Strache in Israel

H.C. Strache, Chef der rechtsgerichteten österreichischen FPÖ (Foto), entdeckt seine Liebe zu Israel und nimmt dort an einer Konferenz mit weiteren europäischen Rechtspopulisten, etwa vom belgischen Vlaams Belang und Rene Stadtkewitz von der neuen deutschen Rechtspartei „Die Freiheit“ teil. Strache war in Deutschland besonders durch die enge Zusammenarbeit mit „Pro Köln“ bekannt geworden.

Der Standard berichtet:

Derzeit weilt der Parteichef selbst fern der Heimat. Er folgte einer Einladung israelischer Rechtspolitiker zu einer Tagung in der israelischen Stadt Ashkelon, wo laut Medienberichten über „Strategien gegen den islamischen Terror“ beraten wurde. Am Dienstag wird Strache mit Vertretern anderer „patriotischen Parteien“ dazu eine „Jerusalemer Erklärung“ abgeben, bestätigte der freiheitliche Europaabgeordnete Andreas Mölzer am Montag der APA.

Aus Europa nehmen an der Konferenz laut einem Bericht der „Kronen-Zeitung“ unter anderem Philip Dewinter vom flämischen Vlams Belang (früher Vlams Blok), Rene Stadtkewitz, Ex-CDU-Politiker und Mitbegründer der rechten deutschen „Die Freiheit“ und Kent Ekeroth von den nationalen schwedischen Demokraten teil.

Die Nahost-Reise, an der neben Strache und Mölzer seitens der FPÖ auch der Wiener Gemeinderat David Lasar und Ex-Volksanwalt Hilmar Kabas teilnehmen, wird laut Mölzer bis Mittwoch dauern. Strache bezeichnete den Israel-Besuch der „Kronen-Zeitung“ zufolge als „ein wichtiges Zeichen“. Nach eigenen Angaben pflegt der FPÖ-Politiker „seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen zu Vertretern Israels“. Er habe auch „viele Gemeinsamkeiten mit dem Patrioten und Burschenschafter Theodor Herzl“, betonte Strache.

Was letzteres angeht war Herzl tatsächlich kurzzeitig Mitglied der schlagenden Verbindung „Albia“, wurde von dieser aber ausgeschlossen, nachdem er sich über den dort herrschenden Antisemitismus beschwert hatte.

Auch die FPÖ hat sich in der Vergangenheit nicht gerade als Freund Israels erwiesen. So gehört sie zu den Mitunterzeichnern einer antiisraelischen Resolution der Parteien des Wiener Stadtrates. Im Wahlkampf 2009 machte man gar Stimmung gegen einen imaginären EU-Beitritt Israels, der niemals zur Diskussion stand. Damals, so die Propaganda, wollte man Österreich nicht in die blutigen Konflikte des Nahen Ostens hineinziehen:

Bereits im Januar 2009 hatte die FPÖ sich maßgeblich an antiisraelischen Demonstrationen gegen das israelische Vorgehen in Gaza beteiligt. Die Presse berichtete:

Tausende haben am Freitagnachmittag bei einem Protestmarsch in Wien gegen die israelischen Angriffe im Gaza-Streifen demonstriert. Die Polizei ging von rund 5500 Teilnehmern aus. Es kam zu keinen Zwischenfällen. Die FPÖ rief Außenminister Michael Spindelegger (V) auf, wegen der gegenwärtigen Eskalation des Nahost-Konflikts den Außenpolitischen Rat unverzüglich mit dem „völlig überzogenen Vorgehen“ Israels zu befassen. Das BZÖ sprach sich für eine Initiative Österreichs im UNO-Sicherheitsrat aus.

Um 14.30 Uhr begann die polizeilich angemeldete Demonstration gegen die israelische Militäroffensive auf dem Herbert-von-Karajan-Platz bei der Staatsoper unter lauten Sprechchören, wie „Israel Terrorist“ oder „Intifada“ (palästinensischer Volksaufstand, Anm.). Zahlreiche Spruchbanner etwa mit der Aufschrift „Freiheit für Gaza“ wurden mitgetragen. Ebenso hielten die Demonstranten Fotos von im Gaza-Streifen Verwundeten in die Höhe, darunter fand sich auch die Bildunterschrift „Kindermörder Israel“. Der Protestmarsch bewegte sich über den Ring, vorbei am Burgtheater, über Kohlmarkt und Graben bis zum Stock-im-Eisen-Platz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. (…)

Von Bundeskanzler Werner Faymann (S), „der das Nahost-Erbe Österreichs von Altkanzler (Bruno) Kreisky völlig verspiele, und Spindelegger wird nicht viel zu erwarten sein, aber es muss klargestellt werden, dass es in Österreich auch andere Stimmen als die der Angepasstheit und des Wegschauens gibt“, erklärte FPÖ-Generalsekretär Nationalratsabgeordneter Harald Vilimsky, der dem Außenpolitischen Rat angehört. Das „Schweigen zur israelischen Aggression im Gaza-Streifen“ sei „blamabel“.

Erstaunlich ist, dass der proisraelische Internetblog Pi-News, der bei der Konferenz in Israel mit zwei Reportern anwesend ist und sogar Liveberichte von der Veranstaltung brachte, den prominenten österreichischen Politiker nicht entdeckt haben will – oder diese Information nicht für geeignet hielt, seinen Lesern mitzuteilen. PI hatte in der Vergangenheit zu PRO und FPÖ eine distanziertere Haltung eingenommen, nachdem PI-Betreiber Stefan Herre sich mit Andreas Mölzer von der FPÖ über weitere antiisraelische Veröffentlichungen der Österreicher zerstritten hatten.

Erst nachdem Leser „offtopic“ auf den seltsamen Gast aufmerksam gemacht hatten, berichtet PI jetzt auch über Strache in Israel – freilich ohne die Hintergrundproblematik der israelfeindlichen FPÖ-Politik zu beleuchten.

Zeitgleich mit den Rechtspopulisten, aber unabhängig davon, besuchte auch Geert Wilders Israel.

  1. #1 von Klaus Lelek am 07/12/2010 - 15:58

    Schade, daß ihr das Bild schon vergeben habt, es hätte so gut zu meinem 3. Teil der Todsünden gepaßt. Diesmal ist die Dummheit dran.

  1. Wilders spricht in Israel « quotenqueen