Besuch bei gefangenen Journalisten durchgesetzt

Wie sehr müssen die Mohammedaner fürchten, dass die Wahrheit über den Zustand der Menschenrechte in ihren Ländern verbreitet wird! Wie anders wären die Schikanen gegen zwei deutsche Journalisten zu erklären, die seit sechs Wochen im Iran festgehalten werden, weil sie mit dem Anwalt einer zum Tode durch Steinigung verurteilten Ehebrecherin sprechen wollten.

Die Botschaft ist klar: Wehe dem, der über die Menschenrechtsverletzungen des islamischen Regimes berichtet, der öffentlich macht, was es bedeutet, wenn der Koran Staatsverfassung eines von Moslems regierten Landes wird! Nach offenbar heftigen diplomatischen Auseinandersetzungen hinter den Kulissen, wobei sogar der iranische Botschafter ins deutsche Außenministerium einbestellt wurde, durften die deutschen Geiseln erstmals für einige Stunden Besuch von Verwandten empfangen, bespitzelt und bedrängt von iranischen Kameras. Die FAZ berichtet:

Der Reporter war von einer Schwester und der inhaftierte Fotograf von seiner Mutter besucht worden. Die iranischen Behörden wiesen Spekulationen zurück, nun stehe auch eine baldige Freilassung der Deutschen an.

Das Treffen fand in einem Hotel in Täbris statt. Neben Mitarbeitern der deutschen Botschaft waren auch iranische Sicherheitsbeamte dabei gewesen. Sie hätte sich aber im Hintergrund gehalten. Die Deutschen hätten auch gemeinsam gegessen. Es werde erwartet, dass die Angehörigen nach dem Besuch bald nach Deutschland zurückkehrten. Der iranische Fernsehsender Al-Alam zeigte Bilder von der Zusammenkunft. Die Reporter sahen erschöpft aus und wollten anscheinend nicht gefilmt werden. Iranische Offizielle unterhielten sich per Übersetzer mit dem deutschen Botschafter in Iran, Bernd Erbel, und anderen Botschaftsangehörigen.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, Außenminister Guido Westerwelle (FDP) habe seinen iranischen Amtskollegen Ali Akbar Salehi für dessen Unterstützung gedankt. „Die Bundesregierung dringt weiter auf die baldige Rückkehr unserer beiden Landsleute nach Deutschland“, zitierte eine Sprecherin den Außenminister weiter.

Dem Treffen am Dienstag war ein tagelanges diplomatisches Tauziehen vorangegangen. Westerwelle hatte Iran aufgefordert, ein Treffen „noch während der Weihnachtstage“ zu ermöglichen. Schon für den ersten Weihnachtstag war von iranischer Seite eine Begegnung angekündigt, dann aber abgesagt worden. Unmittelbar vor der Begegnung der Inhaftierten mit ihren Angehörigen am Dienstag hatte Westerwelle mehrfach mit seinem iranischen Kollegen gesprochen. Daraufhin sei es zu einem Treffen der Angehörigen mit Salehi gekommen. Dabei habe dieser eine rasche Begegnung mit den Inhaftierten zugesagt habe, hieß es im Auswärtigen Amt. Am Montag hatte das Auswärtige Amt auch den iranischen Botschafter in Berlin einbestellt. Dabei habe Staatssekretär Wolf-Ruthart Born „sehr deutlichen Unmut“ geäußert, hieß es.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, wies in Teheran Spekulationen zurück, es stehe nun eine baldige Freilassung der Deutschen an. Der Fall sei in den Händen der Justiz, die auch bestimmen werde, ob die beiden Reporter schuldig oder unschuldig seien. Das Treffen sei lediglich aus humanitären Gründen ermöglicht worden. Mehmanparast betonte, Salehi habe auf Wunsch Westerwelles und nach mehreren Kontakten mit der Justizbehörde das Treffen ermöglicht.

Die beiden mit einem Touristenvisum eingereisten Mitarbeiter der „Bild am Sonntag“ sind seit dem 10. Oktober im Iran inhaftiert. Sie waren bei dem Versuch verhaftet worden, in Täbris den Sohn und den Anwalt der wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani zu interviewen. Nach iranischer Darstellung verstießen sie damit gegen ein Gesetz, weil sie mit einem Touristenvisum eingereist waren.

Ein großes Lob an den vielgescholtenen Außenminister Westerwelle, der sich in dieser Angelegenheit tatsächlich stark zu engagieren scheint. Dass man bei den Irren von Teheran mit dem Schlimmsten rechnen muss, zeigt die Hinrichtung eines Iraners, dem der Folterstaat Spionage für Israel vorgeworfen hat.

  1. #1 von Quertreiber am 29/12/2010 - 04:54

    Wie blöd muss man sein freiwillg in den Iran zu reisen ?