Shariastreife im „Angstraum“ Altenessen

Die polizeiliche Statistik weiß, wie so oft, von nichts. Trotzdem leben Umfragen zufolge die Hälfte der Bewohner des Essener Stadtteils Altenessen in ständiger Angst, meiden bestimmte Plätze, die No-Go-Zonen für Deutsche geworden sind (wir berichteten). Verantwortlich sollen „20 bis 25 deutsche und nichtdeutsche Jugendliche“ sein. Was genau man sich darunter vorzustellen hat, verrät unfreiwillig die Zusammensetzung einer „Taskforce“, für deren Einrichtung nach Bürgerprotesten sich merkwürdigerweise der „Integrationsbeauftragte“ der Stadt selber lobt.

Ausgestattet mit allen polizeilichen Ordnungsrechten geht jetzt eine Gruppe von Polizeibeamten gemeinsam mit einem türkischen Imam und einem libanesischen Verein auf Streife, deren Mitglieder sich bereits dadurch verdient gemacht haben, dass sie Polizisten bei der Altenessener Kirmes davor beschützt haben, von ihren Landsleuten verprügelt zu werden.

Der WESTEN berichtet:

Die Truppe ist handverlesen: Erfahrene Polizisten, die ihre Pappenheimer so gut kennen wie die Zahl der Mülleimer in Altenessen, machen die Streifen genauso mit wie Vereins-Mitglieder der libanesischen Familien Union, Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe oder des Jugendhilfenetzwerks Nord. In zwei Wochen ist eine „Task Force“ aus 20 krisenfesten Mitstreitern präsent im Stadtteil, um rund um den Altenessener Angstraum Bahnhof für Ordnung zu sorgen. Es soll diesmal kein integrativer Kaffeeklatsch werden für den Kern der 20 bis 25 deutschen und nichtdeutschen Jugendlichen, die seit geraumer Zeit nicht nur für Unbehagen, sondern auch für handfeste Randale sorgen – wie zuletzt bei Ausschreitungen auf der Kirmes des Altenessener Frühlings, als sich Mitglieder der Familien Union zwischen gewaltbereite Jung-Libanesen und Polizisten stellen mussten, um Eskalationen zu verhindern.

Er habe nach der Bürgerbefragung im Sprengel schnelle Hilfe versprochen, ließ sich Integrations-Dezernent Andreas Bomheuer gestern vernehmen. Nur wenige Wochen nach Auswertung der „alarmierenden Umfrageergebnisse“ gehe jetzt die Einsatzgruppe ausgestattet mit allen polizeilichen Ordnungsrechten an den Start, die sich ein bewährtes Prinzip im Umgang mit delinquenten Jugendlichen zu eigen machen wird: Wer spurt, dem wird geholfen, wer meint, weitermachen zu können wie bisher, dem drohen Strafen.

„Wir wissen, wo die Jungs stehen“, sagt Thomas Rüth vom Jugendhilfenetzwerk der Awo, und wenn sie unterwegs sind, werden sie unter Beobachtung stehen. Ihre Bewegungsmuster im Quartier werden nachgezeichnet, ihre Cliquen-Bildung beobachtet und letztlich auch Listen aller auffälligen Straftäter erstellt. Mit Unterstützung der libanesischen Familien Union und eines türkischen Imams wird sich die Truppe Zugang zu den Eltern der Jugendlichen verschaffen, sie mit den gewonnenen Erkenntnissen konfrontieren und auch die Frage stellen, so Rüth: „Wisst ihr eigentlich, was eure Kinder anstellen? Und wollt ihr wirklich, dass der kleine Bruder so wird wie euer großer Sohn?“

Auch ein „erfahrener Sozialarbeiter“, dessen Erfahrung offenbar nicht ausgereicht hat, die Entwicklung bis zum gegenwärtigen Tiefpunkt zu bremsen, ist um einen klugen Rat nicht verlegen. Ursächlich für die Probleme, so der selbsternannte Experte, seien städtebauliche Versäumnisse. Abhilfe: Es muss mehr Geld her, um die Herren der Straße zu besänftigen.

(Spürnase: Eurabier)

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