Ponchomann am Kölner Dom

Der als „Ponchomann“ bekannt gewordene Leo S. (67) aus Herne besuchte mit seiner 1-Personen-Demo heute die Kölner Domplatte. Anlass für QUOTENQUEEN, sich das ungewöhnliche Schauspiel einmal aus der Nähe anzusehen.

Die Technik ist patentwürdig, die Botschaft zweifelhaft: Wenn der Einzeldemonstrant, der im rechtlichen Sinne aber keine Demonstration darstellt und daher seine Aktionen auch nicht anmelden muss, die Arme ausstreckt, um ein mitgeführtes Spruchband an zwei Stangen zu entfalten, spannt sich gleichzeitig sein schwarzer Poncho auf und gibt den Blick auf zuvor verborgene Parolen frei. Das sorgt schon für einiges Aufsehen, wenngleich der Eindruck der Passanten wohl eher der ist, einer etwas bizarren Gestalt zu begegnen.

Die Beschriftung des Gesamtkunstwerkes tut ein Übriges dazu: Der Hinweis auf eine nicht näher nach ihrem Inhalt erläuterte Koransure und Vorwürfe gegen die Bundeskanzlerin, „die Türken“ auf Kosten unserer Enkel zu ernähren, auf der Rückseite. Vorne noch wirrer: Der Bundespräsident= Türkenvater, Kanzlerin = Türkenmutter, Claudia Roth = Türkenliebe. Mit seriöser Islamkritik hat das leider alles nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, es riecht schwer nach undifferenzierter Ausländerfeindlichkeit und macht es wieder einmal denen leicht, die das wichtige Anliegen auf xenophobe Eigenbrödler reduzieren wollen. So gesehen hat der Mann gute Chancen, demnächst in einschlägigen Talkshows vorgeführt zu werden.

Immerhin – vereinzelt gab es auch Zuspruch einzelner Bürger, die den Mut der Aktion lobten. Anfeindungen oder gar Angriffe, denen Leo S. nach eigenen Angaben schon wiederholt ausgesetzt war, gab es während unserer Anwesenheit nicht.

  1. #1 von Abu Sheitan am 19/04/2011 - 13:32

    Mutig aber nicht hilfreich.

    Leider fühlt sich niemand berufen eine alternative Informationstafel zur antisemitischen Klagemauer aufzubauen. Seriöse Themen dafür gibt’s genug.

  2. #2 von WahrerSozialDemokrat am 19/04/2011 - 13:33

    Die Idee ist gut, die Sprüche sind platt!

  3. #3 von Abu Sheitan am 19/04/2011 - 13:35

    Ist der Ponchoman in Wirklichkeit Charlton Heston als Moses?

  4. #4 von kolat am 19/04/2011 - 14:00

    Was sich so alles auf der Domplatte tummelt… 😀

  5. #5 von johannwi am 19/04/2011 - 14:02

    Weil er Christ ist: Das öffentliche mobbing wegen seines christlichen Glaubens hat den Kölner Trainer Schäfer wohl zur Kündigung am Saisonende bewogen.

    http://www.n-tv.de/sport/fussball/article3114556.ece

  6. #6 von mike hammer am 19/04/2011 - 14:25

    PI verlinkt direckt hierher. 🙄

  7. #7 von 8Krämer30 am 19/04/2011 - 14:42

    Quotenqueen = Gutmensch, aber eindeutig! Ich wünschte, es würden mehr Menschen dem Beispiel von Ponchomann folgen, damit aus dem Ein-Mann-Protest endlich eine ganze Bewegung wird!

  8. #8 von gegenmeinung am 19/04/2011 - 14:43

    Der berüchtigte Schwertvers (Sure 9 Vers 5) würde sich verbunden mit entsprechendem Hintergrundwissen über den totalitären Charakter des Islam sicher besser für derartige Aktionen eignen!

  9. #9 von MuXel go Home am 19/04/2011 - 14:55

    Mit seriöser Islamkritik hat das leider alles nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, es riecht schwer nach undifferenzierter Ausländerfeindlichkeit

    Warum sagt Ihr es nicht gleich mit den Worten unserer geliebten Führerin: „wenig hilfreich“?

    Freundschaft

  10. #10 von mehrdad am 19/04/2011 - 14:56

    sie können nichts gegen die kernaussage sagen, die hinter zugegeben platte parolen steckt:

    die mehrheit der muslime in berlin z.b. lebt von sozialleistungen. und in NRW leben 35% der muslime von sozialleistungen.

    sie können die wahrheit nicht vrneinen, dass wuropaweit muslime:

    -am wenigsten an bildung interessiert sind
    -am wenigsten arbeiten
    -am meisten kriminel sind
    -am meisten sozialleistungen bekommen

    keine andere migrantengruppe reicht hier heran. vielmehr sind viele migrantengruppen in fast jede hinsicht besser als deutsche (vietnamesen, japaner….)

  11. #11 von einteilvonjenerkraft am 19/04/2011 - 15:05

    Den Koran hat er jedenfalls nur oberflächlich überflogen, der benannte Vers ist denkbar unpassend in dem von ihm assoziierten Zusammenhang. Wenig hilfreich, in der Tat. Hier der Vers im Kontext:
    17 Keineswegs! Vielmehr behandelt ihr die Waise nicht freigebig
    18 und haltet euch nicht gegenseitig zur Speisung des Armen an.
    19 Und ihr verzehrt das Erbe, ja ihr verzehrt es ganz und gar.
    20 Und ihr liebt den Besitz, ja ihr liebt ihn voll und ganz.
    21 Keineswegs! Wenn die Erde eingeebnet, ja platt eingeebnet wird
    22 und dein Herr kommt und die Engel, Reihe um Reihe,
    23 und herbeigebracht wird an jenem Tag die Hölle, an jenem Tag wird der Mensch bedenken. Wie soll ihm dann die Selbstbesinnung (nützen)?
    24 Er wird sagen: „O hätte ich doch für mein (jenseitiges) Leben (etwas) vorausgeschickt!“
    25 An jenem Tag wird niemand strafen, so wie Er straft,
    26 und niemand wird fesseln, so wie Er fesselt.

  12. #12 von Susanna am 19/04/2011 - 15:13

    Niemanden ist die eigene Seite jemals gut genug, schaut euch mal um dan seht ihr dies auch, wie auch hier, muss man perfekt und ein Heiliger sein bevor die Blogpolizei einem das Protestieren erlaubt damit sich die Richtigen und Gerechten dieser Welt nicht fremdschaemen muessen… — und diese permanente und penetrante Besserwisserei ist unser schlimster Feind!

    Wenn dir sein Stil nicht passt, mach‘ nen besseren(tm) Poncho anstatt die Sache madig zu machen.

  13. #13 von Tolkewitzer am 19/04/2011 - 15:21

    Klasse Aktion! Mutiger Mann!
    Man sollte nicht „das Haar in der Suppe“ suchen, sondern den Mann unterstützen!
    Wie wäre es mit 100 oder 1.000 solcher Ein-Mann-Demos?

  14. #14 von Finde ich gut.. am 19/04/2011 - 15:24

    …nicht hilfreich?
    Wieso?
    Ist ein Talk mit Mayzek besser? Wäre es ein Türke gegen Deutsche..würde vielen besser gefallen.Er hat recht..nur haben wenige den Mut.

  15. #15 von Störtebekker am 19/04/2011 - 15:32

    Ein sehr mutiger Mann, Man braucht heute in Deutschland fast schon Todesverachtung, um so etwas zu tun. Es ist traurig aber bittere Wahrheit.

  16. #16 von Pater Leppich am 19/04/2011 - 15:33

    Den Mut und die Idee hat doch hier niemand in Frage gestellt. Aber die Parolen sind nun einmal nicht geeignet, um das Interesse der Zuschauer zu wecken, die mit der Thematik nicht vertraut sind. Das wirkt eher abschreckend. Deswegen ist es schade um die Mühe und den Mut, der so verpufft. Er sollte sich da lieber einmal beraten lassen, und sein Engagement dann mit Texten fortsetzen, die geeignet sind, die Sache voran zu bringen. Ich gebe dem Artikel in seiner Grundintention Recht.

  17. #17 von mehrdad am 19/04/2011 - 16:02

    ja, die parolen sind etwas platt. nur braucht „rotfunk“ leider keine steilvorlage 8auch wenn sie diese nützen würde), um uns allen zu zeigen, wie toll doch der islam ist und wie schlimm die deutschen sind.

    ich muss mit erschrecken an die mediale hinrichtung von sarrazin bei dem faschisten beckmann denken. 8 gegen 1..das hatte was vom medialen volksgerichtshof.

    die linken erfinden doch ständig neue fantasiebegriffe wie islamophobie oder rechtspopulist, um ihren islamischen herren besser dienen zu können.

    gestern kam bei SWR eine, mal wieder, 100% pro-pally reportage über gaza und die linken erziehungspropagandisten haben gezielt das arabische wort „al jahud“mit „die israelis“ übersetzt, um von der antisemitischen hetze bei den pallys abzulenken.

    aber ich schweife ab…

  18. #18 von necrohazred am 19/04/2011 - 17:06

    #3 von Abu Sheitan am 19/04/2011 – 13:35

    Ist der Ponchoman in Wirklichkeit Charlton Heston als Moses?

    Auf dem obersten Foto erinnert er sehr an Karl Marx.

    Ich stimme #2 von WahrerSozialDemokrat zu, dass der Mann mutig und seine Initiative bewundernswert ist, seine „Poncho-Sprüche“ jedoch leider plump und daher eher kontraproduktiv sind.
    Mit seinem Mut, aber einer intelligenter verpackten Botschaft könnte er mehr erreichen.

  19. #19 von Quertreiber am 19/04/2011 - 17:22

    Respekt !

  20. #20 von William T. Riker am 19/04/2011 - 17:42

    Ich persönlich bin gegen den Islam, aber nicht generell gegen Türken. So ein Spinner.

  21. #21 von William T. Riker am 19/04/2011 - 17:44

    Gegen Araber scheint er nichts zu haben. Wie denkt er über Israel?

  22. #22 von Sharp_Chronisch am 19/04/2011 - 18:06

    @William T. Riker

    Habe mir grade „Star Trek“-Eine neue Ära als Hörbuch, gelesen von Detlef Bierstedt …ähm…also…runtergeladen. 😉

    Ich gratuliere dir zu deiner Hochzeit mit Councellor Diana Troi.^^

    Hat ja lange gedauert.

    Ich hab noch 50 Stunden vor mir. Mal sehen, wie es mit euch weitergeht.

  23. #23 von Fred am 19/04/2011 - 19:43

    Warum macht ihr den Burschen madig? – Der hat 100x mehr Zivilcourage im Leib, als all wir Meister des geschliffenen Wortes hier zusammen.

    Mir ist es Wurst wie und warum er gegen die PC verstößt. Wichtig ist, er tut was.

  24. #24 von gw am 19/04/2011 - 19:56

    Wo wird der madig gemacht? Es wird lediglich konstruktive Kritik geübt – nämlich, dass, wenn man schon einen solchen Aufwand treibt und ein Risiko eingeht, auch die Voraussetzungen stimmen sollten, um einen lohnenden Effekt zu erzielen und nicht schon beim flüchtigen ersten Eindruck als Spinner abgetan zu werden. Dazu würden Aufschriften beitragen, die ähnlich gut durchdacht sind, wie die Konstruktion dieser Einrichtung.

  25. #25 von kuffuur am 19/04/2011 - 20:56

    Bravo….bitter erlauben Sie mir, meine Erziehung zu vergessen….und laut, aber dennoch von Herzen zu rufen….“ GEIL Alter..Voller Respekt, Volle Breitseite…..last action hero….I love you—-Super Super…..Zugabe…Zugabe..Zugabe..Zugabe….“…

    So….ahäm…erledigt…

    Man möge mir den Gefühlsausbruch verzeihen. Ich weiss auch das es unter Nivea war. Dennoch erklärt es wohl das Herz, das meinige, am Besten.

    Danke

  26. #26 von s.Braun am 19/04/2011 - 21:05

    Da der gute Mann auf seinem Poncho nur begrenzten Platz zur Verfügung hat, also auch nicht die Möglichkeit , argumentierte Aussagen zu formulieren, hat er doch mit seinen kurzen Schlagworten genau ins Schwarze getroffen . Bei diesem Thema gibt es keine politisch korrekte Formulierung , – zumindest wird von der Obrigkeit keine als solche anerkannt.

  27. #27 von johannwi am 19/04/2011 - 21:15

    Berlins Innensenator Körting hat jetzt elegant das Islamismus-Problem gelöst: Er will eine Neubewertung durchsetzen und nur noch “Islamistischen Terrorismus” als mögliche Gefahr bennen. Islamismus würde diffamierend wirken. Das ist Neusprech, wie es im Buche steht.

    Bitte kommentiert zahlreich und intelligent diesen Unsinn!

    http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/islamismus-jetzt-okay/

  28. #28 von MartinP am 19/04/2011 - 21:50

    Auch meinereiner sieht die Aktionen von Ponchoman kritisch!

    Ich meine: In der Sache hat er recht! Ganz klar, das wird auch niemand hier bestreiten. Und ich bewundere seinen Mut. Da muss man sich schon mal vor fairem Messerkampf 20 gegen den unbewaffneten Ponchoman in acht nehmen.

    Aber: Wie der aussieht, und diese unkonventionelle Auftrittsweise. Das lässt ihn für viele wirr erscheinen. Und das ist dann kontraproduktiv, weil man ihm so seine Botschaft NICHT abnimmt!

    Vergleichen wir ihn doch mal mit dem genauso mutigen „Danke Thilo“-Mann: Der kommt doch viel überzeugender rüber. Und er wurde auch angegriffen, und der Inhalt beider Aussagen ist (unterm Strich) gleich. Der „Danke Thilo“-Mann wirkt viel seriöser, glaubwürdiger.

    Aber es ist auch an uns, für unsere Überzeugungen auf die Straße zu gehen. Oder das Demonstrieren den (viel besser organisierten und vernetzten sowie staatlich unterstützten) Linken zu überlassen.

  29. #29 von William T. Riker am 20/04/2011 - 01:30

    @ #22 Sharp:

    jaja, ich und die Weiber … Themawechsel bitte 😉

    Zum Thema:
    Der Auftritt dieses Menschen ist völlig inakzeptabel. Ich verstehe nicht, wieso hier teils gelobt wird er hätte ja ach sooo viel Mut. Auf die nächste Kreuzung scheißen kann ich auch, bekomm ich dann auch hier Applaus? Mal ganz abgesehen davon, daß der populäre Domplatz schon von sich aus eine gewisse Sicherheit mit sich bringt. Soll er das mal in der Nürnberger Südstadt machen, das hätte schon ne andere Qualität 😀 (würde ich aber auch nicht mehr begrüßen)
    Mit solchen Leuten in einem Atemzug genannt zu werden, darauf kann ich verzichten. Der kommt mir eher vor wie einer der sonst im Leben zuwenig Aufmerksamkeit bekommt. Von erwachsenen Menschen erwarte ich außerdem eine prägnantere Ausdrucksweise und kein Gestammel.
    Und bevor mir jemand mit Besserwisserei kommt, ich gehör zu den Leuten die schon des öfteren im öffentlichen Raum mit ihrem Namen Islamkritik geäußert haben. Aber auf anderem Niveau!

  30. #30 von kolat am 20/04/2011 - 08:16

    Richtig, William T. Riker! Nummer Eins!

    Wenn man sich als Ungläubiger schon über den Islam äussert, dann aber bitteschön mit Niveau!

  31. #31 von Frank am 05/05/2011 - 15:25

    Der arme Kölner Dom 😦 was der schon alles für Leute vor der Haustür hatte. Aber mal ganz im Ernst. Mit sachlicher Kritik hat die Aktion herzlich wenig zu tun. Aber man sieht, dass man mit solchen Aktionen sehr viel Aufmerksamkeit erzeugt. Wären die Argumente sachlicher und neutraler gehalten, hätte bestimmt kein Mensch über die Aktion diskutiert. Allein in diesem Blog ist es ja schon zu einer lebhaften Unterhaltung geworden 🙂

  1. Köln: Platzverweis für Ponchomann « quotenqueen