Armenier fordern Anerkennung des Völkermords

Pressemitteilung des Zentralrats der Armenier

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages erneut auf, den osmanischen Völkermord an den Armeniern aus dem Jahre 1915 endlich formal im Sinne der UN-Konvention über Verhütung und Bestrafung von Völkermord anzuerkennen. Die Armenier-Resolution des Parlaments aus dem Jahre 2005, die zwar richtige Signale in diese Richtung ausgesendet hatte, sei in der politischen Wirklichkeit nicht angekommen und längst von interessierter Seite unterhöhlt.

Der ZAD-Vorsitzende Azat Ordukhanyan: „Nur wenn die Staatengemeinschaft ein eindeutiges Bekenntnis ablegt, wird sie gefeit sein gegen neue Menschheitsverbrechen. Wir begehen am 24. April zum 96. Male den Gedenktag für die Opfer des Völkermords und warten noch immer auf die Anerkennung. In der Zwischenzeit sind viele weitere Völkermorde möglich gewesen, weil die Täter sicher sein konnten, nicht belangt zu werden.“ In jüngster Zeit, so Ordukhanyan, gibt es ermutigende Indizien für ein Umdenken in Spanien und in Großbritannien, wo Regionalparlamente in London und auf den Balearen sich mit großen Mehrheiten dafür ausgesprochen haben, die Vernichtung der Armenier als Völkermord einzustufen und anzuerkennen: „Das wird Druck auf die Zentralregierungen ausüben, diesem Beispiel zu folgen.“

Mit freundlichen Grüßen

Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland

Frankfurt am Main, den 06.04.2011

  1. #1 von Rechtspopulist am 13/04/2011 - 10:23

    „…und längst von interessierter Seite unterhöhlt.“

    Eben, und das dürfte sich wohl auch kaum ändern, da man ja die Türkei nicht verstimmen bzw. das ach so gute Verhältnis dorthin nicht belasten will.

  2. #2 von ilex am 13/04/2011 - 13:02

    Da können die anderen so viel resolutionieren, wie sie wollen. Wichtig ist, was die Türken machen. Deren bekannte Dickfelligkeit wird sie hindern, ihrerseits Verantwortung für ihre Vergangenheit zu übernehmen.

    Hauptsache, sie können den Deutschen je nach Interessenlage vorwerfen, sie wären Weicheier oder Nazus.

  3. #3 von scabo am 13/04/2011 - 13:07

    Ich habe jetzt keine Lust, das näher auszuführen. Am Völkermord der Armenier war der unten angeführte Herr jedenfalls maßgeblich beteiligt.

    aus wikipedia:
    Dr. rer. oec. Alexander Parvus (eigentlich Israil Lasarewitsch Helphand, russ. Израиль Лазаревич Гельфанд, wiss. Transliteration Izrail‘ Lazarevič Gel’fand; * 27. August 1867 in Beresino, heute Berasino, im gleichnamigen Bezirk des Minsker Gebietes in Weißrussland; † 12. Dezember 1924 in Berlin), war ein russischer Revolutionär, der zeitweilig den Menschewiki angehörte. Spätestens seit 1918 begriff er sich indessen als deutscher Sozialdemokrat. Bekannt wurde er, als er zusammen mit deutschen Regierungsstellen im Jahre 1917 die Reise Lenins im plombierten Eisenbahnwaggon durch das Deutsche Reich nach Russland organisierte. Er war auch ein Vordenker der späteren Wirtschaftspolitik der Türkischen Republik unter Kemal Atatürk, und zusammen mit Trotzki der Vater des Konzeptes der Permanenten Revolution.

  4. #4 von Karl Kees am 13/04/2011 - 15:21

    @ Scabo

    Sie schreiben absoluten verlogenen Unsinn. Es lief auf Phoenix einmal eine Sendung über den Völkermord mit allen Videos wo ihr Erdogan ihn leugnet. Der deutsche Botschafter schrieb laufend Depeschen – sie sind im deutschen Staatsarchiv erhalten – wo er einen ofiziellen diplomatischen Protest durch Kaiser Wilhelm forderte. Der machte allerdings nichts, um seine türkischen Verbündeten nicht zu vergrätzen. Auch der schwedische, französische und norwegische Botschafter und Krankenschswestern schilderten in der noch erhaltenen Diplomatenpost die Masaker.

    Wenn du noch einen Hauch von Chakter hast, dann schau dir den Film hier an:
    http://europenews.dk/de/node/41309

  5. #5 von scabo am 13/04/2011 - 18:27

    #4 von Karl Kees am 13/04/2011 – 15:21

    Was hat denn der deutsche Botschafter und seine Depeschen mit meiner Aussage zu tun? Parvus war neben seiner Tätigkeit als Repräsentant für zahlreiche Waffenverkäufer der größte(!) Lebensmittellieferant der türkischen Armee. Und noch viel mehr!

    In einem Punkt haben Sie, #Karl Kees, recht: Eigentlich müßte ich jetzt mein in #3 Hingeworfenes ausführen. Dazu habe ich aber keine Lust.

  6. #6 von mike hammer am 13/04/2011 - 19:24

    #3 von scabo
    wäre mal interessant deine ausführung zu lesen, ich habe gerade etwas in seiner
    vita gegraben, er hat in türkischen zeitungen publiziert und allerlei handel mit d.
    türkei getrieben, besser gesagt er representierte einige rüstungsfirmen die mit
    der türkei ins geschäft kommen wollten…….
    wo ist da die verbindung? 🙄
    vernichtungskriege der türken
    waren im kaukasus nicht
    neu, vor allem an
    den christen
    dort.

  7. #7 von scabo am 13/04/2011 - 19:50

    #6 von mike hammer am 13/04/2011 – 19:24

    Hallo, mike hammer! Ja, ich müßte es, da ich es aufgeworfen habe, jetzt ausführen einschl. der Quellen (u.a. damaliges Außenamt Berlin). Ich habe aber erstens heute extrem schlechte Laune (WON veröffentlicht heute 2x den nahezu gleichen Propagandaartikel ‚Wir brauchen Einwanderung!‘ – unglaublich, was hier im land passiert!!!), zweitens kommt gleich auf 3sat der Wilders-Beitrag.

    Ich hoffe, daß sich all diese schlechte Laune zum rechten Zeitpunkt in zielgenaue Wut verwandelt. Wie ich mich kenne, wird sie das.

  8. #8 von mike hammer am 13/04/2011 - 20:00

    #7 von scabo
    es ist jezt interessant und wird auch noch morgen interessant sein. 😉