Schutz für Kopten gefordert

Die deutsche Gesellschaft für bedrohte Völker, die sich bereits im Gegensatz zu unseren Kirchen an Demonstrationen verfolgter Christen beteiligt hat, richtet einen Appell an den ägyptischen Präsidenten Mubarak, sich endlich gegen die Christenverfolgung durch Muslime und für mehr Rechte der religiösen Minderheit in seinem Land zu engagieren.

Der FOCUS berichtet:

Nach dem blutigen Anschlag auf koptische Christen in Alexandria haben deutsche Menschenrechtler vom ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak Konsequenzen gefordert. Mubarak müsse sich stärker für ein Ende der Diskriminierung der Kopten in seinem Land einsetzen, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker am Montag in Göttingen. Der Regierungschef könne so ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Gewalt setzen, unter der die religiöse Minderheit leide.

„Mit leeren Worten der Anteilnahme werden die Kopten sich nicht beruhigen lassen“, sagte der Afrikareferent der Menschenrechtsorganisation, Ulrich Delius. Nach Jahren staatlicher Schikanierung und stillschweigender Duldung von Übergriffen wollten die Christen nun endlich konkrete Taten zur Verbesserung ihrer schwierigen Lage in Ägypten sehen.

Delius zufolge sollten nicht nur der Bau und die Modernisierung von Kirchen erleichtert werden. Auch die Religionszugehörigkeit sollte nicht länger in amtlichen Papieren vermerkt werden. Anti-christliche Kampagnen in Schulen und Medien sollten unterbunden werden. Zudem müssten die Kopten angemessen im Parlament vertreten sein. Bislang sei die christliche Minderheit im Abgeordnetenhaus durch Vertreter repräsentiert, die von der Regierung „handverlesen sind“, sagte Delius. Mubarak habe nach den Wahlen vom Herbst 2010 sieben Kopten als Parlamentarier ausgewählt. Da sie sich nicht engagiert für die Rechte der Minderheit einsetzten, sei ihre Ernennung jedoch von führenden Vertretern der Kopten kritisiert worden.

Ständig aktuelle Meldungen über das Leben koptischer Christen in Ägypten finden Sie beim Blog Kopten ohne Grenzen.

  1. #1 von Quertreiber am 03/01/2011 - 15:43

    Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott ! Deutschland ist nicht für alles zuständig.