Esten schützen Bundeswehrfregatte

Bundeswehrfregatte Hamburg

Am Horn von Afrika ist es gefährlich. Immer wieder werden Schiffe und Mannschaften entführt und gegen hohe Lösegelder eingetauscht. Deutsche Schiffe sind eine besonders gern gesehene Beute, denn der Michel zahlt und denkt nicht im Traum daran, sich zu wehren. Reeder fordern jetzt die Möglichkeit, sich mit bewaffneten Kräften an Bord zu schützen. „Gibts doch schon,“ antwortet die Bundesregierung. Denn schließlich ist so eine Fregatte auch ein tolles Beutestück für die armen somalischen Fischer, denen wir die Fischstäbchen weggefuttert haben und die darum sauer auf uns sind. Und damit unsere Soldaten am Horn von Afrika für Sicherheit sorgen können, werden sie selber auch beschützt. Von Fachkräften aus Estland.

Die Aachener Zeitung berichtet heute in ihrer Druckausgabe auf Seite 2:

Bundesregierung und Reeder wollen über einen besseren Schutz für Seeleute vor Piratenattacken sprechen. Für den 24. Januar sei ein Treffen in Berlin geplant, sagte gestern ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) forderte den Einsatz von „bewaffneten hoheitlichen Kräften“ auf deutschen Handelsschiffen. Wiederholt waren Schiffe vor der Küste Somalias gekapert worden.

Nach Angaben des EU-Antipiratenprogramms sind derzeit 25 Schiffe mit 587 Geiseln in der Hand somalischer Piraten. Erst am Montag war der deutsche Frachter „EMS River“ gekapert worden. Dessen Besatzung – sieben Seeleute von den Philippinen und ein Russe – gehe es nach seinen Informationen gut, sagte ein Sprecher der Reederei Grona Shipping aus Papenburg. Nähere Angaben wollte er aus Sicherheitsgründen nicht machen.

Der Ministeriumssprecher sagte, im Rahmen der EU-Einsatzgruppe Atalanta könnten bereits bewaffnete Kräfte als Begleitschutz auf Schiffen eingesetzt werden. So befindet sich an Bord der Bundeswehr-Fregatte „Hamburg“ ein elfköpfiges Schutzteam aus Estland. Auf Weisung des EU-Befehlshabers kann das Team auch auf zivilen Schiffen im Atalanta-Gebiet eingesetzt werden.

Auch wenn das jetzt eine irgendwie seltsame Geschichte ist: Unseren Soldaten am Horn von Afrika und in vielen anderen Krisenregionen der Welt einen guten Rutsch und gesunde Heimkehr!

  1. #1 von Seefahrer am 02/01/2011 - 16:49

    Ich fürchte, Piraten werden nicht weit kommen beim Versuch, eine Fregatte zu kapern.

    Das auf der Fregatte Hamburg befindliche 10- köpfige Vessel Protection Detachment ( VPD ), eine 10- köpfige Truppe spezialisierter Einsatzkräfte ( in diesem Fall aus Estland ) ist nicht zum eigenen Schutz an Bord. Sie werden ggfls. umgesetzt auf z.B. Schiffe des World Food Programs ( WFP ) der UN oder nehmen teil an Boarding- Vorgängen.

    Dass auch Esten hier teilnehmen geht auf ein Angebot der estnischen Regierung zur Unterstützung der EU NAVFOR- Mission zurück. Da Estland über keine entsprechenden Fregatten verfügt, nehmen sie in Form von Personalgestellung teil.

    Last not least: Die Fischstäbchenbrut vor der somalischen Küste hat sich bestens regeneriert und dürfte bald zu Sonderangeboten auch in unseren Kühlregalen führen.

  1. Eine Seefahrt die ist lustig « quotenqueen