Wer die Begriffe besetzt, besitzt die Macht

Gastbeitrag von Klaus Lelek

Sprache ist nicht erst seit Ludwig Wittgenstein ein zentraler Begriff unseres Denkens und Handels. Sprache hat etwas schicksalhaftes. Wer es schafft, Begriffe geschickt unter das Volk zu streuen, im guten wie im bösen, schafft es spielend die Massen auf seine Seite zu bringen und ihr Denken zu beeinflussen. Im Faschismus ist der Begriff „Propaganda“ eng mit der Machtübernahme von Hitler und Mussolini verbunden. Im Sozialismus, besser gesagt Stalinismus, inclusive der neostalinistischen Ableger, dagegen taucht das Wort „Agitation“ auf.

In der hedonistischen Konsumgesellschaft der späten Postmoderne mischen sich beide Begriffe im versöhnlich klingenden angloamerikanischen „Publik Relations“ kurz PR. Im Klartext, eine Propagandaschlacht, die eine Ideologie, auch Firmenideologie, mittels Schlagworte – „Geiz ist geil, ich bin doch nicht blöd!“ – unter die Leute bringt. Es wundert daher kaum, dass viele ehemalige Studenten der sogenannten „Frankfurter Schule“ später in Werbeagenturen oder Zeitungsredaktionen, sowie Medien unter gekommen sind. Von einem führenden Vertreter dieser Frankfurter Schule stammt der Satz: „Wer die Begriffe besetzt, besitzt auch die Macht“

Welche Begriffe werden übernommen, welche nicht? Nicht jede Saat, die man ausstreut, geht auf. Dazu ein Fallbeispiel: Vor mehr als zehn Jahren prägte der Schriftsteller Martin Walser auf seiner umstrittenen Rede in der Paulskirche im Zusammenhang mit der Deutschen Vergangenheitsbewältigung den Begriff „Auschwitzkeule“. Daraus wurde dann allgemein „Nazikeule“. Dieser Begriff, der sogar von Ralph Giordano benutzt wird, bezeichnet die infame Art, wie Linke und 5. Kolonnen der Islamisten auf Islamkritiker eindreschen und sie als Nazis diffamieren. „Nazikeule“ ist ein eingeführter Begriff, ein „Schlagwort“ mit dem man geschickt Angriffe abwehren kann. Aber wie sieht es mit anderen Begriffen aus?

Seit geraumer Zeit ist es rotgrünen Propaganda Spezialisten gelungen, das von Khomeini während der islamischen Machtergreifung im Iran erfundene Schlagwort „Islamophobie“ in den allgemeinen Sprachgebrauch einzuschleusen, während das Wort „Islamfaschismus“, das vor allem von Theo van Gogh geprägt wurde, noch weit davon entfernt ist allgemeiner Sprachgebrauch zu werden, sondern sogar eine Ächtung erfahren hat. Schuld daran sind nicht nur die mächtigen Vertreter der islamfreundlich unterwanderten Medien, sondern auch die Islamkritiker selbst, die sich wie Raddatz deutlich von Theo van Gogh distanzierten.

Auch die IGFM, vertreten durch eine Dreimann Vertretung, war nicht sehr begeistert als ich mit dem Slogan „Islamismus ist Faschismus!“ am 10. Dezember 2005 an der Hauptwache in Frankfurt demonstrierte. Ergo: Die Islamkritiker selbst haben das zarte Pflänzchen „Islamfaschismus“ bereits zertreten bevor es richtige Triebe ansetzen konnte.

Im Kampf gegen den Islamismus tobt daher ein Kampf der Begriffe. Die Begriffe, die von Islamkritikern oft benutzt werden, sind vielerorts unglückliche Kopfgeburten wie etwa Dhimbitude. Da Lieschen Müller oft nicht einmal weiß, was ein Dhimmi ist, kann man sich die nachfolgende Attitüde auch sparen. Das Wort „Dialüg“ für die unseligen Kamingespräche linker Kuschelpfarrer mit Imamen, könnte ein Bestseller werden, wenn es denn alle benutzten würden. Wenn beispielsweise mindestens 100 Leserbriefschreiber ein ganzes Jahr lang mit diesem Begriff die Zeitungsredaktionen bombardierten, wäre das Wort vielleicht irgendwann im Kopf. Und wenn dann noch unsere Vorzeigeislamkritiker von öffentlich rechtlichen Gnaden, dieses Wort in die Talkshows einbringen würden, wüßte sogar eine Verkäuferin vom Supermarkt was ein „Dialüg“ ist – nämlich ein Gespräch, wo der eine einen scheinbaren Dialog führt und der andere lügt.

Apropos „Islamkritiker“ Müßte man nicht auch dieser Begriff auf den Prüfstand stellen? Will ich etwas kritisieren oder will ich es verändern?

Dumme Frage: Wenn jemand keinen Flugplatz in seiner Nachbarschaft haben will, nennt der sich „Flugplatzkritiker“? Nein. Flugplatzgegner. Warum nennen sich Menschen, die den Islam als Bedrohung empfinden, die keine Moschee fundamentalistischer Muslime in ihrer Nachbarschaft haben wollen „Islamkritiker“? Nomen est omen. Das Signal, das von diesem Wort ausgeht, heißt doch eigentlich. „Ihr könnt uns ruhig kritisieren, wir machen trotzdem weiter. Wir verprügeln weiter eure Kinder, vergewaltigen eure Töchter und schlagen unsere eigenen Frauen tot wie und wann es uns passt, und wir bauen so viele Moscheen, dass ihr vor lauter Minaretten eure Kirchtürme nicht mehr seht!“

Fazit: Wer nicht mit einer Sprache spricht, kann keine Begriffe prägen, die dann allgemeines Kulturgut werden und die Gedanken der Menschen und deren Verhaltensweisen verändern.

Umgekehrt kann nur der eine gemeinsame Sprache sprechen, der auch gemeinsame Ziele verfolgt. Von diesem Punkt ist die „Antiislamistische Bewegung“, samt ihren engstirnigen Krümelpickern, die, egal aus welcher Ecke sie kommen, selten bereit sind über ihren eigenen engen Tellerrand hinaus zu blicken, noch sehr weit entfernt. Aber wer keine gemeinsame Sprache spricht, dem ergeht es wie den Bauleuten beim Turm zu Babel. Versuchen wir s doch mal mit Latein. „Centerum censeo . . . . . esse delendam“
Sein Urheber war immerhin einer der erfolgreichsten PR-Leute der Antike.

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  1. #1 von Kristof am 23/12/2010 - 23:25

    Kaum taucht ein neuer Begriff auf, der die Meinungsführerschaft der „Linken“ in Frage stellt, heißt es sofort in den Medien, dieser würde in der rechtsextremen Szene benutzt. Schon distanziert sich ein jeder. Deswegen wird die NPD am Leben gehalten – als Feinbild. Praktische Sache für die Agitatoren.

    Hier ist Kreativität gefragt.

    Allerdings halte ich das dauernde Distanzieren von jedem und allen für die größere Pest. Erst dies macht es den Agitatoren leicht auf alle mit dem Finger zu zeigen, die zur Konkurrenz um die Meinungsführerschaft werden könnten. Wer sich distanziert, zeigt den „LInken“ Wege auf, den missliebigen zu Fall zu bringen und macht sich zum Komplizen.

    Die „Linken“ sind argumentativ am Ende. Sie können ihre Position nur halten, wenn ihre Meinung als alternativlos gilt. Jeder Widerspruch regt zum Denken an. Diesen wollen die „Linken“ unter allen Umstanden unterbinden.

  2. #2 von vitzliputzli am 25/12/2010 - 04:00

    man hat mich auf meinem alten blog ein paar jahre lang als nazi bezeichnet. das kam aus der von mir stark provozierten linken ecke. später sogar in etwas abgeschwächter form sogar aus dem engeren, früher konservativen freundeskreis im privatleben.

    da wusste ich, die wende ist da. ähnlich wie die theorien zur aktienverkaufstheorie. wenn Lieschen müller aktien kauft: verkaufen. so war es auch.

    man muss sie bloßstellen. sie haben nichts. (siehe sarrazin, es kommt kein argument, nur diffamierung.)

    ich mache das gerne mit drastischen worten und benutze die terminologie der linken: islam ist faschismus. da lasse ich mich auf JEDE debatte ein. aber da kommt nichts. man kann da ruhig grobmotorisch vorgehen.

    die linken dummköpfe sind am verlieren. aber wir stehen erst am anfang, denn sie haben noch die medienmacht. aber man kann sich total lustig über die linke drecksbagage machen.
    das ist ziemlich leicht. und lächerlichmachen tötet dumme ideologien.

    naja… frohes fest …lol…..