Der neue Traum von Weltrevolution

Die Massen sind die Guten, die Herrscher die Bösen, und wenn die Massen sich gegen die Herrscher erheben ist das eine Revolution, die soziale Gründe und die Verbesserung der Lebensbedingungen zum Ziel hat. So einfach ist das Weltbild vieler Linker, und so freut man sich nicht nur über islamfaschistische Unruhen in arabischen Staaten, sondern möchte gerne eine Verbindung ziehen zu Griechenland, wo wieder einmal mit gewalttätigen Generalstreiks dagegen protestiert wird, aus dem Traum vom ewigen sozialen Schlaraffenland auf Kosten Anderer geweckt worden zu sein. Und jetzt kommt es noch besser: Die Weltrevolution hat auch die USA, das Reich des bösen Imperialismus ergriffen, wo es in Wisconsin Bürgerproteste gegen das Sparprogramm des neuen republikanischen Gouverneurs gibt.

„Kairo in Wisconsin“ nennt das der linke Heiseblog Telepolis:

Am vergangenen Samstag fand in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin, die größte Demonstration seit dem Ende des Vietnamkriegs statt. An die 80.000 Menschen versammelten sich vor dem Capitol in Madison, um gegen ein rabiates Sparprogramm zu protestieren, das der neu gewählte republikanische Gouverneur Scott Walker ohne jegliche Kompromissbereitschaft durchsetzen will.

Die Proteste gegen dieses Sparpaket dauern bereits seit mehreren Tagen an und sie gewinnen zusehends an Breite und Gewicht. Inzwischen finden auch Demonstrationen in anderen US-Bundesstaaten statt, in denen ähnliche Kürzungsprogramme aufgelegt werden sollen.

Dabei ziehen sowohl die Demonstranten in Madison, wie auch prominente Aktivisten und Medien immer öfter Parallelen zwischen den Protesten in Wisconsin und dem erfolgreichen Aufstand in Ägypten. Protestteilnehmer tragen Plakate mit sich, die Gouverneur Walker mit dem gestürzten ägyptischen Staatschef Mubarak gleichsetzen, oder die alle US-Bürger auffordern, aufrecht „wie die Ägypter zu gehen“.

Paul Ryan, ein Kongressabgeordneter aus Wisconsin, erklärte gegenüber MSNBC, es komme ihm so vor, als ob nun „Kairo sich nach Madison bewegt“ habe. Eine ähnliche Parallele zog auch der Bürgerrechtler Jesse Jackson, der den „ägyptischen Geist“ der Proteste in Madison lobte. Interessanterweise finden auch innerhalb der ägyptischen Befreiungsbewegungen Solidaritätsbekundungen für die Demonstranten in Wisconsin statt. „Egypt supports Wisconsin. One World – One Pain“, heiß es auf Plakaten ägyptischer Demonstranten, die den Worten auch Taten folgen ließen: Ein Pizzabringdienst auf dem Unicampus in Madison hat Pizzabestellungen für die Demonstranten unter anderem auch aus Ägypten erhalten. Mehr als 300 Pizzen haben die Pizzabäcker aus Madison inzwischen an die Protestteilnehmer verteilt.

Beeindruckend – und ähnlich unerwartet wie in Ägypten – ist bei dieser Protestwelle vor allem die Dynamik, mit der sie sich entwickelt. Beim ersten Protesttag, am Montag, dem 14. Februar, nahmen gerade mal 2.000 Demonstranten teil. Am Mittwoch drangen gut 13.000 Protestteilnehmer in das Capitol ein, um dort ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen. Donnerstags fanden sich schon 25.000 bis 30.000 Demonstranten im und vor dem Capitol zusammen.

Getragen werden die Proteste vor allem von den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, die im Rahmen des Kürzungspaketes ihrer Tarifrechte beraubt werden sollen. Doch inzwischen unterstützt eine breite Koalition von Gruppen, Persönlichkeiten und Organisationen die Proteste, die zu einem Brennpunkt werden könnten, der die daniederliegende US-amerikanischen Linke reanimieren könnte. Inzwischen sind sogar die Demokraten in Wisconsin auf Konfrontationskurs zu Gouverneur Walker gegangen, indem sie schlicht der Abstimmung über das Gesetzesvorhaben fernblieben. Die Republikaner, die eine Mehrheit von 19 zu 14 im Senat von Wisconsin halten, brauchen mindestens einen anwesenden Demokraten, um beschlussfähig zu sein.

Inzwischen ordnete Walker sogar Polizeikräfte an, die flüchtigen Senatoren aufzuspüren. Einer der Demokraten, die sich an einem unbekannten Ort aufhalten, erklärte, sie seien bereit, notfalls auch „wochenlang“ unterzutauchen, bis Walker kompromissbereit sei. Zudem hat auch Präsident Obama in den Auseinandersetzungen Position bezogen und das Gesetzvorhaben Walkers als einen „Angriff auf die Gewerkschaften“ bezeichnet.

„Aufrecht wie die Ägypter“ sollen die Amerikaner jetzt also gehen. Hoffentlich wissen sie auch, wohin die Reise geht?

Spürnase: Hans S.

  1. #1 von Tolkewitzer am 26/02/2011 - 12:10

    Was ist das nur für eine Welt?
    Beim Schulden machen, sind sich alle einschließlich der Sozialisten einig.
    Sollen sie zurückgezahlt werden, sind wieder mal nur die bösen Kapitalisten schuld, wenn man mal auf lieb gewordenes verzichten soll.

  2. #2 von legal us-resident am 26/02/2011 - 19:27

    wie immer, sind auch hier die linken wieder auf der strasse, werden von ueberall heran gekarrt (moechte gar nicht wissen, wie viele illegale die liberals in bussen angekarrt haben). die bevoelkerungs selbst jedoch steht (wie umfragen zeigen) hinter dem sparprogramm (nicht zuletzt deswegen haben die reps bei der wahl die liberalen gecrasht – die menschen wollen, dass sich was aendert) haben aber nicht die zeit eine gegendemo durchzufuehren, da sie in der regel arbeiten muessen um das geld fuer diejenigen verdienen, die auf der strasse sind (kennen wir das nicht irgendwo her?). viele lehrer haben ihre schueler mit zur demo „abkommandeiert“ (sehr bedenkliches verhalten). ausserdem sollten die lehrer natuerlich im unterricht sein und nicht auf der strasse. in der regel haben sie sich aber von einem linken arzt eine „krankschreibung“ geben lassen und sind auf der strasse, d.h. sie betruegen die steuerzahler, die ihr gehalt finanzieren. wenn telepolis der meinung ist, dass diese aktionen die us-linke reanimieren koennte, muss ich dem widersprechen: die mehrheit hat fuer dieses verhalten kein verstaendnis, im gegenteil. im november 2010 wurden ganz bewusst die kandidaten gewaehlt, die sparmassnahmen angekuendigt haben, die weniger staat in ihrem programm hatten, etc. – und genau dieser waehlerwille wird jetzt umgesetzt. wenn sich die liberals jetzt mit fragwuerdigen aktionen (untertauchen, etc.) dagegen stemmen, dann wird das negative folgen fuer sie haben. die waehler haben dafuer absolut kein verstaendnis. da aber o’bowma die gewerkschaften braucht wie die luft zum atmen, setzt er alles auf eine karte und alle hebel in bewegung um diese zu unterstuetzen. ein weiterer sargnagel – gut so! es zeigt nur wieder einmal mehr, dass ihm die waehler am arsch vorbei gehen und es ihm nur um seine agenda geht. und je oefter er dies den waehlern zeigt, desto tiefer sinkt sein stern. wer trotz der grossen ohren nicht die stimme der waehler hoert bekommt bei der wahl eine entsprechende quittung. november 2010 war die erste – november 2012 folgt die naechste

  3. #3 von einteilvonjenerkraft am 27/02/2011 - 09:38

    Ein Pizzabringdienst auf dem Unicampus in Madison hat Pizzabestellungen für die Demonstranten unter anderem auch aus Ägypten erhalten. Mehr als 300 Pizzen haben die Pizzabäcker aus Madison inzwischen an die Protestteilnehmer verteilt.
    Wir sollten auch mal demonstrieren. Ich nehme die 4 seasons 😉
    Auf jeden Fall haben die Berliner Demonstraten ein paar Pizzen aus Kairo (oder Bagdad)verdient. Guckst du hier
    http://www.n-tv.de/politik/Guttenberg-fuer-immer-am-Pranger-article2710386.html
    (es geht mir um die Schuhe in den Händen bzw. am Zaun, Bild weiter unten)

  4. #4 von wow am 05/03/2011 - 03:14

    du bist krank

  5. #5 von indianerjones am 05/03/2011 - 04:29

    #4 von wow am 05/03/2011 – 03:14

    du bist krank
    @

    So richtig erkennen, kann man wohl nicht, welche Heilungsvorschläge, du der, von dir auserwählten Person, zuträglich machen willst?

    Dies sage ich aber ohne jegwelche Gründe zu dir, sondern nur in Bezug, der weiteren Begründung deines Urteils?..

    Gruß

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