Israel hat ein Integrationsproblem. Haben wir auch. Israel hat ein Problem mit Linken, die das Integrationsproblem für ihre Zwecke instrumentalisieren. Haben wir auch. Damit enden aber schon die vordergründigen Übereinstimmungen. Denn das aktuelle israelische Integrationsproblem betrifft nicht landesfeindliche Zuwanderer, sondern mit den streng religiösen Juden sozusagen den geistigen Kern des jüdischen Staates. Und die Linken, die nach der letztjährigen sozialen Revolte sich neuerdings für die Integration der Orthodoxen “einsetzen” verlangen nicht kulturelle und religiöse Nachsicht sondern rücksichtslose Unterwerfung unter die Regeln der modernen Mehrheitsgesellschaft.
Ari Shavit plädiert in der Haaretz für mehr Toleranz mit den nicht immer Toleranten und mehr Geduld und Anerkennung für ihre allmählich in Gang kommende Modernisierung:
(…) Wir erleben gerade, wie der Aufruhr gegenüber den Leuten in Anzügen zu einem Aufruhr gegenüber jenen mit Haredi-Hüten und Schläfenlocken umgeschlagen ist. Die Hoffnung auf soziale Solidarität ist der traditionellen Steinigung der Strenggläubigen unter uns gewichen. Die Geschütztürme der Revolution wurden verlagert und feuern nun auf den ultra-orthodoxen Tel Aviver Vorort Bnei Brak.
In gewisser Weise ist der Angriff auf die Welt der Haredim gerechtfertigt. Es ist nicht akzeptabel, dass dieses Land 64 Jahre nach seiner Gründung, nur von einem Teil seiner jungen Männer verteidigt wird. Es ist nicht akzeptabel, dass die wachsende ultra-orthodoxe Minderheit, diese Last nicht mitträgt und kein Partner in der Entwicklung und Verteidigung des Landes ist. Sich zuliebe und ihren säkularen Mitbürgern zuliebe müssen die ultra-Orthodoxen allmählich ihr Ghetto verlassen und sich langsam in die Gesellschaft integrieren, in der sie leben.
Die Wahrheit ist allerdings, dass die Integration in den vergangenen Jahren bereits begonnen hat. Die Wahrheit ist, dass die Zahl der Haredim, die in der Armee dienen, eine Hochschule besuchen und sich in die Arbeitswelt einbringen, ansteigt. Eine stille und unausgerufene Revolution hat sich im letzten Jahrzehnt in der ultra-orthodoxen Gemeinschaft ausgebreitet. Es gibt daher keinen offensichtlichen Grund, warum man sie gerade jetzt wütend attackieren sollte. Alles, was getan werden muss, ist, sich intelligent zu verhalten, sie zu unterstützen und den Prozess ihrer Integration in die israelische Armee, israelische Wirtschaft und israelische Gesellschaft zu unterstützen.
Eine breite Koalition aus naiven Idealisten und gebildeten interessierten Gruppen haben die anti-kapitalistische Rebellion des Sommers 2011 in die anti-religiöse Schlacht des Sommers 2012 verwandelt. Reservisten, die unter der Last, die sie tragen, ächzen und Politiker, die diese Last nie tragen mussten, machen in diesem Jahr gemeinsame Sache und fordern den sofortigen Militärdienst für alle.
Aber diese verständliche Forderung ist ein zweischneidiges Schwert. Eile bringt nichts, und wer jetzt über das Ziel hinausschießt, wird am Ende mit nichts dastehen. Wenn auf die ultra-orthodoxe Gesellschaft zu plötzlich und ohne Feingefühl Druck ausgeübt wird, wird sich die Gemeinschaft nach innen zurückziehen. Wenn in Bnei Brak das Gefühl vorherrscht, sie wären unter Beschuss, werden sie zurückschlagen. So wie Prof. Yedida Stern in der Haaretz vom Donnertag warnt, könnte das Ergebnis eher einen Schritt zurück als vorwärts bedeuten. Wenn die Hoffnung auf gesellschaftliche Solidarität einem Bürgerkrieg weicht, wird das die israelische Gesellschaft in Stücke reißen.
(Quelle: Haaretz, 12.07.12)
#1 von Sharp am 12/07/2012 - 18:35
Als die Ausnahmeregelungen für strengreligiöse Juden gemacht wurden gab es gerade 400 von ihnen. Und heute Zehntausende die sich vor allen Pflichten drücken, vom Staat alimentiert werden, eine Art Geburtendschihad betreiben und mit ihren Vorstellungen Muslimen und Sharia in nichts nachstehen. Das man in manchen Gegenden gerade als Frau bespuckt wird und in einigen Buslinien wieder Geschlechterapartheid eingeführt wurde ist nur der Anfang. Es ist daher völlig richtig, daß sich die Zivilgesellschaft dort mittlerweile vehement dagegen wehrt.
#2 von Sharp am 12/07/2012 - 18:37
http://www.welt.de/politik/ausland/article13786527/Wie-Frauen-aus-der-Oeffentlichkeit-verbannt-werden.html
#3 von Nächstenliebe am 12/07/2012 - 18:59
Der Artikel in Haaretz klingt doch sehr vernünftig.
Ich glaube aber weniger, dass die Ultraorthodoxen sozusagen der geistige Kern ihrer Gesellschaft sind. Sie sind eher der Feind ihrer eigenen Gesellschaft.
Früher habe ich auch gemeint, die sind nett anzuschauen und ihre Hütchen und Löckchen sind so eine Art harmlose Folklore.
Aber sie sind volle Kanne gegen Gleichberechtigung, erkennen ihren eigenen Staat Israel nicht an, haben im Schnitt sieben Kinder, leben von Sozialhilfe und hassen Mohammedaner wie umgekehrt diese sie hassen.
Heute machen sie mit über 700.000 schon mehr als 10% der Bevölkerung aus.
Israel sollte das Problem mit den Ultraorthodoxen auf diesem Pulverfass unbedingt in den Griff bekommen.
#4 von kolat am 12/07/2012 - 20:00
@#3 von Nächstenliebe am 12/07/2012 – 18:59
“Früher habe ich auch gemeint, die sind nett anzuschauen und ihre Hütchen und Löckchen sind so eine Art harmlose Folklore.”
Sind sie doch auch. Nun schlagt nicht verbal auf sie ein.
Ist schon komisch, in Deutschland wurde gerade die Wehrpflicht abgeschafft, und in Israel tönen sie: “Wehrpflicht für Alle, auch für Hütchen- und Löckchenträger!”
#5 von wener am 12/07/2012 - 21:59
@4
Israel ist auch von Feinden umgeben und die 5 Kolonne der Feinde lebt mitten im Land oder weisst du das nicht?
Deutschland ist dagegen von Freunden umgeben und in der Nato.Deutschland könnte die Armee auch ganz abschaffen-Polizei Aufgaben darf sie eh nicht übernehmen.
@3 Ultraorthodox und Orthodox ist ein Unterschied.Nur ganz extreme lehnen einen ISraelischen Staat ab.
#6 von mike hammer am 13/07/2012 - 11:53
Grus aus israel an alle.
Eine kleine anmerkung
Scharpi liegt wieder total falsch.
Die Zahl der Ultras ist gering die allermeist der
Charedim sind weder antiisrael noch anti Armee, arbeiten, studieren, usw.
Auch hat die Galaxis nichts mit dem Fionas zu tun, eher die anti-theistischen Phantasien kulturhassender Phantasten die einen Fionas fieren der allen ihren lebensstiel des kinderlosen genderismus und unmoralischen realismus aufzuzwingen versuchen.
die zahal der Ortodoxen Kinder mag zwar höher sein, es bleiben aber die wenigsten orthodox. Es gibt orthodoxe wissenschaftler,
Darunter Physiker und Mathematiker, Generäle
Und Geschäftsleute, es ist eher die Gefolgschaft von haaretz die den Wehrdienst verweigert, die arabische 5. Kolonne unterstützt und Aus dem Hüttenkäse und Mietpreis Demos der Studenten so etwas wie soziale Proteste herbeiphantasiert. Die Ultras sind sicher so etwas wie Spinner, aber das sind unsere Spinner und wir Juden werden uns um sie kümmern, mir macht der antiisraelische drecksladen Haaretz ehrt sorgen, der jedem Judenhasser Legitimation gibt und besser gestern als morgen geschlossen gehoert!
#7 von Heimchen am Herd am 13/07/2012 - 11:59
Dir auch liebe Grüße.. Mike…
#8 von mike hammer am 13/07/2012 - 12:03
Soll ultras bedeuten nicht fionas
Und ich meinte nicht Galaxis sondern djihad!
#9 von Sharp am 13/07/2012 - 12:37
Klar, auf Mißstände in Israel darf man NIEMALS hinweisen, selbst wenn man die einzige halbwegs funktionierende Demokratie im Nahen Osten mag. Ich bin sowas von Autobahn..
#10 von Nächstenliebe am 13/07/2012 - 12:49
Sharp,
Henryk M. Broder hat immer wieder darauf hingewiesen, dass die Verbreitung der orthodoxen Juden mittlerweile eine existenzielle Gefahr für Israel darzustellen vermag.
Wenn du magst, dann schau mal in dem deutschsprachigem Zentralorgan der Orthodoxen “Der Israelit” rein.
Weil Messias ihnen noch nicht erschienen ist, wollen sie das “Palästinenser-Gefängnis Gaza” und ihren eigenen Staat Israel auflösen, damit Juden fortan unter palästinensischer Oberhoheit in Palästina leben.
Mir erscheint dies mehr als krass.
Wenn Wiki nicht lügt, dann liegt der Anteil der ULTRAorthodoxen schon jetzt über 10%.
Wenn dies kein Problem für die israelische Regierung ist, dann gibt es überhaupt keine.
#11 von mike hammer am 13/07/2012 - 14:47
@schrpi
“Der Israelit” ist so repräsentativ für Ortodoxe
Wie das neue deutschland fuer dich!
Die Antiisraelische Orthodoxie beschraenkt sich auf satma naturey-carta und das sind nicht anneahernd Eine merheit in der Ortodoxie.
dresweiteren ist Kritik willkommen, nur trifft sie die Realität nicht.
Grußes aus Israel
Mike
#12 von Tavor Galil am 13/07/2012 - 16:12
Schöne Grüße aus dem verregnetem Deutschland
Und nicht vergessen die Platte mit Sonnencreme einzuschmieren
#13 von Jaette am 13/07/2012 - 17:24
#3 von Nächstenliebe
Der Artikel in Haaretz klingt doch sehr vernünftig.
Klitzekleiner Einspruch: Das Dumond-Blättchen zündelt schon eine ganze Weile (siehe Bus->Tanya Rosenblit-> Beit Shemesh) gegen die sog. “Ultras”! Da wird schlicht etwas
aufgeblasen, was Nebensache ist!
Das einzige wirkliche Problem sind diese Vögel wie z.Bsp. diese hier: xxx.jewsnotzionists.orx
@mike: Schönen Urlaub! Wenn Du ha’kotel besuchen solltest, steck mal für mich einen Zettel
mit zwischen die Steine. Komme wohl diese Jahr nicht selber dazu…
#14 von Nächstenliebe am 13/07/2012 - 18:57
#13 von Jaette
Haaretz spricht sich doch in dem Artikel FÜR die Orthodoxen aus.
#15 von Jaette am 13/07/2012 - 19:56
#14 von Nächstenliebe
Haaretz spricht sich doch in dem Artikel FÜR die Orthodoxen aus.
Kann ich nicht nachprüfen, da ich den Original-Artikel nirgends lesen kann…
Angefangen hat es jedenfalls so: http://www.haaretz.com/print-edition/news/ultra-orthodox-jews-ask-israeli-media-to-help-rid-them-of-extremists-1.403778
BTW: Ich mag diese linke Pro-Pali-Postille halt nicht
#16 von mike hammer am 13/07/2012 - 22:57
Gruesse zuruek


@Heimchen
Die riskieren eine große Klappe dirgegenueber
Auf dem meinungsthred.
Warte wenn ich zurück bin, das gibt saures!
@tavor trage eine baceball cappe, schuetzt Platte und Augen.
@jaette, mache ich, gibt es besondere wuensche?
Morgen oder uebermorgen bin ich da.
Werde auch auf den Berg hochgehen!
Wünsch uns deutsches Wetter, Bullenhitze hier.
#17 von kolat am 14/07/2012 - 09:55
@jammer
Kannst aufhören zu jammern, Ihr Wenigen habt anscheinend in Deutschland mehr Einfluß bei strittigen Themen als wir Vielen. O.k., danke fürs “kümmern”.
http://www.youtube.com/watch?v=KPBsdm2SPdA .
#18 von Jaette am 14/07/2012 - 13:06
@mike hammer:
@jaette, mache ich, gibt es besondere wuensche?
Schreib IHM einfach, dass ich IHM für Alles danke und hoffe, dass es auch weiterhin gut gehen wird!
In dem Sinne, schabbat schalom und bis bald…
@ kolat:
Ihr Wenigen habt anscheinend in Deutschland mehr Einfluß [...]
Wenn jetzt noch erreicht wird, dass es nur für “die Wenigen” eine Regelung gibt,
wäre die Sache rund…
#19 von mike hammer am 15/07/2012 - 10:35
@jaette
Zettel steckt!
Steht alles drauf und einige gute wünsche von mir zusätzlich!
@Klo matt
jammerst du schon?
Tja alter jammerlumpen wir sind halt 1400
Jahre Teil von Deutschland, ihr nur geäste
Der linken. Gaeste gehen auch mal heim!
#20 von Jaette am 15/07/2012 - 11:07
#19 von mike hammer
Vielen Dank, Mike! Und erhole Dich weiterhin gut…
#21 von kolat am 15/07/2012 - 12:06
@#19 von jammer
Selber Jammerlumpen (eigentlich “Jammerlappen” auf deutsch).
P.S.: Was ist das eigentlich für ein seltsamer Brauch mit den Zetteln? Ein alter Aberglaube?
#22 von Jaette am 15/07/2012 - 12:49
Ein alter Aberglaube?
Nein! Aberglaube wäre, 7 Mal um einen schwarzen Würfel zu kriechen!