Tochtermord – mal anders

Ehrenmorde, wie sie uns die multikulturelle Gesellschaft als neues Phänomen nach Europa gebracht hat, dienen im allgemeinen dem Zweck, archaische Moral- und Familienvorschriften des Islam gegen den Einbruch von Toleranz und Aufklärung zu verteidigen. Im Irak ging es jetzt einmal anders. Dort tötet ein Vater seine Tochter, weil sie sich dem Auftrag des Koran mit seinen Mordaufforderungen gegen Andersgläubige zu stark verpflichtet fühlt.

Die Neue Züricher Zeitung berichtet:

Wie ein Polizeisprecher am Samstag in Bakuba sagte, gestand der Bauer, vor 40 Tagen seine 19-jährige Tochter Shakhla getötet zu haben. Anschliessend habe er die Leiche nahe seines Wohnhauses in Mandali, 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad, vergraben. Die Region war lange Zeit eine Hochburg der Kaida; mit grossangelegten Militäreinsätzen wurden die Aufständischen aber 2008 weitestgehend vertrieben.

In Bagdad inhaftierte Kaida-Mitglieder hätten ausgesagt, die 19-Jährige für einen Selbstmordanschlag im Norden der irakischen Hauptstadt angeworben zu haben, sagte der Polizeisprecher. Am Dienstag sei die Polizei dann nach Mandali gefahren, um die junge Frau festzunehmen, habe sie aber nicht finden können. Daraufhin hätten die Polizisten den Vater festgenommen und zur Polizeistation in Bakuba gebracht. Nach dreitägigen Verhören habe der 52-Jährige schliesslich gestanden, seine Tochter umgebracht zu haben, als er von ihren Plänen erfahren habe.

Tochtermord, mal anders. Was immer bleibt, scheint das Grundprinzip, wie im Islam Väter die Konflikte mit ihren Töchtern austragen. Wo die Argumente versagen, beginnt die rohe, oft tödliche Gewalt. Anders kennt es diese Kultur anscheinend nicht.