Prantl lügt wie gedruckt. Das hat er immer schon gemacht, und weil´s dem Erziehungsauftrag dient, war er immer einer der Ihren: Deutscher Journalist. Aber die Welt der sterbenden Zeitungen, wo viele Schlechtbezahlte die Drecksarbeit für wenige Besserverdiener machen, ist auch ein Haifischbecken. Und wer schwächelt, wird gefressen. Prantl, dem Chefideologen der Süddeutschen Zeitung, geht es jetzt an den Kragen, weil er in einem seiner Besinnungsaufsätze den falschen Eindruck erweckt hatte, bei einem Bundesrichter zum Essen eingeladen worden zu sein. Ein kleiner Gernegroß eben, der er immer war und verglichen mit seinem sonstigen manipulativen Erziehungsjournalismus eine alberne Kleinigkeit. Aber jetzt wittern die Haie leichte Beute – und sicher auch die Chance, eine rare gutdotierte Stelle neu zu besetzen?
Vorsicht aber ist die Mutter der Porzellankiste. Und weil Prantl immer noch zu den Mächtigsten der schwätzenden Zunft gehört, macht es der FOCUS – man kann ja nie wissen – ganz geschickt, und lässt seine Leser den Prantl verhauen. Soviel direkte Demokratie in den Medien würde man sich bei manchem anderen Thema auch mal wünschen!
Heribert Prantl, Aushängeschild der „Süddeutschen Zeitung“, war nie bei einem Essen im Hause von Andreas Voßkuhle, stellte es in einem Porträt über den obersten Verfassungsrichter aber so dar. Die Reaktionen der FOCUS-Online-User.
Es ist eine Schlüsselszene im Porträt des obersten Verfassungsrichters. Heribert Prantl beschreibt anschaulich, wie es in der Küche von Andreas Voßkuhle und seiner Ehefrau hoch hergeht vor einem Essen mit Gästen: Da packt jeder mit an, kein Gast wartet, bis ihm die Speisen serviert werden.„Die Küche ist sein Lieblingsort – der Ort, an dem das Fleisch geklopft, der Fisch entgrätet, das Gemüse gegart und das Essen abgeschmeckt wird. Man muss ihn am Küchentisch erleben. Man muss erleben, wie er ein großes Essen vorbereitet“, schreibt er unter anderem. Allein: Prantl, Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“, hat dies selbst nie erlebt, wie sich herausstellte.
Nachdem eine Sprecherin des Bundesverfassungsgerichts den „Tagesspiegel“ gesagt hatte, der Journalist sei nie zu einem privaten Abendessen beim Ehepaar Voßkuhle eingeladen worden, räumte Prantl gegenüber der „Welt am Sonntag“ ein: Die in Reportagemanier geschriebene Szene sei das „Produkt anschaulicher Schilderungen prominenter Teilnehmer“. Eine Erklärung, die bei der SZ-Redaktion nach FOCUS-Online-Informationen Fragezeichen hinterlässt.
Harsch fällt das Urteil vieler FOCUS-Online-User aus. Sie kreiden ihm vor allem an, mit zweierlei Maß zu messen. „Einer der selbst ernannten Groß-Moralapostel der vorgeblich seriösen Presse“, schimpft Haeberlin und erinnert an die Wulff-Affäre: „Wie schrieb er in einem Kommentar zu Beginn der Wulff-Affäre?! ,Wulff hat zwar nicht gelogen, dafür aber die volle Wahrheit verschwiegen.‘ Diese Worte Prantls wenden sich nun gegen ihn – Prantl – selbst, da er vorgaukelt, in Vosskuhles Küche gewesen zu sein. Der nun doch kein Dressing mag. Pfui, Dressing. Pfui, Prantl! Wasser predigen, Wein trinken, nennt man das wohl.“
User hythlodaeus geht noch weiter: „Der Text ist geboren aus der Eitelkeit und Großmannsucht eines kleinen Mannes, der anderen gegenüber gern die moralische Keule herausholt.“ In dem „letztlich lächerlichen Fall“ zeige sich „die ganze Hybris dieses Journalisten.“
„Intolerant gegenüber andersdenkenden Menschen“
Pottwal kreidet Prantl – und vielen anderen Vertretern seiner Zunft – Intoleranz gegenüber anderen und Einseitigkeit an: „Heribert Prantl ist wie viele andere Journalisten seiner Generation auch: Stramm links, intolerant gegenüber andersdenkenden Menschen, verlogen und unehrlich!“, schreibt er. Wenn es darum gehe sich oder andere Menschen, die einem nah stehen, in ein besseres Licht zu rücken, dann sei „diesen Leuten praktisch jedes Mittel Recht“. Das gelte auch im umgekehrten Fall, so Pottwal. „Die Süddeutsche Zeitung ist in meinen Augen ohnehin nicht besonders seriös, gerade weil sie eben sehr einseitig ist!“Auch User Ralf-Torstege kritisiert Einseitigkeit. Da sei die Küchenszene „keine so große Sache. Da sollte sich die SZ fragen, ob sie nicht lieber mal allgemein neutraler auftreten sollte“.
„Seine Glaubwürdigkeit und Unschuld hat Prantl verloren“, findet lottototto. Die sei aber das höchste Gut eines seriösen Journalisten. „Er sollte sich einen anderen Beruf suchen.“ Auch Hörensagen fordert: „Herr Prantl, treten Sie zurück!“ Allerdings fügt er an, dass er allerdings nicht glaube, dass die Presse in Deutschland im Allgemeinen besser ist.
User sieht Versuch, Prantl zu diskreditieren
Da hakt auch der User mit dem Namen Egon-Erwin-Kisch ein: „Wie hält es denn der FOCUS mit Qualitätsjournalismus?“, fragt er. Und User iebelein findet, dass „nur verbohrte Böswilligkeit“ aus den zitierten Sätzen herauslesen kann, dass der Autor bei der beschriebenen Veranstaltung selbst dabei gewesen sein und schreibt: „Liebe Focus-Leute, da versucht ihr vergeblich, den großen liberalen Journalisten Prantl zu diskreditieren.
#1 von susi bibelmaus am 01/08/2012 - 19:08
Dieser Herr hat eben das gemacht, was heut in den Privaten TV Sendern als Dokusoap daherkommt und den Zuschauern alles Mögliche an „Realitäten“ vorgaukelt, nur eben nicht die Wirklichkeit. Formate wie Gerichtssshows mit gestellten Fällen, Privatdetektive mit Hoheitsrechten von denen nicht mal die Polizei sich traut daran zu denken oder selbsternannte Psychoversteher wie Kallwass und Co, bei denen ein zerrüttetes Leben mal so mir nichts dir nichts „gesundet“ wird. Im Abspann dieser “Dokumentationen“ und “Reality-Shows“ wird sehr flüchtig der Hinweis der Fiktion eingeblendet. Nicht vorher, nicht währenddessen… nur im Abspann!
.
So erzieht man sich, neben vielen anderen Schauplätzen, über einen langen Zeitraum hin mehr und mehr dumme- dummdreiste- zu tiefst oberflächliche und eigensüchtig aufgeblasene Mitmenschen die nach dem Konsumieren dieser Zeitungsartikel- Filme- Shows und Realityzeugs Wahrheit und Lüge, Fiktion und Getue nicht mehr voneinander unterscheiden können… und wenn sie erst mal intensiv genug und Nachhaltig staatlich und interessenvertretend Geplitzdingst wurden: auch nicht mehr wollen!
.
Erwischt man einen dieser Herrschaften beim Schwindeln- Lügen- Tricksen und Betrügen, wird sich gewunden was der Charakter hergibt.
.
.
susi
#2 von Gudrun Eussner am 01/08/2012 - 20:46
Dabei fällt mir sofort Charles Enderlin ein, der seine ideologische Überzeugung zum Maßstab der Berichterstattung erhebt und nicht die Tatsachen, was im Falle des angeblichen Mordes an Mohammed al-Dura durch israelische Grenzposten in der Al-Aqsa Intifada für Juden und Araber zum tödlichen Verhängnis wird. Charles Enderlin, der nicht am Ort des Geschehens weilt, sondern in seinem Büro in Ramallah, sagt in seiner Reportage, daß die Kugeln vom israelischen Standort kamen, weil für mich dieses Bild der Wirklichkeit der Lage nicht nur in Gaza, sondern auch in Cisjordanien entsprach. Ich habe das im Artikel Der sozialistische Journalist dargestellt. Dort gibt’s noch mehr solcher Propagandisten.
Zum Glück hat das fehlende Dressing nicht diese verheerende Wirkung wie die Lügen des Charles Enderlin.