Strafe Gottes oder Rache der Natur

Wohlfeile Sprechblase in BILD-Zeitung

Der von der Pius-Bruderschaft seiner Ämter enthobene Ex-Bischof Williamson sorgt wieder für Aufregung. Nach seiner Ansicht ist die Naturkatastrophe in Japan eine von Gott geschickte Strafe, die die Menschen zur Einsicht ihres Tuns bewegen soll. Die Außenseitermeinung, die natürlich nicht von der katholischen Kirche vertreten wird, wirkt auf den ersten Blick höchst bizarr und altmodisch. Bei näherem Hinsehen ist die Denke aber fast deckungsgleich – ausgerechnet mit der von grünen Umweltfanatikern.

Die WELT berichtet:

Der Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson wertet die Katastrophe in Japan als Strafe und als Warnung Gottes. Das menschliche Leid sei häufig eine Strafe für Sünden, schrieb der 71-Jährige in seiner Internetkolumne und betonte: „Wenn irdisches Leiden bremsend auf die Sünde wirkt und somit helfen kann, Seelen in den Himmel zu führen, dann kann Gott – welcher sicherlich auch Herr über die tektonischen Platten ist – ohne Schwierigkeiten die Leiden einsetzen, um die Sünden zu bestrafen.“

Die Frage, ob das japanische Volk besonders sündhaft war, solle allerdings niemand stellen, mahnte Williamson. Vielmehr gelte es, die eigenen Sünden zu betrachten und Buße zu tun.

Denn das menschliche Leiden könne auch als Warnung dienen. Gerade jetzt müsse der „ganze gottlose Westen“ seinen eigenen Materialismus und Wohlstand infrage stellen: „Durch die in den letzten Jahren stetig steigende Zahl von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen auf der ganzen Welt will Gott sicherlich unser aller Aufmerksamkeit wecken“, betonte der Bischof der Piusbruderschaft.

Vielleicht hoffe Gott auf diese Weise zu erreichen, „dass er nicht jenen ‚Feuerregen‘ auf uns niedergehen lassen muss, vor welchem seine Mutter Maria im Jahre 1973 im japanischen Akita warnte“. Es spreche alles dafür, „dass die Japaner größeren Nutzen aus ihrer Katastrophe ziehen“ als der ferne Westen, schrieb Williamson weiter: „Tatsächlich könnten jene Länder sogar die glücklichen sein, welche jetzt einen Vorgeschmack auf die drohende Strafe erhalten.“

Klingt zunächst unerhört, ist es auch – aber unterscheidet sich das Gesagte wirklich grundsätzlich von der bereits zum Allgemeingut gewordenen Naturesoterik der GRÜNEN? Sieht die grüne Religion die Probleme im Kernkraftwerk nicht ebenfalls als gerechte Strafe für die, die sich ihrer Panikmache nicht gebeugt haben? Und schwätzt nicht irgendeiner der falschen Propheten von der Rache der Natur, wenn es zu solchen Ereignissen, Erdbeben, Stürmen, Überschwemmungen kommt?

An einen Gott als Wolkenschieber oder gar Erdplattenschieber glauben in dieser primitiven Form kaum noch Menschen in Deutschland. Aber sind sie wirklich so schlau und aufgeklärt, wenn sie gleich nach dem Kirchenaustritt Klimaleugnern und Biobetrügern auf den Leim gehen? Die Neigung, das gesamte Universum auf die eigene Person oder wenigstens auf die menschliche Rasse zu beziehen, scheint ungebrochen fort zu bestehen und unendlich schwer zu überwinden.

  1. #1 von Muselknutscher am 22/03/2011 - 16:39

    Und schwätzt nicht irgendeiner der falschen Propheten von der Rache der Natur, wenn es zu solchen Ereignissen, Erdbeben, Stürmen, Überschwemmungen kommt?

    Nö. Oder gibt es dafür etwa Beispiele?

  2. #2 von plapperstorch am 22/03/2011 - 16:46

    #1 von Muselknutscher

    Sie sehen das zu eng. Der Beitrag ist doch nur ein Trojaner, um wieder eine Latte vom Religionszaun brechen zu können :mrgreen:

  3. #3 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 - 16:49

    Naturesotherik

    Naturesoterik (ohne „h“).

  4. #4 von Muselknutscher am 22/03/2011 - 16:50

    #2 von plapperstorch am 22/03/2011 – 16:46

    Der Beitrag ist doch nur ein Trojaner, um wieder eine Latte vom Religionszaun brechen zu können

    Ich hatte auch schon den Verdacht, dass da irgendwer nicht alle Latten am Zaun hat … :mrgreen:

  5. #5 von Saejerlaenner am 22/03/2011 - 17:07

    Und schwätzt nicht irgendeiner der falschen Propheten von der Rache der Natur, wenn es zu solchen Ereignissen, Erdbeben, Stürmen, Überschwemmungen kommt?

    Irgendwelche Spinner tun es immer. Als es bei der letzten Love-Parade zur Massenpanik mit ca. 20 Toten kam, schrieben irgendwelche Islamisten-Heiopeis was von der Strafe Allahs für das viehische Feiern, Tanzen, Saufen und Drogen einschmeißen. Wenige Tage später ist dann halb Pakistan abgesoffen.

  6. #6 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 - 17:08

    eine Strafe für Sünden

    Die Sünde, die hier begangen und bestraft wurde, ist leicht zu erkennen: es ist die Unvernunft der unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen.

    Leider sind die Bestraften nicht identisch mit den Sündern.

  7. #7 von plapperstorch am 22/03/2011 - 17:16

    #6 von Argutus rerum existimator

    Das mit den Sicherheitsvorkehrungen ist so ’ne Sache.

    Immer wenn du denkt es geht nicht mehr
    Kommt eine noch größere Welle daher.

    Die bei Fukushima soll 14 Meter gewesen sei. Ok, man hätte die Notstromversorgung 30 Meter höher aufstellen können, wenn es das Gelände zulässt. Die Notstromversorgung muss ja auch gesichert werden, also in der Nähe des AKW sein.

    Aber um Sicherheit geht es mir gar nicht. Mir macht die Endlagerung Bauchschmerzen.

  8. #8 von Q am 22/03/2011 - 17:17

    Richard Williamson ist mit seiner Meinung nicht ganz alleine.

    We are so-to-say all sitting in ze same boat, and we may not allow zat everybody do-es az he pleases.

    „In Gottes Hand“

    „Ich bin mir sicher, dass wir noch nicht am Ende dieser tragischen und weitreichenden Katastrophe angelangt sind“, sagte Oettinger. Für die Menschen auf der Insel bestehe „sicherlich eine Gefahr für Leib und Leben“. Man müsse befürchten, dass die Entwicklung „in Gottes Hand liegt“.

    Nach dem Bekanntwerden der Oettinger-Einschätzung drehte der Deutsche Aktienindex (DAX) am Mittwochnachmittag mit einer raschen Bewegung ins Minus. Der DAX verlor 2,0 Prozent auf 6514 Punkte, der MDAX gab 0,7 Prozent auf 9566 Zähler ab. Der TecDAX fiel um 1,4 Prozent auf 855 Punkte. Auch in den USA stürzte der Dow-Jones-Index ab.

    An der New Yorker Wall Street gab der Dow-Jones-Index bis 17.40 Uhr (MEZ) 1,4 Prozent auf 11 689 Zähler ab. Der Nasdaq-Composite-Index fiel um 1,1 Prozent auf 2.638 Punkte. […]

    ***

    (Rede evtl. abweichend vom Manuskript. Maßgeblich ist der geschriebene Text.)

  9. #9 von plapperstorch am 22/03/2011 - 17:20

    #8 von Q

    Und was zeigt uns das? Börsenfuzzies sind alles Idioten.

  10. #10 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 - 17:25

    #7 von plapperstorch am 22/03/2011 – 17:16

    Ich kenne eine Lösung der meisten mit Kernkraftwerken verbundenen Probleme. Ihr einziger Nachteil dürfte sein, daß sie in bißchen teurer ist und deshalb die kurzfristigen Profite beschneidet.

    Auf der Suche nach einer Beschreibung im Internet bin ich hier fündig geworden:

    http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/642079/Ein-Ausweg-aus-der-Atomenergiekrise_KavernenKraftwerke

  11. #11 von HIP26727 am 22/03/2011 - 17:29

    @#5 von Saejerlaenner am 22/03/2011 – 17:07

    Als es bei der letzten Love-Parade zur Massenpanik mit ca. 20 Toten kam, schrieben irgendwelche Islamisten-Heiopeis was von der Strafe Allahs für das viehische Feiern, Tanzen, Saufen und Drogen einschmeißen.

    Wie, die Hermann ist konvertiert? Und sogar der Bischof Laun aus Salzburg? :mrgreen:

  12. #12 von HIP26727 am 22/03/2011 - 17:34

    @#6 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 – 17:08

    […]
    Leider sind die Bestraften nicht identisch mit den Sündern.

    Diese Erfahrung dürften die Menschen wohl schon in prähistorischen Zeiten gemacht haben: Sicher mit ein Motiv für die Erfindung eines fiktiven Wesens, dass unbestechlich Buch führt und dann wenigstens im Jenseits absolute Gerechtigkeit walten läßt. 😈

  13. #13 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 - 17:35

    #5 von Saejerlaenner am 22/03/2011 – 17:07

    Strafe Allahs für das viehische Feiern, Tanzen, Saufen und Drogen einschmeißen

    Mir fällt immer wieder auf, das das Adjektiv „viehisch“ zumeist für Dinge verwendet wird, die beim Vieh nie zu beobachten sind.

  14. #14 von plapperstorch am 22/03/2011 - 17:35

    #12 von HIP26727

    Sie meinen den Nikolaus?

  15. #15 von WissenistMacht am 22/03/2011 - 17:41

    #14 plapperstorch:

    Exekutivorgan ist aber Knecht Ruprecht mit der Rute 😉

  16. #16 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 - 17:43

    #12 von HIP26727 am 22/03/2011 – 17:34

    wenigstens im Jenseits absolute Gerechtigkeit

    Diese Vorstellung, so tröstlich sie auch für manche recht einfache Gemüter sein mag, ist völlig unplausibel. Wenn wir uns den Teil der Welt, den wir beobachten können, genau betrachten, dann herrscht hier nicht Gerechtigkeit sondern Ungerechtigkeit. Es liegt also nahe, das auch für den Rest der Welt, den wir nicht beobachten können, anzunehmen.

    Sollte es ein Jenseits geben, dann wird auch dort viel eher Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit zu erwarten sein.

    Bertrand Russell meinte einmal, wenn man eine Kiste Orangen öffnet, und sieht, daß die Orangen der sichtbaren obersten Lage alle verdorben sind, dann wird man als vernünftiger Mensch wohl sagen „wahrscheinlich ist die ganze Kiste zum Wegwerfen“. Unsinnig jedenfalls wäre die Vermutung „die unteren müssen dafür besonders gut sein, damit es sich ausgleicht“. 🙂

  17. #17 von HIP26727 am 22/03/2011 - 17:44

    @#15 von WissenistMacht am 22/03/2011 – 17:41

    #14 plapperstorch:

    Exekutivorgan ist aber Knecht Ruprecht mit der Rute

    Und abzeichnen muss es immer noch der Chefe persönlich!

  18. #18 von HIP26727 am 22/03/2011 - 17:51

    @#16 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 – 17:43

    Diese Vorstellung, so tröstlich sie auch für manche recht einfache Gemüter sein mag, ist völlig unplausibel.
    […]


    Aber diese „Gerechtigkeitssucher“ zeichnen sich ja auch nicht unbedingt durch stringente Logik aus. 😀
    Und wenn das die einzige Inkonsistenz wäre …

  19. #19 von einteilvonjenerkraft am 22/03/2011 - 18:41

    Sieht die grüne Religion die Probleme im Kernkraftwerk nicht ebenfalls als gerechte Strafe für die, die sich ihrer Panikmache nicht gebeugt haben?
    Naja, kann man so nicht sagen, der Zusammenhang ist ja objektiv gegeben: wer kein AKW baut dem kann auch keins um die Ohren fliegen. Und wer eins baut setzt sich einem Restrisiko aus. Ob regelmäßiges Büßen und Beten hingegen das Tsunami-Restrisiko vermindert, wage ich zu bezweifeln.

  20. #20 von Postumus am 22/03/2011 - 18:42

    #12 von HIP26727 am 22/03/2011 – 17:34

    Du kennst doch sicher die Aussage der alten Kelten (auch bei Cicero überliefert): „Wir fürchten nichts, außer daß uns der Himmel auf den Kopf fällt.“ Da hat der Chiemgau-Impakt wohl noch seine Nachwirkungen gehabt. Aber anscheinend führte dies damals nicht zu vermehrten religiösen Wahnvorstellungen unserer Ahnen.

  21. #21 von HIP26727 am 22/03/2011 - 19:19

    @#20 von Postumus am 22/03/2011 – 18:42

    Du kennst doch sicher die Aussage der alten Kelten (auch bei Cicero überliefert): „Wir fürchten nichts, außer daß uns der Himmel auf den Kopf fällt.“

    Hmm, waren das nicht die Normannen, wie überliefert bei René Goscinny. :mrgreen:

    Da hat der Chiemgau-Impakt wohl noch seine Nachwirkungen gehabt. Aber anscheinend führte dies damals nicht zu vermehrten religiösen Wahnvorstellungen unserer Ahnen.

    Selbst wenn man den Chiemgau-Impakt als gegeben annimmt, was nach aktueller Beleglage wohl mehr als zweifelhaft ist: Es ging ja hier um ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits. Für göttliche Bestrafungen im Diesseits haben die Kontaktpersonen der Götter noch immer Gründe gefunden. Schließlich haben die bösen Buben stets etwas angestellt, was den oder die Allmächtigen erzürnte. Ist z.B. das AT nicht voll davon? 😈

  22. #22 von KDL am 22/03/2011 - 19:55

    Was die Erklärung von Naturkatastrophen als eine Strafe „Gottes“ anbetrifft, unterscheiden sich die christlichen Kirchen/Sekten in Nichts vom Islam (so hat voriges Jahr ein Mullah hat behauptet, dass Erdbeben durch weibliche Brüste ausgelöst würden – daraufhin gab es den Boobquake Day). Wahrscheinlich ist dieser Erklärungsversuch aber sogar so alt wie die Menschheit. Auf jeden Fall nutzen Religionen schon immer Naturkatastrophen als Druckmittel, um die Gläubigen bei der Stange zu halten – natürlich neben Heilsversprechen fürs Jenseits. Nach dem guten alten Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche.

    #16 von Argutus rerum existimator

    Den Apfelsinenvergleich kannte ich nicht, der ist aber sehr zutreffend.

  23. #23 von Saejerlaenner am 22/03/2011 - 21:05

    #11 von HIP26727 am 22/03/2011 – 17:29

    Offensichtlich beschränkt sich die Blödheit mal wieder nicht auf den Islam. ❓

  24. #24 von Abu Sheitan am 22/03/2011 - 21:13

    Um unsere Sünden zu sühnen müssen wir ein paar Jungfrauen opfern. Ein paar Hammel genügen angesichts der Schwere unserer Schuld nicht. 😦

  25. #25 von WissenistMacht am 22/03/2011 - 21:30

    Unsere Kommentatoren werden prominent:

    http://www.pi-news.net/2011/03/ein-naiver-weiser-im-exotischen-pakistan/#comments

    # 37 mit Link auf unseren Plapperstorch. Félicitation loquax! 🙂

  26. #26 von Abu Sheitan am 22/03/2011 - 22:05

    #21 von HIP26727

    Chiemgau Impact zweifelhaft?
    Eher mal wieder Landesdenkmalämter gegen als „Hobbyforscher“ verunglimpfte Querdenker mit Forschungsergebnissen, die den Etablierten nicht ins Konzept passen.

  27. #27 von X-Wing am 22/03/2011 - 22:18

    #16 von Argutus rerum existimator am 22/03/2011 – 17:43
    Wenn wir uns den Teil der Welt, den wir beobachten können, genau betrachten, dann herrscht hier nicht Gerechtigkeit sondern Ungerechtigkeit.

    Das Hauptproblem besteht meines Erachtens darin, das man einer Täuschung unterliegt, wenn man annimmt das jeder das gleiche meinen würde, wenn er von Gerechtigkeit redet. Jeder versteht etwas anderes unter Gerechtigkeit. Es gibt zwar in einigen drastischen Fällen einen allgemeinen Konsens. Wenn zum Beispiel jemand einen unschuldigen ermordet der ihm nichts getan hat, werden die allermeisten Menschen hierin eine Ungerechtigkeit erkennen, die gesühnt werden muss. Aber wenn es darum geht die Strafe zu bestimmen, dann fangen die Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten schon an, welche Strafe denn nun gerecht und angemessen ist. Ein weiteres Gebiet der Unklarheit ist bekanntlich der soziale Bereich. Während zahlreiche Linken es als gerecht anstreben das jeder das gleiche bekommt, der faule genau so viel wie der fleissige, sehen es die Konservativen eher so, das jeder nach seinen Leistungen bekommt. Da fangen aber auch schon wieder die Meinungsverschiedenheiten an, denn welche Entlohnung ist gerecht und angemessen? Ist es angemessen wenn ein Formel1 Rennfahrer das 200 fache eines Fabrikarbeiters verdient? Über all diese Dinge gehen die Meinungen weit auseinander. Wessen Meinung ist in solchen Fragen der Maßstab um festzulegen was gerecht ist?

    Meiner Meinung nach wollen fast alle Menschen Gerechtigkeit. Das Problem ist nur, das jeder mit diesem Begriff etwas anderes meint, auch wenn es in einigen Punkten Überschneidungen gibt. Alle Parteien wollen Gerechtigkeit, und ich bin sicher das sie mit dieser Aussage nicht lügen. Sie verstehen nur jeweils etwas anderes darunter.

    Deshalb ist es notwendig, bevor man jemandem zustimmt der für mehr Gerechtigkeit wirbt, sollte man erstmal sicher stellen das derjenige zumindest ungefähr das gleiche unter Gerechtigkeit versteht wie man selber.

  28. #28 von Rechtspopulist am 22/03/2011 - 22:26

    Der nicht ganz so liebe Gott mal wieder…

    Er hätt’s ja besser machen können, hat er aber nicht.

  29. #29 von WissenistMacht am 22/03/2011 - 22:33

    #28 Rechtspopulist:

    Kann er halt nicht – in seiner allmächtigen Ohnmacht!

  30. #30 von HIP26727 am 23/03/2011 - 06:36

    @#26 von Abu Sheitan am 22/03/2011 – 22:05

    Chiemgau Impact zweifelhaft?

    Nein, eigentlich nicht mehr, sondern seit letztem Jahr eindeutig wiederlegt:

    Neue Altersdaten: Kein „Kelten-Komet“ im Chiemgau
    […]
    Um das Alter des 400 Meter breiten, etwa kreisrunden Tüttensee-Kessels zu bestimmen, nahmen die Geologen Proben von den Seeablagerungen am Kesselboden und dem darauf in die Höhe wachsenden Moor. Die Radiocarbon-Methode ergab: Je weiter sie in die Tiefe vorstießen, desto älter wurden die Ablagerungen. In einem halbem Meter Tiefe war das Moor bereits 4.800 Jahre alt, ganz unten 10.000 und die Seeablagerung darunter sogar 12.500. Untersuchungen im benachbarten Chiemsee ergaben das gleiche Bild – wie im Tüttensee ruhige, ungestörte Seeablagerungen seit dem Ende der Eiszeit. Eichhorn: „Die Kelten im Chiemgau erlebten keine kosmische Katastrophe.“

    http://www.lfu.bayern.de/presse/pdf/37_10.pdf

    Wenn sich da also vor 2.500 Jahren ein Meteorit niedergelassen hat, muss er das auf jeden Fall sehr vorsichtig und rücksichtvoll getan haben (vielleicht mit Fallschirm?), um die alten Schichtungen nicht durcheinander zu bringen. :mrgreen:

    Aber auch nach anderen geologischen Befunden war das eigentlich schon seit Jahren klar:

    http://www.lfu.bayern.de/geologie/meteorite/doc/tuettensee.pdf

    Eher mal wieder Landesdenkmalämter gegen als „Hobbyforscher“ verunglimpfte Querdenker mit Forschungsergebnissen, die den Etablierten nicht ins Konzept passen.

    Ja, ja, die auf ewig von den „Etablierten“ verunglimpften „Querdenker“. Und sicher haben die „Etablierten“ da mal wieder an der Halbwertszeit von C14 herumgedreht. Kennt man ja schon vom großen etablierten Schöpfer-Zampano, der lt. Kreationisten-Fraktion auch nur die Querdenker verwirren wollte. 😈
    HsH!

  31. #31 von HIP26727 am 23/03/2011 - 08:13

    @#29 von WissenistMacht am 22/03/2011 – 22:33

    #29 von WissenistMacht am 22/03/2011 – 22:33
    Kann er halt nicht – in seiner allmächtigen Ohnmacht!

    Na ja, wenn man sich die Welt so anschaut, geht er ja auch weniger planmäßig als nach dem Prinzip von „trial and error“ vor, und wenn man dann die ganzen abgestorbenen Äste am phylogenetischen Baum betrachtet, überwiegt wohl der „Error“. Ob unser Zweiglein eher Erfolg oder Mißerfolg ist, muss sich wohl noch erweisen. :mrgreen:
    Nimmt man die Multiversum-Hypothese ernst, macht er das gleiche sogar im universalen Maßstab, und da hat er ja annähernd unendlich viele Versuche (wenn er so lange lebt und ihm nicht langweilig wird). Hoffentlich verliert er nicht den Überblick. 😈

  32. #32 von Abu Sheitan am 23/03/2011 - 08:15

    #30 von HIP26727

    So ein Mist! Die plöden Wissenschaftler mit ihren komischen C14-Strahlen können einem aber auch alles versauen! Ich glaub denen nicht, ich glaub an Asterix und die keltischen Querdenker, an v. Däniken, v. Buttlar und den Kopp-Verlag! Außerdem beleidigen diese sogenannten Wissenschaftler das Bayerntum mit ihren despektierlichen Äußerungen 😈

    (Aber ehrlich gesagt, hatte ich schon beim Schreiben meiner steilen These von den Etablierten und den Querdenkern ein etwas mulmiges Bauchgefühll, ob sie wohl lange Bestand hätte. 😳 )

  33. #33 von HIP26727 am 23/03/2011 - 08:23

    @#32 von Abu Sheitan am 23/03/2011 – 08:15

    […]
    … hatte ich schon beim Schreiben meiner steilen These von den Etablierten und den Querdenkern ein etwas mulmiges Bauchgefühll, …

    Du solltest mehr auf Deinen Bauch hören! :mrgreen:

  34. #34 von Abu Sheitan am 23/03/2011 - 08:24

    #32 von Abu Sheitan

    #30 von HIP26727

    Den ultimativen Beweis für den Chiemgau Impact habe ich völlig vergessen:
    Ich habs im ZDF gesehen! Man hat sogar den Armreif einer Keltin gefunden, die beim Einschlag um’s Leben kam, ein unumstößliches archäologisches Faktum! Ha! 🙂

  35. #35 von HIP26727 am 23/03/2011 - 08:35

    @#34 von Abu Sheitan am 23/03/2011 – 08:24

    Den ultimativen Beweis für den Chiemgau Impact habe ich völlig vergessen:
    Ich habs im ZDF gesehen! Man hat sogar den Armreif einer Keltin gefunden, die beim Einschlag um’s Leben kam, ein unumstößliches archäologisches Faktum! Ha!

    Stimmt, direkt neben dem Kaugummi-Automat, aus dem sie ihn gerade gezogen hatte. Nur die Kaugummi-Kugeln waren leider nicht mehr genießbar. :mrgreen:

  36. #36 von indianerjones am 23/03/2011 - 11:29

    http://www.rosenheimer-nachrichten.de/zet_report_1_8705.html

    Ich bin ja aus dem Chiemgau, nichtsdestotrotz hoffe ich, das nun nicht gesammelt wird und ich mit Ausgrabungswerkzeugen ausgestattet werde, um der Sache vor Ort nachzugehen. :mrgreen:

    Gruß

  37. #37 von HIP26727 am 23/03/2011 - 14:25

    @#36 von indianerjones am 23/03/2011 – 11:29

    … hoffe ich, das nun nicht gesammelt wird und ich mit Ausgrabungswerkzeugen ausgestattet werde, um der Sache vor Ort nachzugehen.

    Zumindest sollte der von Dir verlinkte Artikel von Katrin Detzel vom 21.12.2005 nicht mehr der Anlass dazu sein, dafür wärst Du heute etwas spät dran. 😀
    Aber natürlich haben die professionellen „Querdenker“ mal wieder ganz unprofessionell quergeschossen, zumindest was die kleinen „Krater“ angeht:

    […]
    Für den Archäologen Dr. Walter Irlinger deuten deformierte Metallgegenstände und Keramik aus keltischer Zeit in den Kratern auf Brandbestattungen dieser Epoche hin – nicht auf einen Meteoriten. Die «unkontrollierte» Suche der Hobbyforscher, nennt die Arbeitsgruppe «kontraproduktiv»: durch sie würden nur bislang unentdeckte und aus archäologischer Sicht wertvolle Bodendenkmäler zerstört.

    👿

  38. #38 von Postumus am 23/03/2011 - 15:19

    #21 von HIP26727 am 22/03/2011 – 19:19

    Zu: Für göttliche Bestrafungen im Diesseits haben die Kontaktpersonen der Götter noch immer Gründe gefunden.

    Schon, schon, aber doch nur in den Hirnen wahn-witziger Menschen. 😉
    Es scheint ja so, daß die Kelten, welche ihren Götterhimmel schon perfektioniert hatten, nicht noch zusätzlich eine Geschichte von einer Bestrafung der ach so bösen Bewohner des späteren Bayernlands durch Meteoriteneinschläge und im Gefolge davon dann entsprechende Bußriten zur prophylaktischen Vorbeugung eventueller ähnlicher Vorfälle erfanden.
    Auch die germanische Mythologie erscheint mir weniger kriecherisch und daher viel sympathischer als das, was später aus der Wüste nach Europa kam.

  39. #39 von Postumus am 23/03/2011 - 15:29

    #36 von indianerjones am 23/03/2011 – 11:29

    Keine Sorge, notfalls mache ich es für Dich, dann habe ich einen hervorragenden Anlaß, endlich wieder den schönen Chiemgau zu erleben! 🙂

  40. #40 von HIP26727 am 23/03/2011 - 16:17

    @#38 von Postumus am 23/03/2011 – 15:19

    Schon, schon, aber doch nur in den Hirnen wahn-witziger Menschen.

    Klar, von welcher Art Menschen könnte wohl die Rede sein, wenn es um göttliche Strafgerichte in Verbindung mit Naturkatastrophen geht? 😈
    Und auch in den griechischen / römischen / div. nordischen Mythologien, auch in Naturreligionen, schmeissen die Wolkenjungs ja gerne mal mit Blitzen, Hämmern, Felsbrocken etc. um sich.

    Es scheint ja so, daß die Kelten, welche ihren Götterhimmel schon perfektioniert hatten, …

    Na ja, offensichtlich bis auf die Statik, sonst hätten sie ja keine Angst vor einem Einsturz haben müssen! :mrgreen:

    … nicht noch zusätzlich eine Geschichte von einer Bestrafung der ach so bösen Bewohner des späteren Bayernlands durch Meteoriteneinschläge und im Gefolge davon dann entsprechende Bußriten zur prophylaktischen Vorbeugung eventueller ähnlicher Vorfälle erfanden.
    Auch die germanische Mythologie erscheint mir weniger kriecherisch und daher viel sympathischer als das, was später aus der Wüste nach Europa kam.

    Die Kelten haben uns zwar eine Menge archäologische Zeugnisse hinterlassen, insbesondere auch wunderbare Metallarbeiten, aber dummerweise nichts schriftliches, sodass die Quellenlage über so abstrakte Begriffe wie Religion / Mythologie ziemlich dünne ist, und bei Überlieferungen durch Dritte ( z.B. römische Historiker) habe ich immer so meine Zweifel. Beim Teutates! 😀 (ähnliches gilt ja auch für die Germanen)
    Mythologien / Religionen, die ohne unterwürfige Kriecherei auskommen, brauchen natürlich Götter mit halbwegs menschlichen Zügen, und die gibt es durchweg da, wo sich Götterdynastien arbeitsteilig des Geschickes der Welt annehmen. Da gibt´s dann halt Kompetenzgerangel, Intrigen, Neid, Machtkämpfe, Koalitionen, … so richtig menschlich eben. 😀

  41. #41 von indianerjones am 23/03/2011 - 16:34

    #37 von HIP26727 am 23/03/2011 – 14:25

    @
    Zumindest sollte der von Dir verlinkte Artikel von Katrin Detzel vom 21.12.2005 nicht mehr der Anlass dazu sein, dafür wärst Du heute etwas spät dran.
    Aber natürlich haben die professionellen „Querdenker“ mal wieder ganz unprofessionell quergeschossen, zumindest was die kleinen „Krater“ angeht:

    […]

    Es wurde halt heute 23.03. 2011 nochmal aufgegriffen, wohl aus besonderen Wunsch 😉

    Gruß

  42. #42 von Postumus am 23/03/2011 - 17:21

    #40 von HIP26727 am 23/03/2011 – 16:17

    Tja leider waren die christl. Missionierer da nicht zimperlich und vernichteten das meiste, was uns von den Vorfahren überkommen war – nicht nur zum Leidwesen für Archäologen und Historiker.

  43. #43 von Postumus am 23/03/2011 - 17:31

    #40 von HIP26727 am 23/03/2011 – 16:17

    Es scheint ja so, daß die Kelten, welche ihren Götterhimmel schon perfektioniert hatten, … Na ja, offensichtlich bis auf die Statik, sonst hätten sie ja keine Angst vor einem Einsturz haben müssen!

    Und ich dachte doch glatt, das gehört sich bei denen so – schließlich sind die keltischen/germanischen Götter ja nicht allmächtig bzw. -wissend wie ihre monotheistischen Kollegen. 😛