China und Iran führen in der Hinrichtungsstatistik

China bleibt dem Erbe des großen Vorsitzenden und größten Massenmörders der bekannten Menschheitsgeschichte, Mao Tse Tung, treu. Mit geschätzten 5.000 Hinrichtungen stellen die reformierten Kommunisten sogar den islamischen Gottesstaat Iran weit in den Schatten. Es folgt Nordkorea – wenigstens ein Gebiet, wo die Sozialisten Weltspitze sind.

Die Süddeutsche berichtet:

In anderen Staaten der Welt wurden insgesamt mindestens 527 Todesurteile vollstreckt. In China gelten Todesurteile und Hinrichtungen als „Staatsgeheimnis“. Nur in Ausnahmefällen wird darüber berichtet. Deshalb verzichtete Amnesty in diesem Jahr zum zweiten Mal darauf, konkrete Zahlen oder Schätzungen zu nennen.

Auf Platz zwei der Statistik liegt Iran mit mindestens 252 Exekutionen, gefolgt von Nordkorea (60), dem Jemen (53) und den USA (46). Zwar stellt die Organisation fest, dass die Zahl der Todesurteile rückläufig sei. Sie spricht von einem „eindeutigen Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe“: Im vergangenen Jahr fanden nur noch in 23 von 192 Staaten Hinrichtungen statt. Doch gibt es auch in Europa noch immer ein Land, das Todesurteile vollstreckt: In Weißrussland wurden im März 2010 zwei Männer auf Beschluss des Staates getötet.

Dramatisch bleibe die Situation in China und im Iran: In China dürfte die Zahl der Hinrichtungen bei etwa 5000 liegen, schätzt die Organisation. In den 90er Jahren lagen die Schätzungen noch bei 7000 bis 9000. Weltweit befänden sich laut Amnesty noch mehr als 17.000 Menschen in Todeszellen.

  1. #1 von warum? am 29/03/2011 - 14:39

    Faschisten halt

  2. #2 von Argutus rerum existimator am 29/03/2011 - 15:03

    Mit geschätzten 5.000 Hinrichtungen stellen die reformierten Kommunisten sogar den islamischen Gottesstaat Iran weit in den Schatten

    So formuliert ist dieser Satz mathematisch falsch. Berücksichtigt man nämlich die unterschiedlichen Bevölkerungszahlen Chinas und des Iran, so ergibt sich eine etwa gleich große Hinrichtungs-Rate.

  3. #3 von Abu Sheitan am 29/03/2011 - 15:18

    Gelten die von der „Achse der Gutwilligen“ bombardierten libyschen Panzerfahrer als hingerichtet oder nur als Kollateralschäden, da man ja nur die Panzer bombardieren wollte und unglücklicherweise Menschen drin saßen?

  4. #4 von mike hammer am 29/03/2011 - 15:29

    #3 von Abu Sheitan
    als gefallen.

  5. #5 von Abu Sheitan am 29/03/2011 - 15:30

    In nicht allzuferner Zeit werden in Europa wieder legaleTodesurteile an sogenannten „Aufständischen“ durch Eurogendfor vollstreckt werden. Lex paciferat.

  6. #6 von mike hammer am 29/03/2011 - 15:35

    #5 von Abu Sheitan
    denke das du recht hast und hoffe das du dich irrst.

  7. #7 von Abu Sheitan am 29/03/2011 - 15:46

    #4 von mike hammer
    #3 von Abu Sheitan
    „als gefallen.“

    Dazu müsste es einen Krieg und eine vorausgegangene Kriegserkärung geben.
    Deshalb sind deutsche Soldaten (vor Guttenberg) in Afghanistan nicht gefallen, sondern verunglückt. Anders gesagt: Erst hatten sie kein Glück, dann kam noch Pech dazu.

    Die Nato unterstützt doch in Libyen mit ihren humanitären Einsätzen nur die friedliebende demokratiesehnende Bevölkerung (mit Zustimmung der Al Kaida).
    Dass der Aufstand gegen Gaddafi am gleichen Tag, dem 17. Februar, in Bengasi begann wie vor 5 Jahren der ebenfalls dort begonnene Protest gegen die Mohammedkarikaturen,(10 Tote) ist erstens rein zufällig und hat zweitens mit dem Islam nichts zu tun.

  8. #8 von Argutus rerum existimator am 29/03/2011 - 15:53

    #7 von Abu Sheitan am 29/03/2011 – 15:46

    Dazu müsste es einen Krieg und eine vorausgegangene Kriegserkärung geben.

    Ich begebe mich nur ungern auf rechtliches Eis, aber so viel ich weiß, ist das falsch. Die Notwendigkeit einer Kriegserklärung für den Eintritt des Kriegszustands ist eine ältere und heute nicht mehr gültige Bestimmung des Völkerrechts. Heute kann dieser Zustand ebensogut durch den faktischen Beginn von Kampfhandlungen begründet werden.

    Vielleicht mag sich Plapperstorch dazu äußern, der weiß das sicher noch viel genauer als ich.

  9. #9 von mike hammer am 29/03/2011 - 15:53

    #7 von Abu Sheitan
    wie unsere wortschöpfer das nennen ist mir hertzlich egal.
    im panzer sitzen keine yogagruppen und die kampfjäger
    der nato werden nicht von masseusen geflogen.
    natürlich ist das interessant wie man diese toten tituliert
    aber gefallen wäre ehrlich und klar.

  10. #10 von Abu Sheitan am 29/03/2011 - 15:56

    #6 von mike hammer
    #5 von Abu Sheitan

    „denke das du recht hast und hoffe das du dich irrst.“

    Ich hoffe auch, dass diese düsteren Zukunftsvisionen nicht wahr werden.
    Immerhin stand weder der Russe vor der Tür, noch ist der deutsche Wald gestorben und vom Ozonloch hört man auch nix mehr. Nichtmal Aids hat die Erwartungen erfüllt.

    Wenn erst Deutschland zum atom- und co2-freien grünen Agrarland geworden ist, werden wie im heutigen Rumänien ein paar alte Leutchen hinter ihren Ochsenpflügen das Land im Schweiße ihres Angesichts bestellen und sich abends mithilfe einer alten Autobatterie, die von einem selbstgebastelten Windrad geladen wurde, für eine halbe Stunde das Einheitsfernsehprogramm anschauen.

  11. #11 von ilex am 29/03/2011 - 15:56

    Ausländische Mächte greifen einen souveränen Staat an – ob nun, um eine Rebellengruppe zu unterstützen oder aus sonstigen Gründen. Sie töten Leute der regulären Armme (noch ist Qadhafi ja der reguläre Anführer dort). Also für mich ganz klar Kriegshandlung und die Toten, die für Qadhafi gekämpft haben, sollte man schon als Gefallene betrachten.

  12. #12 von Abu Sheitan am 29/03/2011 - 16:05

    #8 von Argutus rerum existimator

    Es ist außer für versicherungsrechtlich Fragen, die die Zahlungen für Gefallene aber nicht für Verunglückte betreffen, eigentlich völlig wurscht.
    Hitler hat schließlich auch nur der diskriminierten deutschstämmigen Bevölkerung in Polen beistehen wollen. Das ging schon damals ohne Kriegserklärung.

  13. #13 von Abu Sheitan am 29/03/2011 - 16:14

    Ich wollte keine juristischen Haarspaltereien anzetteln, sondern nur andeuten, dass das staatliche Töten auch stattfindet, wenn man es nicht hinrichten nennt.
    Der souveräne Staat Libyen wird ohne Kriegserklärung von ausländischen Mächten überfallen, ohne eine Bedrohung für die Angreifer gewesen zu sein. Erstaunlich.
    Dass höchstwahrscheinlich die von Gaddafi unterdrückten mohammedanischen Organisationen dadurch gefördert werden, ist noch erstaunlicher.
    Wer erinnert sich noch an die Waffenhilfe der USA an die Taliban in Afghanistan?

  14. #14 von mike hammer am 29/03/2011 - 16:15

    #10 von Abu Sheitan
    du hast visionen, da bekomme ich apetit auf was grünes, medium gegrillt
    mit leicht krosser kruste.
    .
    nicht zum essen, nur zum grillen. ich esse sowas nicht!

  15. #15 von necrohazred am 29/03/2011 - 16:47

    @ #2 ARE:

    Wollt’s grad schreiben. Die Chinesen haben mehr Hinrichtungsmaterial, können also auch mehr Hinrichtungen bauen.

    So übel die Chinesen in dieser Hinsicht sind: Wenn man die Vergehen vergleicht, die jeweils in China und im Iran zum Todesurteil führen, dann ist der Iran noch weiter von menschenrechtlichen Bedingungen entfernt.

  16. #16 von Argutus rerum existimator am 29/03/2011 - 17:24

    #15 von necrohazred am 29/03/2011 – 16:47

    ARE

    Bitte keine Akronyme für meinen Nick benützen. Mein Programm selektiert jedes Vorkommen von „Argutus“, aber ARE findet es nicht.

    dann ist der Iran noch weiter von menschenrechtlichen Bedingungen entfernt.

    Das vermute ich auch, obwohl ich es nicht belegen kann. Die Hinrichtung von Homosexuellen oder Ketzern ist natürlich eine extreme Form der Barbarei, aber auch China ist eine Diktatur, so daß mit politisch bedingten Justizmorden gerechnet werden muß.

    Allerdings dürfen wir bei all diesem Unrecht nicht vergessen, daß wohl den Großteil der Betroffenen ein durchaus wohlverdientes Schicksal ereilt hat. Die Hinrichtung eines Raubmörders beispielsweise erfüllt mich nicht mir Abscheu sondern im Gegenteil mit Genugtuung.

  17. #17 von Andreas Moser am 29/03/2011 - 17:37

    Der Iran will 2011 anscheinend einen neuen Weltrekord aufstellen: http://andreasmoser.wordpress.com/2011/01/17/iran-new-record-in-2011/

  18. #18 von Markus13 am 29/03/2011 - 18:14

    #13 von Abu Sheitan

    Afghanistan reloaded, will aber keiner hören. Und der kleine Franzose Sarkozzi
    in vorderster Front, um sein innenpolitisches Versagen zu übertünchen.
    Linksextremisten haben solche Nummern früher als imperialistischen Angriffs-
    krieg bezeichnet, hier würde die Bezeichnung wahrlich passen. 😦

  19. #19 von Rechtspopulist am 29/03/2011 - 20:40

    China hat eine Bevölkerung in Milliardengröße.
    Dabei frage ich mich: Wer wurde warum hingerichtet?
    Ich denke, dass ich in vielen Fällen völliges Verständnis für die vorgehensweise der Chinesen haben würde, wären sie mir bekannt.

    Irgendwo im Internet habe ich mal eine texanische seite gefunden, wo all deren Todeskandidaten mit samt deren Taten aufgelistet sind.

    Ich muss gestehen, dass ich da nicht in Tränen ausgebrochen bin. Da gibt es Fälle, bei denen ich wohl nicht einfach irgendeinen elektrischen Stuhl oder irgendeine Todesspritze hätte anwenden lassen, sondern die römische Kreuzigung.

  20. #20 von Postumus am 30/03/2011 - 14:48

    #8 von Argutus rerum existimator am 29/03/2011 – 15:53

    Das mit der Kriegserklärung ist so eine Sache. Zwar kenne ich mich auch eher mit histor. Krigesrecht aus, jeodch kann man festhalten:

    Der Angirffskrieg ist mit dem Briand-Kellogg-Pakt von 1928 völkerrechtlich geächtet. Die Unterzeichner verzichten damit auf das historische „ius ad bellum“, also auf Krieg als Instrument der Konfliktlösung untereinander. Damit scheidet die Frage nach der Kriegserklärung etc. schon theoretisch aus. Der Angriffskrieg ist größtenteils auch durch das GG verboten und strafbewehrt.
    Nur nach einer Resolution des UNO-Sicherheitsrats gemäß Art. 42 oder Art. 53 der Charta der Vereinten Nationen als Basis des Völkerrechts kann ausnahmsweise eine dt. Beteiligung an militärischen Oprerationen gerechtfertigt sein.

  21. #21 von Argutus rerum existimator am 30/03/2011 - 15:30

    #20 von Postumus am 30/03/2011 – 14:48

    Schon klar, aber die Frage war ja, wodurch ein Krieg als rechtlicher Zustand eintritt, unabhängig davon, ob es völkerrechtlich erlaubt war, diesen Zustand eintreten zu lassen.

    Ich denke (falls das falsch sein sollte bitte ich um Korrektur), daß auch in einem Angriffskrieg die Soldaten Kombattanten sind, die, wenn sie im Kampf getötet werden, als gefallen gelten, und daß es auch möglich ist, Kriegsverbrechen zu begehen, was ohne Krieg logischerweise unmöglich sein müßte.

    PS: Was ist denn mit deinem Gravatar passiert? Ich nehme an, du bist dennoch du, denn nach feindlicher Übernahme deines Nicks sieht das nicht aus.

  22. #22 von Argutus rerum existimator am 30/03/2011 - 15:34

    #20 von Postumus am 30/03/2011 – 14:48

    Ich habe vergessen, das Zitat mitzuschicken:

    Der Angirffskrieg ist … völkerrechtlich geächtet.

  23. #23 von Postumus am 31/03/2011 - 12:29

    #21 von Argutus rerum existimator am 30/03/2011 – 15:30

    Zu: wodurch ein Krieg als rechtlicher Zustand eintritt

    Du hast schon recht, die Frage ist knifflig und man ist geneigt, sie sich aufgrund der Nato-Einsätze der letzten Jahre im Ausland immer öfter zu stellen. Daher versuchte ich, der Problematik mit dem „Definitionenspiel“ (Begriff nach dem amerikanischen „Volksphilosophen“ Robert J. Ringer) näherzukommen. Fassen wir demnach zusammen:
    Nach meinen bisherigen Ausführungen ist es im Verteidigundsfall/Verteidigungskrieg klar: Der Kriegsfall tritt durch den feindlichen Angriff selbst ein. Eine Militäraktion aufgrund einer UN-Resolution ist per heutiger Definition demnach kein Krieg, auch wenn sie sich faktisch so darstellt. Angriffskriege gelten den Unterzeichnerstaaten des Briand-Kellogg-Paktes als politisches Mittel geächtet (wobei ein Verbot aqllein noch niemals garantieren konnte, daß das erbotene nicht doch ausgeführt wird). Demnach bliebe eigentlich nur übrig, daß ein Nichtunterzeichnerstaat (von Bürger“kriegen“ sehe ich jetzt einmal ab) einen anderen angreift und somit Tatsachen schafft. Dabei ist jedoch ebenso klar, daß Angriffskriege als Verteidigungskriege herausgestellt werden und worden sind.
    Präventivschläge, welche ebenso durch den faktischen Einfall in fremdes Gebiet eröffnet werden, sollen jedoch unter gewissen Umständen ebenfalls nicht als Angriffskriege zählen, z.B. der Angriff Israels zu Beginn des Sechs-Tagekrieges.
    Früher galt es als unmoralisch, Kriege ohne Kriegserklärung zu beginnen. Heute scheint das nicht mehr zwingend zu sein.
    Abgesehen davon, daß Kriegsparteien ihre Seite immer als die mit voller Rechtfertigung kämpfende darstellen, erscheint mir das o.a. „Definitionenspiel“ in einem solchen Fall schon äußerst befremdlich (um es vorsichtig auszudrücken), so nach dem Motto: wenn wir zu Felde ziehen, kann es sich gar nicht erst um einen Krieg handeln, weil … (s. gegenwärtige Politik).
    Bezeichnend ist ja auch, daß es früher Kriegsministerien gab, heute heißen sie Verteidigungsministerien!

    Zu #22

    Dank`Dir für die Meldung, ich schon nahm an, daß bei nur mir aus irgendwelchen Gründen wieder etwas nicht angezeigt würde. Woran der Fehler liegt, weiß ich nicht, ich werde `mal nachsehen.

  24. #24 von Argutus rerum existimator am 31/03/2011 - 12:39

    #23 von Postumus am 31/03/2011 – 12:29

    die Frage ist knifflig

    Ja, soviel ich da als Laie mitbekomme zeichnet sich derzeit im Völkerrecht noch kein allgemeiner Konsens ab. Letztlich ist das auch ein Glasperlenspiel, denn historisch und menschlich relevant ist doch primär das Faktische.

    Bezeichnend ist ja auch, daß es früher Kriegsministerien gab, heute heißen sie Verteidigungsministerien!

    Demnächst werden sie vielleicht „Friedensministerien“ heißen so wie bei George Orwell … 🙂