Aramäische Christen demonstrieren in Köln

In Köln haben heute Nachmittag aramäische Christen, die von islamischen Arabern bedrängten Ureinwohner Mesopotaniens, gegen Mord und Terror gegen die christliche Minderheit im Irak protestiert. Nach einer Anfangskundgebung auf dem Ebertplatz bewegte sich ein langer Demonstrationszug durch die Kölner Innenstadt bis zum Bahnhofsvorplatz, wo mit einer Schweigeminute der erst kürzlich ermordeten Christen in einer Kirche in Baghdad gedacht wurde. Die benachbarte Domplatte wäre dafür sicher angemessener gewesen, steht aber offenbar nur noch Hamasanhängern oder grauen Wölfern aus der Türkei für Demonstrationen zu Verfügung. Vertreter hiesiger christlicher Kirchen, die sich sonst stets um interkulturellen Dialog bemühen, suchte man vergeblich. Offenbar zählt der „Dialog“ mit den Tätern mehr als die Solidarität mit den Opfern, den aramäischen Glaubensbrüdern.

Aufgerufen hatte die „Junge Aramäische Union“, unterstützt wurde die Veranstaltung von der Gesellschaft für bedrohte Völker, die in einer Pressemitteilung schreibt:

Unter dem Motto „Schutz und Sicherheit für die Christen im Irak!“ haben in Deutschland lebende Angehörige der christlichen Assyrer-Chaldäer-Aramäer zu einer Demonstration am kommenden Sonntag, den 28. November um 12.30 auf dem Kölner Ebertplatz aufgerufen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unterstützt diese Initiative der „Jungen Aramäische Union“. Nach den jüngsten brutalen Anschlägen auf christliche Einrichtungen im Irak Ende Oktober 2010 organisieren im Exil lebende Angehörige der Religionsgemeinschaft und ihre Unterstützer in einer Reihe von Städten in Deutschlands Demonstrationen. Weltweit finden fast täglich Aktionen statt. Denn auch die im Westen ansässigen Christen aus dem Nahen Osten bangen um ihre Landsleute. Ziel des arabisch-islamistischen Terrorismus ist ein christenfreier Irak.

Am 31. Oktober 2010 überfielen islamistische Terroristen eine syrisch-katholische Kirche in Bagdad. Mindestens 50 betende Christen wurden ermordet, 120 meist schwer verletzt. Diese und andere Kirchen im Irak wurden schon früher Ziel des Terrorismus: Am 9. und 10. November explodierten elf Sprengsätze in überwiegend von Christen bewohnten Bezirken Bagdads. Dabei kamen erneut fünf Menschen ums Leben, mehr als 20 wurden verwundet. Am 15. November erschossen bewaffnete Männer den Armenier Naschawan Khder in dem von arabisch-islamistischen Extremisten beherrschten Mosul. Am 22. November starben die beiden christlichen Brüder Saad Hanna und Waed Hanna in Mosul. Sie waren an ihrem Arbeitsplatz von bewaffneten Männern angegriffen worden. Saad starb sofort, während Waed später seinen schweren Verletzungen erlag.

Sprecher der christlichen Assyrer-Chaldäer-Aramäer im Irak nahmen die jüngsten Anschläge zum Anlass, erneut eine autonom verwaltete Region für ihr Volk in der Niniveh-Ebene im Osten der Provinz Mosul im Norden des Landes zu fordern. Die fortgesetzte brutale Gewalt gegen die religiöse Minderheit im Irak verdeutlicht, dass ein christliches Leben in Sicherheit außerhalb der autonomen Region Kurdistan und außerhalb der von ihren Milizen geschützten angrenzenden Niniveh-Ebene nicht mehr möglich scheint.

Allein aus der Fünf-Millionen-Metropole Bagdad sind nach GfbV-Recherchen seit 2003 mehr als drei Viertel der dort ansässigen rund 400.000 Christen geflohen. Viele der Zurückgebliebenen wagen es kaum noch, einen Gottesdienst zu besuchen oder ihre Kinder auf eine christliche Schule zu schicken, weil sie ständig terroristische Attentate befürchten müssen.

In für korrekte Deutsche ungewohnter Offenheit nennt auch die Junge Aramäische Union die Dinge auf einem während der Demonstration verteilten Flugblatt beim Namen:

Am 31.10.2010 verübten islamische Terroristen ein Massaker in einer aramäischen Kirche in Baghdad. Über 60 Frauen, Männer und Kinder wurden regelrecht abgeschlachtet. 130 schwer verletzt. Eines von unzähligen Attentaten, Entführungen und Übergriffen an der aramäischen Bevölkerung, die das einheimische Volk Mesopotaniens darstellt. Und der Terror geht weiter!

Als Täter kommen wieder die „üblichen Verdächtigen“ in Frage: El Kaida. Aber die Gewalt gegen die christliche Minderheit kommt mitten aus der islamischen, irakischen und kurdischen Bvölkerung. Weitere Drahtzieher sitzen in Arabien, Pakistan und wahrscheinlich auch in der Türkei. Auch dort gibt es immer wieder Morde. Das Ziel fundamentalistischer Muslime ist es, die einheimischen christlichen Minderheiten im Nahen Osten zu vernichten oder zur Aufgabe ihrer Heimat zu bewegen.

Das sind freilich unbequeme Wahrheiten, von denen deutsche Politiker und Kirchenvertreter lieber nichts wissen wollen. Man zieht es vor, im Irrtum zu verharren, demjenigen, der die Muslime nicht reizt, würde der Hals als Letztem abgeschnitten. Erfreulich war die große Zahl von jungen Menschen, die sich anders als von deutschen Einheimischen gewohnt, den Realitäten in der Welt stellen und aktiv werden, darunter auffallend viele junge Frauen. Wie dieses Foto zeigt, passt eben nicht jeder Kopf unter ein islamisches Kopftuch:

Wie von unseren aramäischen Mitbürgern nicht anders zu erwarten, verlief die Demonstration absolut friedfertig. Das wusste natürlich auch die Kölner Polizei im Vorfeld. Gerade einmal zwei Streifenwagen, zwei Motorräder und zwei Beamte auf Fahrrädern waren nötig, um den langen Demonstrationszug sicher durch die Kölner Innenstadt zu begleiten. So ein der demokratischen Kultur würdiges Verhalten würde man sich auch wünschen, wenn deutsche „Friedensfreunde“, GRÜNE, Linke oder türkische oder kurdische Moslems durch unsere Straßen ziehen.

  1. #1 von Klaus Lelek am 28/11/2010 - 20:57

    Hallo Leute,

    Ich bin Unterstützer der Demo in Sachen Flugblatt, Pressearbeit und Rede…
    Toll daß ihr so schnell seit.
    gebt bitte diesen tollen Bericht samt Bildern gleich an „Kopten ohne Grenzen“ weiter.
    (Arbeite an dieser Exilchristen Seite inzwischen aktiv mit)

    Mit solidarischen Grüßen

    Klaus …

  2. #2 von WahrerSozialDemokrat am 28/11/2010 - 22:36

    Danke für den schnellen und tollen Bericht! War ne tolle Demo! Viele neue Freunde kennen gelernt!

    Die alten Freunde aus den Deutschen Kirchen habe ich leider vermisst!

  3. #3 von Schlammkrebs am 29/11/2010 - 15:20

    Überrall dasselbe – im Irak, in Iran und in Ägypten. Die letzten Nachfahren der alten dort ansässigen Kulturvölker (Aramäer- Mesopotamier, Kopten = Altägypter) die den Säuberungen entgangen sind werden jetzt wohl doch noch mit Stumpf und Stiel ausgelöscht (im Iran ist es etwas anders, dort ist der Großteil der alten persischen Bevölkerung zwar noch am Leben aber wurde zu Ummah-Sklaven gemacht, ich wette 60 % der Perser bezeichnen sich nicht als Moslems) um alle Andenken daran, dass es dort mal eine Zivilisation vor dem Islam gab zu vernichten.

  4. #4 von Peter am 29/11/2010 - 19:14

    Wirklich ein Armutszeugnis das keine anderen Kirchen mitgemacht haben!Wird Zeit auszutreten!

  5. #5 von Via am 29/11/2010 - 20:11

    Schöner Bericht! War tatsächlich kein Vertreter der Kirchen vor Ort dabei? Hat man vorher den Kontakt gesucht?

  6. #6 von Vert am 30/11/2010 - 01:35

    Aramäer müssen endlich geschützt werden!!!

  1. „Frieden, Freiheit für Christen im Irak“ « quotenqueen
  2. Schutz für Kopten gefordert « quotenqueen
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