Stürzenbergers Welt

Islamkritik ist wichtig. Allerdings ist sie nur hilfreich, wenn sie seriös ist. Das ist das Problem mit PI-News, seit der Aussperrung des langjährigen Erfolgsteams. Michael Stürzenberger, ehemaliger Pressesprecher der Münchener CSU-Ortsgruppe versucht sich dort nun als „Journalist“ und schadet mit resentimentbeladenen Beiträgen „der Sache“ mehr als er nützt. Heute präsentiert er in einem gut gemeinten Artikel zur Mädchenbeschneidung den Lesern eine Weltkarte, die nach seinen Worten „eindrucksvoll demonstriert“, dass die Beschneidung junger Mädchen vor allem in islamischen Ländern auftrete. Die Sache hat zwei Haken:

Erstens handelt es sich nicht um eine Weltkarte, sondern um eine des Kontinents Afrika, was Stürzenberger daran hätte merken können, dass München nicht darauf verzeichnet ist. Zweitens zeigt die Karte, dass zumindest in diesem Teil der Welt, die widerliche Praxis gerade nicht mit dem Islam korreliert.

Was die Afrikakarte tatsächlich zeigt, ist, dass in den großen  moslemischen Maghrebstaaten wie Algerien, Libyen, Marokko, Tunesien, ja selbst in weiten Teilen vom Mali und Mauretanien sowie auf der stark islamisch geprägten Insel Sansibar, Mädchenbeschneidung nicht praktiziert wird, wohl aber in Ägypten, Sudan oder Somalia. Überraschenderweise aber auch in chritlichen oder von Naturreligionen beherrschten Gegenden wie Äthiopien und westafrikanischen Staaten wie Liberia (christlich wie Bayern), Ghana oder Togo, in denen der Islam keine Rolle spielt, ebenfalls im nichtislamischen Süden des Sudan oder dem christlichen Süden Nigerias – dort sogar verbreiteter als im islamischen Norden. Tatsächlich weist das Bild, mit Ausnahme von Ägypten, für Afrika auf eine typisch geographische und von der jeweiligen Religion unabhängige Verbreitung der Plage hin.

Das macht weder die Mädchenbeschneidung besser, noch den Islam, an dem es in Sachen Menschenrechtsverletzungen beileibe genug zu kritisieren gibt. Wenn aber der größte deutschsprachige Blog mit islamkritischem Anspruch jetzt immer öfter mit falschen Behauptungen auf billige Stimmungsmache statt sachliche Aufklärung setzt, liefert er denen Munition, die alle Kritik am Islam und der Islamisierung Europas in ein unseriöses Licht setzen wollen.

  1. #1 von Klaus Lelek am 27/12/2010 - 17:27

    Zu dieser CSU-Ortsgruppe zählt auch Eckhard Kiwitt. Die beiden tauchen auch immer im Doppelpack auf. Sie sind immer noch die „grauen Eminenzen“ von BPE Pax Europa, die in Personalunion mit Pi identisch ist. Meine damaligen Warnungen an Willi Schwend mit diesen “ CSU-Platzhaltern“ den Verband eine einseitige rechtgerichtete Ausrichtung zu geben verhallten ungehört. Die größte Infamheit auf einer denkwürdigen Mitgliederversammlung in den heiligen Hallen von Schwends Glasmenagerie im Jahre 2004/5 war, daß ein rechtzeitig eingebrachter Redebeitrag von mir, kurzfristig auf der Druck der CSU-Gruppe von der Tagesordnung genommen wurde. Der „Neger Lelek“ durfte dafür das Protokoll der Mitgliederversammlung verfassen und noch einen Presseartikel schreiben, der sogar abgedruckt wurde.
    Welch Geistes Kind diese Leute aus der CSU-Ortsgruppe sind, demonstrierte sehr eindrucksvoll eine Geschäftsfrau aus München, die sich dafür aussprach, den Mitgliederbeitrag so hoch anzusetzen, daß nicht Kreti und Pleti, Mitglied werden kann.
    Daß Faß zum Überlaufen brachte sie mit der Äußerung, daß man eine Iranische Dessidentin ruhig abschieben könne. Das Boot wäre voll. Daß ich dort als undognmatischer Linker keine politische Zukunft haben konnte, war mir klar. Ich habe dann noch ein wenig weiter gemacht. Der Sache wegen.
    Viele Aktionen für den BDB geplant, und vor allem durchgeführt. Alles Perlen vor die Säue. Nach meinem Weggang vom BDB haben Eckhard Kiwitt und Konsorten alle meine Texte von der Webseite getilgt. Bis auf einen. Das Mahommet- Voltair -Projekt, in einer Stückzahl von 500 Exemplaren auf der Buchmesse Leipzig verteilt. Aber auch diese Sache haben mir diese sozialdarwinistischen, hedonistischen Narzisten zur Hälfte kaputt gemacht.

  2. #2 von Gerald am 27/12/2010 - 19:53

    Diese Leute richten tatsächlich großen Schaden an und verhindern letztlich, dass die islamkritische Bewegung bei größeren Teilen der Bevölkerung Gehör findet. Es sind die Leute, vor denen Sarrazin warnt, wenn er erklärt, er gründe keine eigene Partei wegen der zwielichtigen Gestalten und Glücksritter, die jede neue politische Bewegung in Deutschland anziehe und die alles zugrunde richten.

  3. #3 von Klaus Lelek am 27/12/2010 - 20:09

    Ps: Das Lustigste zum Schluß. Vor ein paar Jahren verbreitete diese CSU-BPE-PI Gruppe die Mähr, sie hätten den „Frauenbadetag“ in München verhindert, und ließen sich von ihrer Mini-Anhängerschaft als Helden des Kulturkampfes feiern. Fakt ist wohl, daß der Frauenbadetag für kurze Zeit ausgesetzt wurde, weil die muslimischen „Ganzkörperbadeanzüge“ Probleme bei den Filteranlagen verursachten. Inzwischen ist auch dieses Problem wieder behoben. Davon kann sich jeder via www. überzeugen. Stichwort „Frauenbadetag München“. Mit aktuellen Öffnungszeiten usw. Dabei finden sich auch im Web jede Menge Spuren des bizarren nassen Kulturkampfes. Natürlich nur von den Gegnern. Die CSU/BPE- Gruppe hat es also nicht einmal geschafft ihre Argumente gegen diesen „Frauenbadetag“ öffentlichkeitswirksam ins Netz zu stellen.

  4. #4 von Teutanixcus am 28/12/2010 - 16:35

    H a l l o ,
    ich hätte gerne mehr Informationen dieser Art. Denn in NRW wird man auch seitens von Nicht-CSU-Leitern mit Unterstützung des BPE-Bundessprechers, trotz wiederholten Lobes, regelrecht kaltgestellt, eine systematische und demokratische Arbeit, je nach Ort und Kritik, s a b o t i e r t !
    Anträge zB. zu wählenden oder kursbestimmenden Versammlungen, werden nicht bearbeitet.
    Die krass antisemitische Ausfälle einer BPE-eingeladenen Ratsfrau aus dem Bezirk Recklinghausen wird trotz Anwesenheit eines Landesleiters nicht nachgegangen oder geahndet . . .

    Grüße !

  5. #5 von quotenqueen am 28/12/2010 - 20:32

    Wenn Ihnen Missstände bekannt sind, können Sie die uns gerne berichten. Die Adresse finden Sie rechts in der Sidebar.

  6. #6 von Klaus Lelek am 28/12/2010 - 22:15

    Ich denke mir. Da steckt System dahinter. Nichts fürchten CDU und CSU mehr, als daß sich außerhalb der Konservativen Parteien Menschen vernünftig organisieren. Die NPD wird nicht umsonst vom Verfassungsschutz künstlich am Leben gehalten, damit man einen „Badboy“ hat.
    Medien schweigen Proteste von Exilchristen tot, weil man sie nicht weiter ermuntern will sich zu organisieren. Die Schill Partei wurde gezielt von Agenten unterwandert. Stichwort „Haberstock“
    Ein Typ mit schwarzem Audi 100, Scheinadresse in Mainz. Gab sich als erfolgreicher PR-mann aus. Nach Zerschlagung der Schillpartei ist er weggetaucht. Ein Typ ähnlichen Kalibers ist sogar bei Pi in Frankfurt aufgetaucht. Wurde allerdings rechtzeitig enttarnt. Er stank förmlich nach Spitzel. Da die rechtpopulistische Szene größtenteils aus Yuppies besteht, haben es diese Typen ziemlich einfach sich da einzunisten. Diese Parteien sind halt wie Firmen organisiert. Genau das ist ihr Schwachpunkt. Hier geht es um Macht. Nicht darum wer recht hat. Politik ist ein schmutziges Geschäft. Und Politiker gleich welcher Coleur sind ein neuer Adel, der auf biegen und brechen an der Macht bleiben will. Das sind knüppelharte skrupelose Typen.
    Der Typ, der PI Frankfurt bespitzeln wollte gab vor „Wirtschaftsjournalist“ zu sein.
    Privat verkehrte er wohl im Disko- Sauna und Zuhältermillieu. Typisch für Bullen. War ziemlich „Körperbetont“. Kleiner Tip. Man erkennt Betrüger meist daran, daß die Hälfte ihrer Lügen war sind, aber am Ende ihre Biografie wie ein schlechtes Drehbuch zusammengezimmert ist..

  7. #7 von Klaus Lelek am 28/12/2010 - 22:29

    Ps: Mir lag als Protokollant der damligen Mitgliederversammlung vom BDB ja noch nicht einmal ein ordentlicher Kassenbericht vor. Es hieß lediglich die Kasse wäre geprüft worde. Ebenso dubios erschien mir die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen anwesenden Mitgliedern und dem erdrückender Zahl „stiller Mitglieder“. Es hieß, die hätten schriftlich Leute zur Stimmabgabe „ermächtigt“. Ich war in meinem Leben schon in einer Menge von Vereinen und Organisationen. Aber ein dermaßen seltsames Gebaren habe ich bisher noch nie erlebt.

  8. #8 von Kehrhelm Kröger am 29/12/2010 - 20:28

    Also, ich habe besagten Artikel über die Beschneidung nicht gelesen, möchte jedoch meine 2 Cents dazugeben. Man kann nicht erwarten, dass alle PI-Beiträge einwandfrei sind. Wo gibt’s das schon? Den Patzer mit der ‚Weltkarte‘ wird man wohl übersehen können, denn man darf dem Leser zumuten, Weltkarte hier als synonym zu ‚Landkarte‘ zu verstehen. Man sieht ja sofort, dass es sich nur um Afrika handelt. Wenn man sich auf den Inhalt der Botschaft konzentriert, übersehen die meisten Leser diesen Sachverhalt wohl sowieso. Die Interpretation der Grafik lässt in der Tat Fragen offen. Tatsächlich würde man in der Sahara die meisten Beschneidungen erwarten, da diese Region sowohl am längsten (seit dem 6. Jh.) als auch im intensivsten (islam. Religionszugehörigkeit in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen dürfte wohl bei ca. 100% liegen), islamisiert ist.

    Ich stimme nicht jedem PI-Artikel zu, aber 80-90% sind es wohl. Und das ist eine ganze Menge; genug allemal um sich mit der Bewegung zu solidarisieren. Das sprichwörtliche Haar in der Suppe findet sich früher oder später immer—ein trifftiger Grund, der islamkritischen Bewegung PI deswegen die Solidarität aufzukündigen ist das sicher nicht.

  9. #9 von Kehrhelm Kröger am 29/12/2010 - 20:29

    Kleine Korrigierung: (Ich meine natürlich, die Sahara ist seit dem 7. Jh. islamisiert worden.)

  10. #10 von Callas am 30/12/2010 - 23:16

    ……..Staaten wie Liberia (christlich wie Bayern), ……

    Aus Wikipedia

    LIBERIA

    Religionen
    Etwa 70 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zu traditionellen Natureligionen, 20 Prozent (mit zunehmender Tendenz) sind Muslime und zehn Prozent (vorwiegend in der Küstenregion) sind Christen.

  11. #11 von Otto am 18/01/2011 - 00:26

    Meines Erachtens in dieser Quotenqueen-Artikel ein Schuss in den Ofen.
    So wird in dem kritisierten PI-Artikel ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Beschneidung vorislamische Traditionen hat und keineswegs nur in islamisch geprägten Ländern vorkommt. Dennoch wird klar festgestellt, dass Mohammed zur Beschneidung Stellung genommen hat, sie tolerierte und nur darauf hinwies, dass sie „schonend“ vorgenommen werden müsse. Die Widerstände, die Rüdiger Nehberg in Ägypten erfahren hat, um eine Fatwa gegen die Beschneidung zu erreichen, sprechen eine deutliche Sprache, wie der Islam Frauenrechte behandelt.

    Ergänzend:

    In Ghana gehören circa 30 % der Bevölkerung christlichen Kirchen an. Ungefähr 30 % werden dem Islam zugerechnet und etwa 40 % gehören Naturreligionen an. Dabei ist der nördliche Teil des Landes eher muslimisch, der Süden eher christlich orientiert.

    Togo: Etwa die Hälfte der Bevölkerung praktiziert Naturreligionen, 20 % sind muslimisch, 29 % christlich.

  12. #12 von Otto am 18/01/2011 - 00:30

    und dann noch dies hier:

    Dr. Muhammad Wahdan: Das islamische Forschungszentrum der Al-Azhar-Universität veranstaltete am 14. November 1994 eine Tagung zur Beschneidung von Frauen – und ich habe den Beschluss hier bei mir, falls jemand eine Kopie haben will. Das war nachdem CNN einen Bericht über ein Mädchen in Ägypten ausgestrahlt hatte, das auf brutalste Art beschnitten wurde… Dieser Bericht hat die Angelegenheit erst in die Öffentlichkeit gebracht, weil der Westen uns seine Kultur und Philosophie aufzwingen möchte…

    Dr. Malika Zarrar: Beschneidung ist immer brutal.

    Dr. Muhammad Wahdan: Das Forschungszentrum, also die höchste religiöse Autorität der islamischen Welt, kam zu dem Schluss, dass ´die Beschneidung von Frauen, die Khifadh-Beschneidung, im Islam legal ist und nicht verboten oder als Verbrechen betrachtet werden darf´. […]

    http://adf-berlin.de/html_docs/archiv/arabische_welt/2006/memri_06_04_2006.php

  13. #13 von Otto am 18/01/2011 - 00:31

    Dr. Muhammad Wahdan: Das islamische Forschungszentrum der Al-Azhar-Universität veranstaltete am 14. November 1994 eine Tagung zur Beschneidung von Frauen – und ich habe den Beschluss hier bei mir, falls jemand eine Kopie haben will. Das war nachdem CNN einen Bericht über ein Mädchen in Ägypten ausgestrahlt hatte, das auf brutalste Art beschnitten wurde… Dieser Bericht hat die Angelegenheit erst in die Öffentlichkeit gebracht, weil der Westen uns seine Kultur und Philosophie aufzwingen möchte…

    Dr. Malika Zarrar: Beschneidung ist immer brutal.

    Dr. Muhammad Wahdan: Das Forschungszentrum, also die höchste religiöse Autorität der islamischen Welt, kam zu dem Schluss, dass ´die Beschneidung von Frauen, die Khifadh-Beschneidung, im Islam legal ist und nicht verboten oder als Verbrechen betrachtet werden darf´. […]

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