Von Idioten abgrenzen

Kluge Köpfe? Rene Stadtkewitz und Dee Ex

Kaum ist das Parteiprogramm der neuen Hoffnungspartei  „Die Freiheit“ veröffentlicht, sehen manche Mitglieder bereits die Gefahr einer Trennung. Es gelte jetzt, sich von „Idioten“ abzugrenzen, die sich durch das Grundsatzpapier, das unter Beteiligung der NPD-nahen Rapperin Dee Ex entstand, angezogen fühlen. Was für eine Überraschung! Was aber wie rechtsradikale Gesinnung bei den Gründervätern aussieht, so erklärt es jetzt ein Liberaler im Parteiforum, sei nur mangelnde Sensibilität für die deutsche Sprache. Kurzum: Nach ein paar Wochen benötigt man bereits ein neues Grundsatzprogramm, und diesmal sollen kluge Köpfe ans Werk – ein Redaktionsteam mit Experten und begabten Textern. Denn schließlich winkt der Einzug in die Parlamente.

Im Forum der Freiheit veröffentlicht Aaron König seine Vorstellungen zur Neuorientierung:

„Jene Menschen, die sozial- und kulturpolitisch sehr liberal ausgerichtet sind und deren Motivationsgrundlage zum Beitritt zur FREIHEIT ist, diese westlichen Freiheiten und Errungenschaften verteidigen zu wollen. In ökonomischen Fragen finden sich hier hauptsächlich ordo-liberale Vorstellungen. Sie bekennen sich hauptsächlich zu den Werten des Humanismus und der Aufklärung und verorten das individuelle Recht auf Glaubensfreiheit im Privatbereich.

Andererseits gibt es die Vorstellung, dass es einer neuer Partei „rechts der CDU“ bedarf, welche in sozialpolitischen Fragestellungen nicht nur konservativ aufgestellt ist, sondern eine Programmatik verfolgt, welche mit der politischen Agenda nationalkonservativer Kreise der 1950er/1960er Jahre zu vergleichen ist.

Dies betrifft insbesondere die Frage der Abtreibung, des Nationalstolzes, der Gleichberechtigung Homosexueller, die grundlegende Ablehnung multi-kultureller Ideen und die Stellung zur „christlichen Kultur“ des Abendlandes, welche es zu wahren gelte.“

Dazu kann ich sagen, dass nur der von Sebastian beschriebene erste Typus Mensch bei der FREIHEIT, so wie sie ihre Gründer konzipiert haben, hineinpasst. Dies ist bei mir und der Düsseldorfer Gruppe der Fall, auch bei Rene Stadtkewitz, Felix Strüning und den meisten anderen aus der Berliner Gruppe, die ich kennengelernt habe.

Ich denke nicht, dass sich der zweite Typus Mensch, dem eine ultrakonservativ-klerikal-völkische Partei vorschwebt, bei der FREIHEIT durchsetzen wird. Mag sein, dass sich der eine oder andere von ungeschickte Formulierungen im Grundsatzprogramm angezogen gefühlt hat, weswegen ich es auch so heftig kritisiert habe. Ich glaube aber nicht, dass dies die Absicht der Autoren war, das ist in allen Diskussionen zuvor immer wieder zum Ausdruck gebracht worden, gerade auch von Rene Stadtkewitz.

Gegen einen selbstverständlichen Patriotismus und eine Würdigung der deutschen Geschichte, die aus mehr als zwölf Jahren „tausendjährigem Reich“ besteht, und auch gegen ein aufgeklärtes Christentum ist ja nichts einzuwenden, aber man muss eben sehr genau darauf achten, wie man Dinge formuliert, um nicht für die falschen Leute attraktiv zu sein. Die Sensibilität für die deutsche Sprache fehlt leider manchmal bei einigen Leuten im Kernteam, daraus würde ich aber nicht auf eine rechtsradikale Gesinnung schliessen. Man sollte einfach ein Redaktionsteam mit Experten und begabten Textern besetzen, dann kann so etwas nicht mehr passieren.

Was da irgendwelche Deppen im so genannten „Intranet“ schreiben, würde ich auch nicht überbewerten. Umso glücklicher bin ich, dass in diesem Forum ein generell hohes Niveau herrscht, sich viele kluge Leute zusammenfinden und gut und sachlich argumentiert wird. Gregors und Sebastians Antwort auf inakzeptable Antiamerikanismen im Thread „Putin plädiert für Freihandelszone mit der EU“ waren für mich eine Sternstunde der bisherigen Forumsaktivität!

Das erfüllt mich mit Hoffnung, dass die Selbstreinigungskräfte hier funktionieren, und wir die FREIHEIT frei von Rechtsradikalen, Nationalkonservativen und sonstigen Dummköpfen halten können. Bitte haltet alle in dieser sicher nicht einfachen Anfangsphase durch! Deutschland braucht eine islamkritische, direktdemokratische, liberale Partei, die sich klar von Idioten wie Pro, Rep, NPD, DVU etc. abgrenzt und für viele Menschen wählbar ist, auch für ehemalige SPD- und Grünen-Wähler. Wenn wir es richtig machen, können wir bald in die Parlamente und Regierungen einziehen und in diesem Land wirklich etwas zum Besseren verändern – das ist eine Chance, die wir uns von niemandem kaputtmachen lassen werden!

Natürlich müssen über ein echtes Grundsatzprogramm ALLE Mitglieder in ganz Deutschland auf einem Parteitag abstimmen, nicht nur ein paar Berliner. Daher ist es wichtig, dass die richtigen Leute in die Partei eintreten, Mitglieder werden und das volle Stimmrecht bekommen. Das System der zwei Mitgliedsstufen wurde ja gerade eingeführt, um den nicht erwünschten Mitgliedstypus loszuwerden.

Nutzt also bitte diese Community um euch zu vernetzen, ladet andere kluge Leute ein und sorgt weiterhin dafür, dass Leute, die besser zu den genannten Parteien passen, wieder das Weite suchen.

Es scheint, dass der Weihnachtswunsch nach klugen Köpfen für die Freiheit bisher unerfüllt blieb.

  1. #1 von Martin Schrödl am 28/12/2010 - 15:50

    Die Angst des Establishments vor dieser neuen politischen Kraft, die ja erst im Herbst gegründet wurde, ist bemerkenswert. Sie ist ja bisher noch nicht in EIN Parlament eingezogen! Noch schweigen unsere Medien sie zumeist tot oder verunglimpfen sie.

    Wollen doch mal sehen, wie lange das funktioniert…

  2. #2 von derreviewer am 28/12/2010 - 15:53

    Guter Beitrag zu einem schwierigen Thema!

    Weiter so!

    http://derreviewer.wordpress.com

  3. #3 von Markus am 28/12/2010 - 18:11

    Haltet die Hütte sauber und zerfleischt und zerreibt euch nicht wegen Belanglosigkeiten, denn genau das will man provozieren. Es steht sehr viel auf dem Spiel.

  4. #4 von Vati 5672 am 29/12/2010 - 01:40

    Hallo,

    solche Wörter meint ihr doch nicht ernst oder was?
    Zitat:
    ultrakonservativ-klerikal-völkische Partei –Ende

    Wir haben bekanntlich das Jahr 2010 und sollten uns (uns im Sinne von alle die an einer guten Zukunft für Deutschland arbeiten möchten) zwar gute Werte bewahrend, aber nach vorne orientieren! „Völkisch“ gibt allein schon die Geburtenzahl nicht her selbst wenn die Hälfte so denken würde. Überhaupt dieser braun angehauchte rückwärtsgewandte Mist damit lockt ihr höchstens Nazis an. Geschichte ist schön, soll man nicht vergessen, aber vor allem daraus lernen.
    Man braucht ein konsensfähiges weit in der Bevölkerung bejahtes Programm. Was nimmt man, was ist gerecht?
    Ich verkürze auf Schlagworte entsprechend der Uhrzeit.

    1. Mindestlohn (70%) der Bevölkerung
    2. Vernünftige Zu.- u. Einwanderungspolitik (ca. 50-60%)
    Zu orientieren ist sich an den erfolgreichen Staaten. Die gibt es, die sind demokratisch, ihre Einwanderer wesentlich erfolgreicher als die die nach Deutschland kommen. Ich nenne Kanada und in den letzten Jahren Dänemark. Dort braucht man nur abzuschreiben oder mit der Kjersgard Partei Kontakt aufnehmen. Die geben uns (im Sinne von oben) gerne Nachhilfe.
    3. Eine klare Steuerpolitik. Es kann nicht angehen das Einkommensmillionäre weniger Steuern zahlen als eine Aldi Kassiererin!
    4. Raus aus Afghanistan. Ca. 70%.
    5. Kürzung der Subventionen bis mindestens 50% herunter.
    6. Mehr Krippen, Kindergärten und Vorschulen, insgesamt (auch durch Betriebskindergärten (Steuervorteile?) mehr Kinder. Auch da gibt es Beispiele in anderen Ländern. Muss man nur abgucken. Wir brauchen das Rad nicht neu zu erfinden!
    7. Abschiebung Ausschaffung ausländischer Verbrecher nach Schweizer Modell. Das kann nun wirklich kein Mensch mehr vestehen das ein türkischer Mörder in Deutschland bleiben darf. Keine Staatsbürgerschaft für Jugendliche die vorbestraft sind und Leute ohne Schulabschluß brauchen wir auch nicht.
    8. Nur noch geringe Duldungen von Flüchtlingen. Asylverfahren werden verkürzt, auf max. 2 Jahr begrenzt.
    9. Ein kleines irres Lieblingsprojekt: „Gutmenschen“dürfen freiwillig in beliebiger Höhe (bis Hartz Iv herunter mehr an Steuern zahlen. Das wird dann speziell für ihre „Projekte“ eingesetzt.
    10. Die Staatsverschuldung ist abzutragen. Der erste Weg wäre wie oben eine Subventionskürzung, andere Wege vermtl. Bundeswehr und Soziales müsste man umschichtend durchforsten.
    11. Keine indirekte Banksubventionen mehr (huuuii wie sozialistig) wer Geld verleiht ist selbst für die Risikohaftung verantwortlich. Das wird jedem einleuchten der haften soll aber nicht an den Gewinnen beteiligt ist.
    12. Abschaffung der GEZ und eines Teils der Öffentlich rechtlichen Rundfunks / Fensehens. Der Staatsvertrag sieht eine GRUNDVERSORGUNG vor. Die dürfte mit mindestens 18 Sendern bei weitem überschritten sein. Sieben Milliarden für parteienkontrolliertes Fernsehen sind zu viel. (Uhhh mächtige Feinde.
    13. Absolut keine Leistungen mehr für Eltern türkischer Arbeitnehmer in Deutschland die in der Türkei leben.
    Traurig übrigens das bei dieser Petition erst 8000 Stimmen zusammen gekommen sind.

    14. Körperverletzungen insbesondere schwerer Art müssen einer höheren Mindeststrafe unterliegen und beim zweiten mal zur Ausweisung führen. Auch die Maximalstrafen sind zu erhöhen.

    15. Deutschland Projekte. Mittelfristig ist die Zusammenlegung auf 7-3 Bundesländer zu planen. 3=Nord, Süd Ost (bitte schöne Namen ausdenken/übernehmen.

    16. Die Landwahltage sind auf ein Datum zu legen um die Blockade der Politik (keiner traut sich mehr was) zu minimieren.

    17. Schule sollte bundesweit organisiert werden, außerdem sollte man sich an Finnland orientieren. Das kostet Geld gebe ich gerne aus weil es eine Investistion in die Zukunft ist.
    Besser jedenfalls als Hartz IV für Türken oder dem 130.ten über 100 Millionen € teurem Kampfjet.

    So, das war jetzt schnell mal zusammengeschrieben (deswg. keine richtige Reihenfolge) was ich FORDERE! 🙂
    Bestimmt gibt es einiges was ich vergessen habe oder zu sehr in die Feinheiten geht.
    Sollte sich eure Partei ähnlich entwickeln bin ich dabei. Ich habe schon mal für Herrn Stadtkewitz gestimmt (Petition). Ich möchte aber keine reine konservative Partei. ICH WILL eine Partei die Deutschlands Interessen vertritt. Das schließt auch untere Lohngruppen und Hartz IV ein. Es kann nicht sein das wir für Bankenspekulation sofort über Nacht Milliarden bereitstellen aber keinen Mindestlohn haben. Mach ich nicht mit.

    Gruß

    Vati 5672

  5. #5 von Quertreiber am 29/12/2010 - 05:02

    Meine Hoffnung schwindet das aus der Partei DieFreiheit noch was vernüftiges wird. Das sogenannte „Intranet“ ist für jeden offen und die Totengräber und Saboteure sind schon an Bord. So wird das nichts.

  6. #6 von Quertreiber am 29/12/2010 - 05:03

    Übrigens, ich kenne mich mit Rap ganz gut aus. Von DEE EX hab ich noch nie vorher gehört. Musikalisch jedenfalls total unerheblich die Frau.

  7. #7 von Klaus Lelek am 29/12/2010 - 11:42

    Hallo Vati 5672,

    bei dieser Partei, die Sie oben fiktiv beschrieben haben, mache ich sofort mit.

    An Quertreiber:
    Häuser fallen nur dann gleich in sich zusammen wenn ihre Fundamente von Anfang an schlecht gelegt sind. Wenn das Fundament auf Sand gebaut ist.
    Eine Truppe, die aus kranken Soldaten, Hedonisten, Strebern, Egomanen besteht, kann keinen Krieg gewinnen, nicht einmal ein Scharmützel. Lest eure Sunzi und Klausewitz (den hat auch Che verschlungen) und dann sprechen wir uns wieder. Ich hoffe unter einem anderen Dach.

  8. #8 von udo lattek am 29/12/2010 - 12:50

    genau , diese freiheits-sekte mit den gurus stasiwitz und bomber-aaron könig war von anfang an eine totgeburt. wer patriotische islamkritik will, für den gibts schon die pro-bewegung. und wer eine ultra-liberale partei will, der soll in die fdp eintreten unddort den guido zurecht auf den „liberaen pfad“ führen. und wer islamkritik machen will, ohne sich in der öffentlichkeit diefinger verbrennen zu wollen (uiui, ja nicht in die rechte ecke kommen), der kann auch weiterhin in so unpolitischen vereinen wie pax europa etc. im hinterzimmer agieren.

  9. #9 von topiornottopi am 29/12/2010 - 19:15

    Vielleicht könnt ihr den Eingangstext abändern?

    Das ist kein Forumseintrag dieses Mitglieds gewesen, sondern eine Rundmail von Aaron König, der lediglich ein anderes Mitglied zitiert.

    Es ist also Aaron Königs höchstpersönliche Meinung! Sehr aufschlussreich!

  10. #10 von Lodmund am 04/03/2011 - 20:13

    Hühnerkacke. Sich von Menschen zu „distanzieren“, die man kraft seiner Wassersuppe mal eben zu „Idioten“ erklärt. Aber „sich öffnen“, von hinten wahrscheinlich, für SPCDUSED-Fünferbandengesocks, welches in der etablierten Szene bestenfalls als niederster Unterbonze auf Karriere hoffen durtef, aber in der „Feigheit“ hofft, den dicken Harry zu machen, pfui Stadtkewitz.

  1. Talmud