Ein Atheist macht sich lächerlich

Wir hätten es nicht so hart formuliert wie unsere Spürnase „Wissen ist Macht“, der uns die folgende Meldung gleich mit der passenden Überschrift lieferte. Aber da WiM als überzeugter Humanist über jeden Verdacht erhaben ist, Atheisten schlecht machen zu wollen, schreiben wir es dann mal so. Tatsächlich ist die Geschichte aus Österreich, die wir zu berichten haben, schwer nachvollziehbar.

Die Seite Kath.net berichtet:

in Lehrer hat an einem Innsbrucker Gymnasium einem Schüler verboten, den Gruß „Grüß Gott“ zu benutzen. Der Vater sagte: „Er hat den Kindern erklärt, dass Fabelwesen nichts in einer Grußformel zu suchen haben.“ Die Eltern haben ihren Sohn deshalb trotz guter Schulleistungen vor zwei Jahren von der Schule genommen. Inzwischen ermittelt die Schulbehörde. Dies berichtet TT.com.

Der Lehrer teilte in einem Leserbrief vor wenigen Tagen mit, dass seiner Auffassung nach in einer säkularisierten Gesellschaft Religion Privatsache sei und religiöse Symbole und Riten in öffentlichen Institutionen nicht zu suchen hätten. Der Vater des Jungen führte aus: „Er fordert von allen Toleranz ein, ist aber selbst gegenüber anderen Wertvorstellungen unglaublich intolerant“. Aus den Erfahrungen mit diesem Gymnasialprofessor formulierte der Vater dann: „Es darf nicht sein, dass ein Lehrer ungebremst seine persönliche Weltanschauung zur Norm erhebt.

Der Direktor des Landesschulrats für Tirol, Reinhold Raffler befasst sich bereits mit dieser Angelegenheit und sagte TT.com: „Mit dem Lehrer wird ein Gespräch geführt, das ist auch die Aufgabe der Schulaufsicht“. Außerdem stellte Raffler bereits klar, „dass es einfach lächerlich wäre, Schülern die Grußformel ‚Grüß Gott‘ zu verbieten“

Die FPÖ fordert jetzt die Ablösung des umstrittenen Lehrers.

Spürnase: Wissen ist Macht

  1. #1 von ilex am 30/03/2011 - 16:10

    Wenn in Hamburg (jaja – alles nur Lutheraner) einer „Grüß Gott“ sagt, dann ist die Antwort auch von Christen in der Regel: „… wenn ihn siehst!“. Ja – Gott zu grüßen ist in manchen Landstrichen nicht üblich und wo hat man auch schon mal die passende Gelegenheit, Gott zu grüßen. Also ist der Gruß an sich schon seltsam. „Guten Morgen“ oder „Moin moin“ passt da viel besser und kann von Christen und Atheisten gleichermaßen benutzt werden – im Grunde sogar von Islamern.

    Andererseits noch blöder als dieser Gruß ist die Argumentation des Lehrers, sich über diese peanuts so aufzuregen, dass man darüber noch viel Worte macht. Man kann in der Tat alles übertreiben – auch die vermutete Symbolik des Glaubens. 100 Leute sagen „Grüß Gott“ und vermutlich einer meint es wirklich im religiösem Sinne.

  2. #2 von mike hammer am 30/03/2011 - 16:11

    es gibt atheismus und antitheismus. war das nötig, in bayern sagt man doch auch grüß gott? 🙄

  3. #3 von Abu Sheitan am 30/03/2011 - 16:39

    „Grüß Gott“ ist die Kurzform von „Grüß Dich Gott“ im Sinne von „Segne Dich Gott“.
    Aus „Behüte Dich Gott“ wurde „Pfiat Di God“ oder noch kürzer „Pfiadi“.
    Ob der Lehrer seinen Schülern die Grußformel tatsächlich verbot oder sie nur über ihren seiner Meinung nach in eine säkulareN Gesellschaft unpassenden Gebrauch aufklärte, wird sich hoffentlich herausstellen.
    Von der Sache her, hat er Recht.
    In eine staatliche, säkulare Schule gehören weder Kruzifix noch ein „Grüß Gott, Herr Lehrer“.

  4. #4 von Argutus rerum existimator am 30/03/2011 - 16:52

    In Österreich (und ganz besonders in Tirol) ist die Grußformel „Grüß Gott“ überaus verbreitet und wird (außer von ganz wenigen Fanatikern wie offenbar diesem Lehrer) nicht als weltanschaulich konnotiert betrachtet oder gar angefeindet.

    Ein Atheist, der aus weltanschaulichen Gründen nicht „Grüß Gott“ sagt, ist dort eine so lächerliche Figur wie ein Astronom es wäre, der sich weigert zu sagen, daß die Sonne auf- oder untergeht, weil er es besser weiß.

    Wenn Kath.net den Vorfall korrekt berichtet hat, dann kann ich den Wunsch Ablösung dieses Lehrers gut verstehen, zumal es unwahrscheinlich ist, daß das sich seine Verhaltensauffälligkeit auf dieses eine skurrile Detail beschränkt.

    Wäre das ein Lehrer meiner Kinder, dann würde ich (als überzeugter Atheist) seine Versetzung begrüßen – beispielswiese mit einem erleichterten „Gott sei Dank“. 🙂

  5. #5 von Argutus rerum existimator am 30/03/2011 - 17:06

    #3 von Abu Sheitan am 30/03/2011 – 16:39

    In eine staatliche, säkulare Schule gehören weder Kruzifix noch ein „Grüß Gott, Herr Lehrer“.

    Das kann man nicht vergleichen, denn das Kruzifix ist ein Symbol für den Herrschaftsanspruch des Christentums, die „Gott“ enthaltende Grußformel aber bloß ein sprachhistorisches Relikt.

    Sollten Kinder in säkularen englischen Schulen auch nicht mehr „good bye“ sagen, weil das wörtlich „God be with you“ bedeutet?

  6. #6 von necrohazred am 30/03/2011 - 17:59

    #1 von ilex am 30/03/2011 – 16:10

    Wenn in Hamburg (jaja – alles nur Lutheraner) einer „Grüß Gott“ sagt, dann ist die Antwort auch von Christen in der Regel: „… wenn ihn siehst!“

    Also, ich mag diese Grußformel „Grüß Gott“ auch nicht, denn ich kenne sie nur von gläubigen Auftragskillern.

    Opfer (öffnet die Tür)
    Killer: „Grüß Gott …“ (zückt Pistole) „… von mir.“ (drückt ab)
    Opfer (sackt getroffen zusammen und haucht seine Seele aus)

  7. #7 von Abu Sheitan am 30/03/2011 - 18:57

    #5 von Argutus rerum existimator

    Es sollte jedem freigestellt sein, zu grüßen wie er lustig ist. Wenn ich in Bayern unterwegs bin, grüße ich auch gern mit „Grüß Gott“, ohne an ihn zu glauben.
    Nur sollten Kinder nicht von Anfang an religiös indoktriniert werden, indem sie täglich gezwungen werden, ein Kruzifix anzustarren und einen religiösen Gruß zu verwenden.
    In diesem Sinne mit luziferischen Grüßen,
    Abu Sheitan

  8. #8 von William T. Riker am 30/03/2011 - 19:03

    brrr…. bei „Moin, moin“ schüttelts mich. Und ein schwülstiges „Guten Tag“ wird mir auch niemals über die Lippen kommen. Ist mir eh ein Rätsel weshalb ich jemanden einen guten Tag wünschen soll den ich nicht kenne und der möglicherweise der größte Depp ist.
    Ich bleib voller Überzeugung beim knackigen „Grüß Gott!“
    Sage ich als Atheist und Traditionalist 😉

  9. #9 von Ktesias am 30/03/2011 - 19:25

    Wenn schon, dann bitte PC: 🙂

    Grüß Göttin.

  10. #10 von Abu Sheitan am 30/03/2011 - 20:12

    #9 von Ktesias
    „Wenn schon, dann bitte PC: Grüß Göttin.“

    Nicht schlecht! 🙂

    Nobbi Blüm empfiehlt schön hessisch gedehnt ausgesprochen: „Schaahloohm“
    Oder ganz hip: „Schallömsche“

  11. #11 von ilex am 30/03/2011 - 20:14

    Na „Moin“ oder „Moin moin“ oder „Moinsen“ hat doch was – jedenfalls für Norddeutsche. Obwohl auch hier viele „Tach auch“ sagen. 😉

  12. #12 von WissenistMacht am 30/03/2011 - 20:30

    QQ: Ich gerade komme ich vom Golfplatz zurück, wo ich den ganzen Tag mit einem lieben christlichen Kukuler und seiner Frau verbracht habe. Es war ein Riesenspass – und Grüss Gott habe ich auch zum Empfang benutzt, schlicht, weil mir das aus meiner bayerischen Periode noch immer glatter über die Lippen kommt als ein mürrisches „Tach“!

    Ich bedanke mich ausserdem bei Euch für die lustige Einleitung zu diesem Thread 🙂

    Ja, ich finde solche nur aufs Plakative bedachte Atheisten saublöd! Das erinnert mich zu sehr an meine wilde Jugend 😦

  13. #13 von Markus13 am 30/03/2011 - 21:04

    #9 von Ktesias

    … aber bitte nur bei DS-FahrerInnen :mrgreen:

  14. #14 von smartshooter am 30/03/2011 - 22:24

    Lächerlich! Ich bin in Bayern geboren. Selbstverständlich sagt man da ebenso wie in Österreich „Grüß Gott!“ Nun wohne ich schon seit 35 Jahren in Hamburg, da würde man sich in der Tat mit diesem Gruß lächerlich machen, und ein „Ja, wenn ich ihn sehe…!“ herausfordern.

    Das Witzige ist allerdings: Da ich mehrmals im Jahr in Bayern bin, diesen Gruß irgendwie auch dümmlich ( und für mich als Atheist inkonsequent ) finde, begrüße ich die Leute in Bayern auch nur mit einem „Hallo!“ Und was soll ich sagen? Mit der Zeit habe ich festgestellt, daß die dort auch so langsam zum „Hallo!“ übergehen.

    Und natürlich hat so ein Balkensepp eine völlig andere Qualität. Das eine ist eine nichtssagende Floskel, das andere eine unübersehbare Duftmarke.

  15. #15 von Ilkay am 30/03/2011 - 23:20

    In Vorarlberg ist die gängigste Grussform „Heil“ oder „Heile“.
    In Tirol ist es „Grüss Gott“.
    Das hat weder etwas mit „Gott“ noch mit AH zu tun.

  16. #16 von einteilvonjenerkraft am 31/03/2011 - 00:25

    #9 von Ktesias am 30/03/2011 – 19:25

    Wenn schon, dann bitte PC: Grüß Göttin.
    Oder Grüß GottIn
    Bei „Grüß Gott“ muss ich immer an die letzten Wochen der NVA denken, wo eines Tages unsere neuen Ausbilder aus Bayern zur Tür reinkamen und mit „Grüß Gott“ salutierten. Von da an hatten wir uns in der Kaserne auch gegenseitig mit „Grüß Gott“ begrüßt.

    Gelobt sei Jesus Christus!

  17. #17 von rob567 am 31/03/2011 - 08:08

    Das ist doch ein Hoax. Die Meldung gab es schon vorher in der Schweiz und in Stuttgart.

  18. #18 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 10:16

    #15 von Ilkay am 30/03/2011 – 23:20

    Der Zusammenhang zwischen „Grüß Gott“ und Gott rein etymologischer Art. Inhaltlich hat dieser Gruß mit Gott nicht mehr zu tun als Porzellan mit Schweinen.

    Näheres siehe hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Porzellan#Etymologie

  19. #19 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 10:26

    #17 von rob567 am 31/03/2011 – 08:08

    Das ist doch ein Hoax. Die Meldung gab es schon vorher in der Schweiz und in Stuttgart.

    Entweder das oder es gibt mehrere Fälle. Der im Artikel zu dieser Causa zitierte FPÖ-Politiker Gerald Hauser existiert jedenfalls wirklich.

  20. #20 von WissenistMacht am 31/03/2011 - 10:58

    #18 Argutus:

    Weshalb der Mann von Welt nur echte Meißner Schweinchen kauft 🙂

    Ich habe so eines von 1899 und es lebt immer noch ganz munter vor sich hin, obwohl es 1943 ausgebombt und erst 1953 heil aus den Schuttbergen geborgen wurde.

  21. #21 von einteilvonjenerkraft am 31/03/2011 - 11:07

    #18 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 – 10:16
    Der Zusammenhang zwischen „Grüß Gott“ und Gott rein etymologischer Art. Inhaltlich hat dieser Gruß mit Gott nicht mehr zu tun als Porzellan mit Schweinen.
    Also dass es nichts mit Gott zu tun hat würde ich nun nicht behaupten. Das Wort „Gott“ in eine Grußformel einzuflechten ist sehr verbreitet.
    Beispiele gefällig:
    Goodbye kommt von „God be with you“
    Adieu und adios (wobei vor allem Adieu in dem Sinne verwendet wird dass man sich in diesem Leben wohl nicht wiedersieht sondern erst bei Gott, à dieu).
    Pomhaj Boh (Grüß Gott) ist eine sehr typische sorbische Grußformel, die Antwort ist Boh djekuj (Gott dankt). Vor allem in der evangelischen Lausitz üblich, in der Oberlausitz hört man durchaus auch mal den katholischen Gruß „Budź chwaleny Jězus Chrystus“ „Do wěčnosće, amen!“
    Die Marokkaner verabschieden sich häufig mit Allah-iaunik (ausgesprochen etwa „Lai-aunik“, oder auch „Lai-aun“), das steht für „Gott helfe dir“.

  22. #22 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 11:21

    #21 von einteilvonjenerkraft am 31/03/2011 – 11:07

    Also dass es nichts mit Gott zu tun hat würde ich nun nicht behaupten. Das Wort „Gott“ in eine Grußformel einzuflechten ist sehr verbreitet.

    Ja, ein sprachhistorischer Zusammenhang ist gegeben. Das englische Beispiel habe ich sogar selbst gebracht.

    Nur ein aktueller inhaltlicher Zusammenhang fehlt eben, weil der ursprüngliche religöse Bezug verloren gegangen ist. Wenn heute jemand „Grüß Gott“, „good bye“ oder „adieu“ sagt, dann ist das kein Hinweis darauf, daß er dabei Gott im Sinn hat oder auch nur an ihn glaubt.

    Es ist so ähnlich wie mit dem „Sonnenuntergang“. Jeder verwendet dieses Wort, aber als Hinweis auf ein geozentrisches Weltbild kann man es nicht werten.

  23. #23 von WissenistMacht am 31/03/2011 - 11:36

    #21 einteilvonjenerkraft:

    Es geht in unserem Sprachgebrauch auch eher um einen schleichenden Verlust des dahinter stehenden Sinns. Das ist im Arabischen noch ganz anders. Wenn sich jemand herzlich über ein Geschenk freut, so bedankt er sich mit „barakallâufik“, was unserem „Gott vergelt’s“ entspricht. Da ist der Bezug noch da.

    Doch benutzen sowohl Argutus als auch ich bedenkenlos „Gottseidank“, ohne dabei konkret an jenes höhere Wesen zu denken.

  24. #24 von Rechtspopulist am 31/03/2011 - 11:48

    Das sind die Spätfolgen einer totalitären Ideologie, die alle Lebensbereiche erfasst hat und man sich nun an den Feinheiten bewußt wird, wie weit diese Durchdringung gereicht hat.

    Ich sage auch zig Male „Gott sei dank“ – allerdings hat das wahrlich nicht die Bedeutung dass ich irgendeinem Gotte dankbar bin.

    #23 von WissenistMacht am 31/03/2011 – 11:36

    Was für ein schräges Arabisch renden die denn bei euch bloß? 😉

  25. #25 von WissenistMacht am 31/03/2011 - 11:58

    #24 Rechtspopulist:

    Das ist kein Arabisch, sondern Tunesisch! Darauf sind wir auch stolz, denn schliesslich empfinden sich hier viele eher als Berber, denn als Araber 🙂

  26. #26 von earthwitch am 31/03/2011 - 12:05

    Was zum…. oder ist der jetzt auch schon verboten? Ich glaub nicht an den Christengott, ich kann mich aber absolut nicht an einem freundlichen „Grüß Gott“ eines Österreichers oder Bayern stören, ich gehe mal davon aus, dass der die Worte nicht als Waffe gebrauchen wollte…

    Und Himmel! (wert- und götterfrei), es ist doch nichts anderes als ein netter Gruß und, wie ich jetzt sogar gelernt habe, ein ausgesprochener Segen. Ist doch nett, zwingt mich aber nicht, den Glauben anzunehmen. Wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen…

    Fakt ist, dass Deutschland und Österreich christlich geprägt sind und das christliche Bräuche damit auch schon in die Volkstradition eingesunken sind. Wollt ihr etwa Weihnachten auch noch abschaffen?

    Ich habe meine Tochter zum Religionsunterricht geschickt, damit sie ihren Glauben wählen kann – DAS ist nämlich mit Wahlfreiheit gemeint, ich darf aussuchen. Wenn ich den Glauben von meinen Kindern fernhalte, dann haben sie ja nicht die Wahl, ich gängele sie so auch.

    Nach einem mehrjährigen „Ich glaub an Jesus, da kannst du machen, was du willst“, hat sich mein Kind inzwischen von dieser Lehre nach gründlicher Prüfung abgewandt. Wie willst du beurteilen, was du nicht kennst?

    Und – wie gesagt… vieles ist inzwischen Tradition… Auch Atheisten feiern Weihnachten. Nun kommt mir nicht mit „Wir feiern Sonnenwende“… auch das ist einer (alten) Religion entsprungen.

    Ich erwarte Toleranz von allen Seiten, von Religionsanhängern und Nichtgläubigen. Dazu gehört, dass ich auch den Glauben des anderen Respektiere und auch das Ausleben desselben, soweit es mich nicht verletzt. Ein Gruß ist keine Waffe!

    Ich glaube, es gibt echt Wichtigeres, als solche Wortklauberei. Ihr lebt in christlich geprägten Staaten. Nehmt das hin. Das Christentum ist ein Großteil unserer westlichen Kultur. Lebt eure Weltanschauung, aber verlangt nicht ein neutrales glaubensfreies Umfeld… Wollt ihr auf einem weißen Blatt Papier leben?

    Alle Nichtchristen haben in Deutschland und Österreich ein Recht auf Ausübung ihrer Religion oder eben Nichtreligion. Das heißt nicht automatisch, dass die hier vorherrschende Religion weichen muss…

  27. #27 von Willi Wehraugen am 31/03/2011 - 12:15

    Um den veredelten Affen sprich Atheisten das Leben ein wenig schwerer zu machen, fordere ich euch dazu auf das Wort „Tschüß“ nicht mehr zu verwenden.
    Dieser Abschiedsgruß wird von dem französischem „Adieu“ abgeleitet. Und das wiederum heißt „Gehe mit Gott“. Und das wiederum wollt ihr ja nicht.

  28. #28 von einteilvonjenerkraft am 31/03/2011 - 12:28

    #22 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 – 11:21
    Wenn heute jemand „Grüß Gott“, „good bye“ oder „adieu“ sagt, dann ist das kein Hinweis darauf, daß er dabei Gott im Sinn hat oder auch nur an ihn glaubt.
    Das ist schon klar. Aber dass das Wort „Gott“ in die Grußformel überhaupt reingeraten ist hat schon direkt mit Religion zu tun, also da ist schon ein deutlich direkterer Bezug als bei dem Porzellan-Schweinchen.
    Aber ansonsten gehen Gott und Co. schon seltsame Wege im Sprachgebrauch:
    Gott sei Dank, um Gottes Willen, Gott verdamm mich, zum Teufel, Teufel noch mal, Gottverdammte Scheiße, Fucking Jesus Christ.

  29. #29 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 12:46

    #27 von einteilvonjenerkraft am 31/03/2011 – 12:28

    Aber dass das Wort „Gott“ in die Grußformel überhaupt reingeraten ist hat schon direkt mit Religion zu tun, also da ist schon ein deutlich direkterer Bezug als bei dem Porzellan-Schweinchen.

    Stimmt, er ist direkter, aber sprachhistorisch sind beide. Wenn es um das Ausmaß der Direktheit bzw. Indirektheit geht, dann ist der Vergleich mit dem Sonnenuntergang dem mit dem schweinischen Porzellan vorzuziehen.

  30. #30 von Postumus am 31/03/2011 - 13:03

    #1 von ilex am 3ißverständnis kenne ich noch von früher aus den Bergen, auf die sich ab und an auch ein paar Sommerfrischler-Nordlichter per Seilbahn wagen. Der Clou dabei ist ja: Gott ist nicht Akk.-Objekt sondern Nom.-Subjekt des Optativ- (nicht Imperativ-)Satzes, der da lautet: Es grüße (grüß`) Dich/Sie/Euch Gott, wobei das aus dem Westgermanischen herrührende “grôtjan”, von dem der Ausdruck „grüß`“ abgeleitet ist, ja ein Veranlassungsverb darstellt und eine andere ethymologische Wurzel hat als das heute gebräuchliche „grüßen“ für „anreden/ansprechen“. Der Ausdruck ähnelt daher eher dem Englischen „god be with you“. Besonders schön ist natürlich auch das „Pfiat` Di/Euch (erg.: Gott)“ = Befiehl(t) Dich/Euch Gott!, das aus dem altgermanischen Gastfreundschaftsrecht – vor jeglicher Christianisierung – rekurriert: Wenn man den Gast verabschiedet/entläßt, verläßt er den geschützten Verantwortungsbereich des Gastgebers und begibt sich hinaus ins Ungewisse, wo er sich einem anderen anvertrauen sollte.
    R. Wagner hat diesen Gedanken auch anschaulich in seiner „Walküre“ verarbeitet, wo Siegmund sogar bei seinem Todfeind Hunding für eine Nacht Unterschlupf und Verpflegung findet und solange von diesem ungeschoren bleibt.

  31. #31 von Postumus am 31/03/2011 - 13:09

    P.S.

    Die Herkunft des Grußes ist demnach heidnisch, altgermanisch. Für einen Muslim wäre der Gruß keineswegs ablehnenswert, wenn er sich seinen Allâh dahinter vorstellte. Wenn bei mir jemand vom Pietkong zu sticheln beginnt: „Sie sagen aber auch ,Grüß` Gott'“, dann erwidere ich gerne: der Gott ist ja nicht namentlich genannt, heute nehme ich Wotan, ….

    P.P.S. Mein Avatar hat anscheinend Ausgang, bloß wohin?

  32. #32 von plapperstorch am 31/03/2011 - 13:13

    #30 von Postumus

    Sie sind nicht richtig angemeldet. Ihr Avatar ist da.

  33. #33 von Postumus am 31/03/2011 - 13:16

    #31 von plapperstorch am 31/03/2011 – 13:13

    Danke!

    Hoffentlich funktioniert es jetzt.

    Berichtigung zu # 29: „Das Mißverständnis …“ muß es zu Beginn heißen

  34. #34 von plapperstorch am 31/03/2011 - 13:18

    Na geht doch 😆

  35. #35 von Kruzifünferl am 31/03/2011 - 14:19

    #4 von Argutus rerum existimator am 30/03/2011 – 16:52
    … Versetzung begrüßen – beispielswiese mit einem erleichterten „Gott sei Dank“.

    Einer meiner Mitarbeiter war früher ein halbwegs gläubiger Christ, nun bezeichnet er sich als Atheist.
    Ich habe ihm mal folgenden Satz in den Mund gelegt (den er mittlerweile selbst verwendet):
    „Gott sei Dank bin ich Atheist!“
    😀

  36. #36 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 14:34

    #35 von Kruzifünferl am 31/03/2011 – 14:19

    Gott sei Dank bin ich Atheist!

    Ein schöner Spruch. Ich meine, wir sollten den gesamten Reichtum unserer Sprache nützen ohne uns irgendwelchen Beschränkungen zu unterwerfen, die uns lächerliche Kleingeister aus politischen oder weltanschaulichen Gründen auferlegen wollen.

  37. #37 von Kruzifünferl am 31/03/2011 - 14:52

    #36 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 – 14:34
    Ein schöner Spruch.
    Danke.

    Ich meine, wir sollten den gesamten Reichtum unserer Sprache nützen ohne uns irgendwelchen Beschränkungen zu unterwerfen,

    … und ich ahne aufgrund einer unserer Diskussionen, was da noch im Raum steht … 😀
    Eine Beschränkung nehme ich für mich in Anspruch: keine Anglizismen … 😉
    (obwohl ich Wortspiele à la „Hairport“ auch mag)

  38. #38 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 14:57

    #31 von Postumus am 31/03/2011 – 13:09

    der Gott ist ja nicht namentlich genannt, heute nehme ich Wotan

    Das ist eine witzige Replik. Ist die von dir oder wessen Urheberrechte verletze ich, wenn ich sie einmal ohne Quellenangabe benütze?

  39. #39 von WissenistMacht am 31/03/2011 - 15:01

    #27 Willi Wehraugen:

    Um den veredelten Affen sprich Atheisten…

    In der Tat veredelter als unveredelte abergläubische Affen.

    So sind wir eben der Vermifikation entgangen, der Sie – schlimmes Schicksal – offenbar anheimgefallen sind.

    Heureux sans Dieu 🙂

  40. #40 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 15:12

    #37 von Kruzifünferl am 31/03/2011 – 14:52

    ich ahne aufgrund einer unserer Diskussionen, was da noch im Raum steht … keine Anglizismen

    Diese Diskussion brauchen wir nicht wieder aufzuwärmen, die haben wir ja schon beim letzten Kamin abgehandelt.

    Einen kleinen Nachtrag gäbe es allerdings noch anzubringen: Im Gegensatz zu stilistisch fahrlässigem kann mutwilliges Denglisch durchaus reizvoll sein, so wie bei diesem köstlichen Weihnachtsgedicht:

    http://www.festpark.de/w079.html

  41. #41 von WissenistMacht am 31/03/2011 - 15:28

    #40 Argutus:

    Den Link habe ich mir für die diesjährige Jahresendfeier vorgemerkt 🙂

  42. #42 von Kruzifünferl am 31/03/2011 - 16:01

    #40 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 – 15:12
    http://www.festpark.de/w079.html

    bekannt.

    Auch für WiM noch das ähnlich zirkulierende „X-mas Rollout“
    http://www.themenmix.de/witziges/witzige-xmas-rollout-kickoff.html

  43. #43 von Postumus am 31/03/2011 - 18:10

    #38 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 – 14:57

    Das Copyright liegt bei mir und meinem Ehgespons. Du darfst Dich aber gern bedienen.

  44. #44 von Postumus am 31/03/2011 - 18:13

    #40 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 – 15:12

    Köstlich!

  45. #45 von Postumus am 31/03/2011 - 18:15

    #42 von Kruzifünferl am 31/03/2011 – 16:01

    Dasselbe gilt für Dich!

  46. #46 von Tolkewitzer am 01/04/2011 - 14:13

    #6 von necrohazred am 30/03/2011 – 17:59

    Opfer (sackt getroffen zusammen und haucht seine Seele aus)

    Also einen fiktiven Gott in einer Grußformel gibt es nicht, aber die Seele gibt es? 😉

  47. #47 von Tolkewitzer am 01/04/2011 - 14:27

    #41 von WissenistMacht
    #40 von Argutus

    Damit Ihr nicht selber singen müsst 😉

  48. #48 von Tolkewitzer am 01/04/2011 - 14:29

    #47 Entschuldigung, ich wollte eigentlich nur einen Link setzen… 😳