägt der Tag, der üblicherweise am 23. April gefeiert wird, auch den Namen „Internationales Kinderfest“ und wird von der UNESCO unterstützt.
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Aus der Entstehung im Zuge der Bildung des türkischen Staates erklärt sich auch die für ein Kinderfest etwas befremdliche Nationalsymbolik. Dass zu Beginn der Veranstaltung die türkische Nationalhymne gesungen und ein patriotischer Text über den geschichtlichen Hintergrund verlesen wird, wurde auch in Buer übernommen.

„Da das Singen der Natio-nalhymne in Deutschland aber nicht den gleichen Stellenwert besitzt und wir sie im Zusammenhang mit einem Kinderfest nicht passend fanden, haben wir auf die deutsche Hymne verzichtet, auch wenn der türkische Elternverein dafür gewesen wäre“, erläuterte Schulleiter Gerhard Hagensieker die interkulturelle Kompromissfindung.

Zu den Ausrichtern des Festes gehörten auch der Arbeitskreis „Buer integrativ“ und der Jugendwagon, für den Annegret Tepe die Organisation leitete, sowie die Schulen mit ihren Fördervereinen.

Daneben waren aber auch beide Bueraner Moscheen sowie Kirchen, Sportvereine, der Kinderchor, das DRK Melle und die Landfrauen am Gelingen des bunten Nachmittags beteiligt.

Was die „Integration“ fördert, wenn man alle deutschen Symbole weglässt, wissen wir nicht. Leider auch nicht, was „interkulturell“ ist, wenn man sich nur auf das Türkische beschränkt…

(Spürnase: Daniel)

Ebenfalls erschienen bei PI-News

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