Hamas nimmt Afrikaner als Geiseln

Wie die italienische Menschenrechtsorganisation Everyone Ynet zufolge berichtet, hält Hamas 250 Flüchtlinge aus Eritrea seit einem Monat im nördlichen Sinai gefangen  und foltert die Geiseln. Die italienische Menschenrechtsorganisation wandte sich vergangenen Donnerstag mit einem dringenden Appell an die ägyptische Regierung und meldete, dass die Flüchtlinge auf dem Weg ins israelische Asyl von Sklavenhändlern gefangen genommen wurden. Das Einschleusen illegaler Flüchtlinge über die ägyptische Grenze nach Israel ist seit Monaten Thema in den israelischen Nachrichten, aber offenbar erleiden viele Flüchtlinge ein entsetzliches Schicksal.

Die italienische Menschenrechtsgruppe Everyone berichtet, dass die Flüchtlinge unterwegs Hamasvertreter trafen, die ihnen versprachen, sie für 2000 Dollar nach Israel zu schleusen. Aber sie wurden in den Außenbezirken von Rafah, an der Grenze zu Gaza, in Lager gebracht. Ihre Familien in Eritrea wurden aufgefordert, 10.000 Dollar pro Kopf für die Freilassung zu zahlen. Acht Immigranten wurden getötet, vier andere  werden vermisst. Vermutlich wurden sie Opfer von Organ- und Menschenhandel.

Einhundert Flüchtlinge wurden weiter zu einem Lager an einen unbekannten Ort gebracht, der sich wahrscheinlich in den palästinensischen Gebieten befindet. Die Gefangenen werden geschlagen, Frauen und Kinder vergewaltigt. “Die Gefangenen bekommen wenig zu essen und müssen ihren eigenen Urin trinken”, heißt es im Bericht von Everyone.

Roberto Malini, der Leiter der Menschenrechtsorganisation Everyone, erklärt, wie es seiner Gruppe gelingt, mit den Eritreern in Kontakt zu bleiben. Einige dieser Eritreer erreichten vor ein paar Monaten Italien, von dort wurden sie zurück nach Libyen geschickt, wo sie drei Monate festgehalten wurden. Während ihres Aufenthaltes in Italien erhielten sie Handys, um die Menschenrechtsgruppe über ihre Reise auf dem Laufenden zu halten. Jetzt in der Gefangenschaft durften sie Handys verwenden, um Geldforderungen an ihre Familien zu übermitteln. So konnten sie berichten, wie sie gefangen gehalten werden und ihren Aufenthaltsort beschreiben, ein Haus in der Nähe eines Regierungsgebäudes, in einem Garten.

Andere, die Israel erreicht haben, berichten, dass nach der Zahlung des Lösegeldes die Gefangen von den Entführern an bestimmte Stellen entlang der Grenze gebracht werden. Diejenigen, die das Lösegeld nicht zahlen können, erwarte ein schlimmes Ende. Vertreter von  Everyone erklären, dass trotz mehrerer Appelle an die ägyptische Regierung, diese nicht eingeschritten sei, weil Terrorgruppen diese Verbrechen begehen.

Everyone stellt fest: “Die ägyptischen Behörden haben noch immer keine Untersuchungen an den ihnen bekannten Orten durchgeführt. Hinter den Verbrechen, die den Terrorismus finanzieren und riesige Gewinne für gewissenlose Verbrecher abwerfen, steht eine mächtige kriminelle Organisation, die in der Lage ist, Regierungen herauszufordern: die Muslimbruderschaft, der Hamas, wie auch al-Qaida, angehören.”